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07.02.2018 14:05:23
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Kolumne

Marktstimmung: "Nur eine Korrektur?"



Anscheinend haben die hiesigen, mittelfristig orientierten Anleger alles richtig gemacht. Sie verließen zuvor in großen Teilen den Markt, bzw. waren sogar short, jetzt - während des Abtauchens der Preise - sind viele wieder engagiert. Dem Verhaltensökonom Joachim Goldberg macht diese Situation allerdings Sorgen.
Zusammenfassung

7. Februar 2018. FRANKFURT (Börse Frankfurt). Es ist in der Tat eine seltsame Geschichte. Der DAX verliert von seinem Allzeithoch vom 23. Januar aus gerechnet zeitweise rund 10 Prozent an Wert. Normalerweise ein Kurseinbruch, der Anleger und Investoren in Angst und Schrecken versetzen müsste. Aber bereits vor einigen Tagen konnte man lesen, der Absturz sei "absehbar" gewesen, auch weil der Aufwärtstrend zuvor viel zu steil verlaufen sei. Und bereits vor zwei Wochen konnten wir feststellen, dass das Börsenbarometer zwar ein neues Allzeithoch markierte, aber sich viele Akteure darüber nicht so recht freuen konnten.

Und sie sollten Recht haben. Die Gründe für den massiven Abverkauf lagen ohnehin auf der Hand: Die US-Notenbank hatte in der vergangenen Woche implizit angedeutet, sie werde im März die Leitzinsen anheben - eigentlich eine Entwicklung, die niemand hätte überraschen dürfen. Aber gepaart mit den etwas höher als erwartet ausgefallenen durchschnittlichen Stundenlöhnen in den USA hatte diese Aussicht das Fass zum Überlaufen gebracht.

Heute, ein paar Tage später, scheinen diese Argumente wertlos geworden zu sein. Denn die von uns befragten mittelfristig orientierten institutionellen Akteure haben richtiggehend zugegriffen und offenbar gekauft, was das Zeug hält. Denn unser Börse Frankfurt Sentiment-Index ist um sage und schreibe 40 Punkte - zuletzt konnte man einen derartigen bullishen Umschwung im Oktober 2012 registrieren - auf einen Stand von +33 Punkte gestiegen. Und weil sich dieser Zuwachs fast zu gleichen Teilen aus ehemaligen Pessimisten und neutral eingestellten Akteuren speist, steigt der Optimismus auf den höchsten Stand seit 7. Dezember 2016. An jenem Tag war die Gruppe der neutral eingestellten Marktteilnehmer übrigens ähnlich niedrig gewesen. Alle Inflationsängste - Hauptgrund angeblich für die Aktienkursverluste dies und jenseits des Atlantiks - scheinen keine Rolle mehr zu spielen.

(K)ein Wintermärchen

Bei den Privatanlegern ergibt sich ein ähnliches Bild. Deren Börse Frankfurt Sentiment-Index steigt nämlich um 28 Punkte auf einen Stand von ebenfalls +33 Punkte. Auch in dieser Gruppe scheint man die in vielen Kommentaren vertretene Ansicht zu teilen, 10 Prozent Kursrückgang sei eine typische Korrektur und nur gesund. Rund drei Viertel der neuen Börsenbullen kommen übrigens direkt aus dem Lager der Pessimisten.

Fast ist es wie im Märchen. Das Gros der Marktteilnehmer hat nicht nur gefühlt die Spitze des Bullenmarktes erwischt - bei den Befragten gab es zumindest nicht allzu viele Optimisten zu jenem Zeitpunkt. Und jetzt scheint man sich überwiegend sicher zu sein, auch noch das untere Ende einer Korrektur erwischt zu haben, die unter anderen Umständen Panik hätte auslösen können, schon allein, weil sie sich so schnell ereignete - ein Argument, das früher bei ähnlichen Gelegenheiten zu hören war.

Doch dieses Mal ist scheinbar alles anders. Eine große Mehrheit ist mutig und wagt den Einstieg. Und wenn sie Recht hat, wäre das in der Tat ein profitables Geschäft und ein Schnäppchen für alle. Sofern etwaige Gewinne nicht in einem viel zu frühen Stadium bereits wieder mitgenommen werden. Und genau das würde große Kurssprünge des DAX behindern.

Viel gravierender ist indes die Tatsache, dass bei einem neuerlichen Abverkauf deutscher Standardwerte - wenn aus der Korrektur womöglich ein Abwärtstrend würde - ein Großteil heimischer Nachfrage bereits bedient wurde und somit als Käufer ausfällt. Dies wäre insbesondere gefährlich, wenn sich ausländische Investoren, die immer noch in hohem Maße in Aktien der Eurozone investiert sein dürften, von hier verabschiedeten.

So gerne wir es sehen würden, dass möglichst viele Börsianer in kürzester Zeit reich werden, so skeptisch schauen wir auf unsere Daten der heutigen Erhebung. Vor allem wenn sich die erhofften Kursgewinne nicht sofort einstellen. Ein nur vor sich hin dümpelnder Markt auf niedrigem Niveau wäre in diesem Zusammenhang ein Warnzeichen. Angesichts der heutigen Erhebung muss man sich Sorgen darüber machen, dass es nicht bei einer gesunden Korrektur im Aufwärtstrend bleibt, sondern sich womöglich doch um einen Trendwechsel handelt.

Ihre Meinung zählt: Markterwartungen von Investoren

Alle interessierten Anleger sind aufgerufen mitzumachen. Es dauert nur 15 Sekunden. Sie bekommen jeden Dienstag eine E-Mail mit einem Umfrage-Link. Ein Klick und fertig. Dafür erhalten Sie die Ergebnisse der Analyse sofort per E-Mail zugesandt.



Video-Kommentar von Joachim Goldberg



Börse Frankfurt Sentiment-Index




Institutionelle Anleger

BullishBearishNeutral
Total60%27%13%
ggü. letzter Erhebung+27%-13%-14%

DAX (Veränderung zu vergangener Woche): 12.450 (-100 Pkt.)
Börse Frankfurt Sentiment-Index Institutionelle Anleger: +33 Punkte (Stand Vorwoche: -7 Punkte)

DAX-Entwicklung im betrachteten Zeitraum





Private Anleger

BullishBearishNeutral
Total59%26%15%
ggü. letzter Erhebung+16%-12%-4%

DAX (Veränderung zu vergangener Woche): 12.450 (-100 Pkt.)
Börse Frankfurt Sentiment-Index Private Anleger: +33 Punkte (Stand Vorwoche: +5 Punkte)

7. Februar 2018, © Goldberg & Goldberg für boerse-frankfurt.de



Über den Börse Frankfurt Sentiment-Index

Der Börse Frankfurt Sentiment-Index bewegt sich zwischen -100 (totaler Pessimismus) und +100 (totaler Optimismus), der Übergang von positiven in negative Werte markiert die neutrale Linie. Die Werte des früheren Cognitrend Bull/Bear-Index sind auf die neue Skalierung umgerechnet worden.


Über den Börse Frankfurt Sentiment-Index

Der Börse Frankfurt Sentiment-Index bewegt sich zwischen -100 (totaler Pessimismus) und +100 (totaler Optimismus), der Übergang von positive in negative Werte markiert die neutrale Linie.

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