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03.05.2017 13:41:29
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Kolumne

Marktstimmung: "Nur wenige Gipfelstürmer"



Der DAX knackt seine Bestmarken, die Anleger wollen noch nicht so recht mitziehen - ein gutes Zeichen.
Zusammenfassung

3. Mai 2017. FRANKFURT (Börse Frankfurt). Derzeit wird nicht viel über die alte Börsenweisheit "Sell in May" gesprochen. Sicherlich ist es in Anbetracht des gestrigen neuen Allzeithochs beim DAX auch nicht gerade opportun, sich lautstark gegen den vorherrschenden Mini-Trend zu stellen. Und auch die Nachrichtenlage dürfte derzeit kaum zu größeren Wetten gegen den DAX verleiten. Zumal der Ausgang des zweiten Wahlgangs zur französischen Präsidentschaft eine ausgemachte Sache zu sein scheint.



Dies mögen auch die mittelfristig orientierten institutionellen Anleger gedacht haben. So ergab unsere wöchentliche Stimmungsumfrage, dass der Börse Frankfurt Sentiment-Index 7 Punkte zugelegt und damit wieder den Stand von + 6 Punkten erreicht hat, auf dem er sich bereits vor zwei Wochen befand. Und das in einem Umfeld, in dem der DAX seit vergangenem Mittwoch nicht einmal eine Handelsspanne von 0,8 Prozent produziert hat! Hinter diesem Stimmungswechsel steckt übrigens überwiegend die einfache Auflösung früherer bearisher Engagements - neue Bullen sind kaum hinzugekommen.

Mit diesem leichten Stimmungswechsel zum Positiven in einem ausgesprochen ruhigen Markt wird erkennbar, dass bei den jüngsten Überlegungen der neuen optimistischen Akteure weniger das Kursniveau des DAX als dessen erwartete implizite Volatilität eine Rolle gespielt haben dürfte. Diese ist, gemessen am VDAX-New, zwar relativ niedrig, aber noch nicht auf das Tief nach den Wahlen in den Niederlanden im März dieses Jahres zurückgefallen. Nach gängiger Lesart würden womöglich erst dann, ausgehend von diesem sehr niedrigen Niveau (es handelt sich immerhin um den niedrigsten Stand seit 1996), ein Ansteigen der Volatilität wie auch eine größere DAX-Korrektur erwartet.

Kleinere Adjustierungen

Aber auch bei den Privatanlegern gab es einen Stimmungswechsel, wobei der Börse Frankfurt Sentiment-Index bei diesem Panel um 12 Punkte auf einen Stand von nunmehr +8 Punkte angestiegen ist. Der Umschwung ist im Vergleich zu den institutionellen Pendants vor allen Dingen deshalb stärker ausgefallen, weil sich die meisten der wechselwilligen Pessimisten direkt ins Bullenlager begeben haben.

Damit wird zweierlei deutlich: Die Mehrheit der Marktteilnehmer scheint derzeit noch auf höhere DAX-Stände zu schielen, um - möglicherweise nach einem Sieg Emmanuel Macrons bei der französischen Stichwahl - Engagements gegen den Aufwärtstrend zu einem höheren Stand als heute vorzunehmen. Andererseits ist der derzeitige Optimismus der institutionellen und privaten Anleger sowohl in der absoluten und auch in der relativen Betrachtung seit Jahresbeginn (und schon gar nicht im Vergleich zum Durchschnitt der vergangenen sechs Monate) nicht als überbordendend oder gar euphorisch einzustufen. Die jüngsten Positionswechsel dürften eher bescheiden ausgefallen sein, zumindest waren sie kaum kursbewegend.

Auch ist nicht auszuschließen, wenngleich weniger wahrscheinlich, dass noch einmal ausländisches Kapital europäischen Aktien zugute gekommen sein könnte. Allerdings haben wir bereits in den Vorwochen hohe Zuflüsse aus diesen Quellen festgestellt, so dass es bestenfalls zu kleinerer Zusatznachfrage gekommen sein dürfte.

Damit bleibt unter dem Strich die Erkenntnis übrig, dass sich der DAX zumindest aus heimischer Sicht immer noch in einer stabilen Position befindet und selbst im Falle eines mancherorts prognostizierten deutlichen Rücksetzers von ca. 450 bis 550 Punkte unter dem heutigen Erhebungskurs von 12.500 DAX-Zählern gerechnet wieder gut nachgefragt sein dürfte. Wie in der Vorwoche gilt weiterhin, dass diese Nachfrage auch dann entstehen könnte, wenn der DAX durch zusätzliche langfristige Kapitalzuflüsse deutlich weiter nach oben getrieben würde.

Ihre Meinung zählt: Markterwartungen von Investoren

Die Stimmen der professionellen Teilnehmer wurden bislang von privaten Anlegern ergänzt, die unter den aktivsten Tradern verschiedener Online-Broker rekrutiert wurden. Diesen Teil des Sentiment-Index stellt die Börse Frankfurt nun auf breitere Füße.

Alle interessierten Anleger sind aufgerufen mitzumachen. Es dauert nur 15 Sekunden. Sie bekommen jeden Dienstag eine E-Mail mit einem Umfrage-Link. Ein Klick und fertig. Dafür erhalten Sie die Ergebnisse der Analyse sofort per E-Mail zugesandt.

Möchten Sie teilnehmen? Dann schreiben Sie einfach eine E-Mail an sentiment@deutsche-boerse.com.



Börse Frankfurt Sentiment-Index





Institutionelle Anleger

BullishBearishNeutral
Total42%36%22%
ggü. letzter Erhebung+1%-6%+5%

DAX (Veränderung zu vergangener Woche): 12.500 (+40 Punkte)
Börse Frankfurt Sentiment-Index Institutionelle Anleger: +6 Punkte (Stand Vorwoche: -1 Punkte)

DAX-Entwicklung im betrachteten Zeitraum





Private Anleger

BullishBearishNeutral
Total38%42%20%
ggü. letzter Erhebung-5%+1%+4%

DAX (Veränderung zu vergangener Woche): 12.500 (+40 Punkte)
Börse Frankfurt Sentiment-Index Private Anleger: +8 Punkte (Stand Vorwoche: -4 Punkte)

von: Joachim Goldberg
3. Mai 2017, © Goldberg & Goldberg für boerse-frankfurt.de


Über den Börse Frankfurt Sentiment-Index

Der Börse Frankfurt Sentiment-Index bewegt sich zwischen -100 (totaler Pessimismus) und +100 (totaler Optimismus), der Übergang von positiven in negative Werte markiert die neutrale Linie. Die Werte des früheren Cognitrend Bull/Bear-Index sind auf die neue Skalierung umgerechnet worden.




Über den Börse Frankfurt Sentiment-Index

Der Börse Frankfurt Sentiment-Index bewegt sich zwischen -100 (totaler Pessimismus) und +100 (totaler Optimismus), der Übergang von positive in negative Werte markiert die neutrale Linie.

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