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19.07.2017 10:47:20
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Kolumne

Marktstimmung: "Schnell noch Gewinne eingefahren"



Anleger nutzen das Zwischenhoch zu Gewinnmitnahmen, drehen aber auch nicht auf die bearishe Seite. Wer auf steigende Kurse warte, für den verbessere sich nach Goldbergs Ansicht die Stimmungslage kaum.
Zusammenfassung

19. Juli 2017. FRANKFURT (Börse Frankfurt). Folgt man den Kommentierungen der Medien seit Wochenbeginn, gab es mehr Argumente gegen als für Aktien. Und tatsächlich kann man sich an vielen Dingen stören. Sei es der starke Euro, der vielen Börsianern nicht ins Konzept passt, oder aber auch Signale aus den USA. So wurde die jüngste DAX-Schwäche vor allem damit erklärt, dass der Plan zur Einführung eines neuen Systems für die Krankenversicherung in den USA, die Trump-Care, zum zweiten Mal gescheitert sei. Damit seien auch mangels Finanzierung durch dieses System fiskalpolitische Maßnahmen, etwa die große Steuerreform, gefährdet, so die Logik. Tatsächlich hat sich das erneute Scheitern von Trump-Care per Saldo aber gar nicht negativ auf US-Aktien ausgewirkt, denn der breite S&P 500 notiert derzeit knapp unter seinem Allzeithoch. Nur der DAX musste seine Gewinne aus der Vorwoche abgeben und liegt zum Zeitpunkt der heutigen Stimmungserhebung 0,2 Prozent unter dem Stand vom vergangenen Mittwoch.

Dennoch sind die von uns befragten mittelfristig orientierten institutionellen Investoren nicht untätig geblieben. Wie bereits von uns in der Vorwoche gedacht, wurde die zwischenzeitlich freundliche Tendenz des DAX - seit der vergangenen Erhebung ergab sich in der Spitze ein Plus von etwas mehr als 1,5 Prozent - zu Gewinnmitnahmen genutzt. Diese Erkenntnis spiegelt sich in der Entwicklung des Börse Frankfurt Sentiment-Index wider, der sich seit vergangenem Mittwoch um 8 Punkte auf einen Stand von -13 Punkte abschwächte.



Da fast alle vormaligen Optimisten sich nicht direkt ins Bärenlager, sondern auf die Seite der neutral gestimmten Akteure geschlagen haben, kann man davon ausgehen, dass zum einen die fundamentalen Betrachtungen für diese Positionierung einen untergeordneten Grund gespielt haben dürften. Neben aufgelaufenen Gewinnen, die gerne realisiert worden sein dürften, könnte jedoch auch noch die Morgen anstehende Pressekonferenz der Sitzung der Europäischen Zentralbank für eine gewisse Risikoaversion sorgen.

Nicht wirklich pessimistisch

Bei den Privatanlegern gab es ein ähnliches Verhaltensmuster zu beobachten, wenn auch längst nicht in gleichem Ausmaß. Der Börse Frankfurt Sentiment-Index ist für diese Gruppe nur um 2 Punkte auf einen Stand von nunmehr -11 Punkte gefallen. Auch dort scheint man den bearishen Argumenten für den DAX nur ein geringes Gewicht beizumessen.

Damit wird auch deutlich, dass die Kursverluste des Börsenbarometers seit Freitag vergangener Woche mit hoher Wahrscheinlichkeit heimischen Quellen zuzuschreiben sind. Die Sentiment-Indizes der institutionellen und privaten Anleger befinden sich damit zwar wieder in negativem Terrain, doch sind sie, bezogen auf die Vergleichswerte der vergangenen drei bzw. sechs Monate, nicht als "stark bearish" zu interpretieren. Aber immerhin hat sich die Sentiment-technische Situation für den DAX im Vergleich zur Vorwoche wieder leicht verbessert. Allerdings bedarf es für einen größeren Trend entweder hoher Schieflagen - diese sind auf der heimischen Seite derzeit nicht erkennbar - oder größerer Kapitalströme mit dem Ausland in die eine oder andere Richtung; auch dafür gibt es derzeit nur geringe Anzeichen.

Ihre Meinung zählt: Markterwartungen von Investoren

Die Stimmen der professionellen Teilnehmer wurden bislang von privaten Anlegern ergänzt, die unter den aktivsten Tradern verschiedener Online-Broker rekrutiert wurden. Diesen Teil des Sentiment-Index stellt die Börse Frankfurt nun auf breitere Füße.

Alle interessierten Anleger sind aufgerufen mitzumachen. Es dauert nur 15 Sekunden. Sie bekommen jeden Dienstag eine E-Mail mit einem Umfrage-Link. Ein Klick und fertig. Dafür erhalten Sie die Ergebnisse der Analyse sofort per E-Mail zugesandt.

Möchten Sie teilnehmen? Dann schreiben Sie einfach eine E-Mail an sentiment@deutsche-boerse.com.



Börse Frankfurt Sentiment-Index





Institutionelle Anleger

BullishBearishNeutral
Total27%40%33%
ggü. letzter Erhebung-7%+1%+6%

DAX (Veränderung zu vergangener Woche): 12.450 (-30 Punkte)
Börse Frankfurt Sentiment-Index Institutionelle Anleger: -13 Punkte (Stand Vorwoche: -5 Punkte)

DAX-Entwicklung im betrachteten Zeitraum





Private Anleger

BullishBearishNeutral
Total34%45%21%
ggü. letzter Erhebung-2%+0%+2%

DAX (Veränderung zu vergangener Woche): 12.450 (-30 Punkte)
Börse Frankfurt Sentiment-Index Private Anleger: -11 Punkte (Stand Vorwoche: -9 Punkte)

19. Juli 2017, © Goldberg & Goldberg für boerse-frankfurt.de



Über den Börse Frankfurt Sentiment-Index

Der Börse Frankfurt Sentiment-Index bewegt sich zwischen -100 (totaler Pessimismus) und +100 (totaler Optimismus), der Übergang von positive in negative Werte markiert die neutrale Linie.

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