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18.07.2018 13:17:06
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Kolumne

Marktstimmung: "Vergebens, aber keineswegs umsonst"



Abermals hat sich vor allem die Stimmung der institutionellen Anleger teilweise recht deutlich um 180 Grad, vom Negativen ins Positive gedreht. Allerdings oft nicht ohne Kosten.


18. Juli 2018. FRANKFURT (Börse Frankfurt). Es mag viele Akteure gegeben haben, die sich noch in der vergangenen Woche gegen drohendes Ungemach abgesichert haben. Nun ist US-Präsident Donald Trump von seiner Reise nach Europa, Großbritannien und zuletzt Helsinki in die USA zurückgekehrt, ohne zumindest neuen ökonomischen Schaden angerichtet zu haben. Überhaupt war es erstaunlich, wie wenig die Finanzmärkte auf ebenso befremdliche wie bedrohliche Auslassungen Trumps ("die EU ist ein Gegner") reagiert haben. Und auch die Angst vor einem eskalierenden Handelsstreit scheinen nicht nur Börsianer, sondern auch Notenbanker ausgeblenden bzw. herunterzuspielen zu werden. Dies zeigte etwa die Haltung von Fed-Chef Jerome Powell bei der gestrigen Anhörung des Bankenausschusses des US-Senats: Zu den Wachstumsaussichten - bei gleichzeitig moderater Inflation - äußerte er sich ausgesprochen optimistisch. Allerdings zeigt die jüngste BofA Merrill Lynch-Umfrage unter internationalen Fondsmanagern, dass 60 Prozent der Befragten in einer drohenden Eskalation des Handelsstreits zwischen den USA und dem Rest der Welt das größte Extremrisiko für die Finanzmärkte sehen. Dieser Wert ist deswegen so dramatisch, weil es sich um den höchsten Prozentsatz seit der EU-Schuldenkrise im Juli 2012 handelt. Dennoch: Die Fondsmanager-Umfrage endete bereits am 12. Juli, zu einem Zeitpunkt, als das Handelskrieg-Thema noch bei vielen Akteuren viel präsenter als heute war. Denn es ist gerade erst eine Woche her, dass Donald Trump mit der Ankündigung der Besteuerung weiterer China-Importe in einem Volumen von 200 Milliarden US-Dollar mit einer früheren Drohung ernst gemacht hat.



Die mittelfristig orientierten Marktteilnehmer zeigten sich bei der Befragung der vergangenen Woche noch risikoavers. Das Ergebnis unserer heutigen Sentiment-Umfrage zeigt: Die Risikoaversion ist offenbar wieder verschwunden.

Denn der Optimismus ist fast wieder in vollem Umfang zurückgekehrt. Denn gemessen an unserem Börse Frankfurt Sentiment-Index, ist er um 24 Punkte auf einen Stand von +15 gesprungen. Allerdings erfolgten die damit verbundenen Aktienrückkäufe häufig nicht ohne Kosten. Denn der DAX hatte seit unserer vergangenen Befragung gerade einmal 50 Punkte niedriger notiert, bevor er eine satte Aufwärtsbewegung begann, die alleine stichtagsbezogen einen Gewinn von 2,4 Prozent zeitigte. Und der Kursverlauf ohne größere Rücksetzer vermittelt, dass es sich um eine kleine Kapitulation der Bären aus der Vorwoche gehandelt haben dürfte.

Zögerliche Privatanleger

Auch bei den Privatanlegern hat es Rückkäufe gegeben, denn der Börse Frankfurt Sentiment-Index dieses Panels ist ebenfalls gestiegen, allerdings nur um 9 Punkte auf einen Stand von nunmehr +1. Immerhin ist das während der vergangenen vier Wochen teils große Bärenlager aufgrund der ungünstigen Einstandspreise etwas zögerlich und lediglich um 6 Prozentpunkte geschrumpft. Dabei konnten sich die ehemaligen Pessimisten nur teilweise zu neuen bullishen Engagements entscheiden.

Die Stimmungsentwicklung zeigt per Saldo, dass der DAX für viele Akteure unerwartet Flügel bekommen hat. Immerhin war die Bereitschaft recht groß, sich von verlustbringenden Short-Positionen bzw. Absicherungen schnell und diszipliniert zu trennen, weswegen die jüngste Kursrallye Zeichen einer Shortsqueeze aufweist. Am Ende ist der Optimismus bei den institutionellen Anlegern nun etwas deutlicher ausgeprägt als bei den privaten Pendants. Im großen Ganzen etwa auf dem Stand von vor zwei Wochen, wobei der DAX allerdings damals zum Erhebungszeitpunkt mit 12.320 Zählern erheblich niedriger notierte. In der relativen Drei- bzw. Sechs-Monatsbetrachtung ist der Optimismus von heute allerdings nicht als besonders ausgeprägt zu bezeichnen. Allerdings droht das Börsenbarometer etwas Sand ins Getriebe zu bekommen, denn die neuen bullishen Akteure werden schon bald Kasse machen wollen.

Ihre Meinung zählt: Markterwartungen von Investoren

Alle interessierten Anleger sind aufgerufen mitzumachen. Es dauert nur 15 Sekunden. Sie bekommen jeden Dienstag eine E-Mail mit einem Umfrage-Link. Ein Klick und fertig. Dafür erhalten Sie die Ergebnisse der Analyse sofort per E-Mail zugesandt.



Video-Kommentar von Joachim Goldberg



Börse Frankfurt Sentiment-Index




Institutionelle Anleger

BullishBearishNeutral
Total44%29%27%
ggü. letzter Erhebung+13%-11%-2%

DAX (Veränderung zu vergangener Woche): 12.750 (+300 Pkt.)
Börse Frankfurt Sentiment-Index Institutionelle Anleger: +15 Punkte (Stand Vorwoche: -9 Punkte)

DAX-Entwicklung im betrachteten Zeitraum





Private Anleger

BullishBearishNeutral
Total37%36%27%
ggü. letzter Erhebung+3%-6%+3%

DAX (Veränderung zu vergangener Woche): 12.750 (+300 Pkt.)
Börse Frankfurt Sentiment-Index Private Anleger: +1 Punkte (Stand Vorwoche: -8 Punkte)

18. Juli 2018, © Goldberg & Goldberg für boerse-frankfurt.de


Über den Börse Frankfurt Sentiment-Index

Der Börse Frankfurt Sentiment-Index bewegt sich zwischen -100 (totaler Pessimismus) und +100 (totaler Optimismus), der Übergang von positiven in negative Werte markiert die neutrale Linie. Die Werte des früheren Cognitrend Bull/Bear-Index sind auf die neue Skalierung umgerechnet worden.


Über den Börse Frankfurt Sentiment-Index

Der Börse Frankfurt Sentiment-Index bewegt sich zwischen -100 (totaler Pessimismus) und +100 (totaler Optimismus), der Übergang von positive in negative Werte markiert die neutrale Linie.

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