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17.10.2018 13:42:10
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Kolumne

Marktstimmung: "Verluste ausgesessen"



Die Profis versuchen weiter aus der Handelsspanne Profit zu schlagen, die Privaten nutzen die günstigen Preise zum Einstieg. Unterm Strich ergibt sich aber kein zuversichtliches Votum für deutsche Bluechips.


17. Oktober 2018. FRANKFURT (Börse Frankfurt). Viel ist passiert seit unserer vergangenen Erhebung, aber nicht nur Negatives. Zwar hat der DAX mit 11.459 Zählern ein neues Jahrestief markiert, aber der Verlust von zeitweise rund 4 Prozent ist seit Wochenbeginn zumindest teilweise wieder wettgemacht worden. Allerdings sind die Risiken immer noch die gleichen, doch scheinen die Marktakteure ihnen weniger Beachtung zu schenken.

Das war vor einer Woche noch völlig anders. Dies zeigt zumindest die jüngste Umfrage von BofA Merrill Lynch unter internationalen Fondsmanagern, die sowohl den Handelskrieg zwischen den USA und China als auch die quantitative Straffungspolitik der Notenbanken als die mit Abstand größten Extremrisiken ausmachten. Auch wenn die Umfrage bereits in der Zeit zwischen dem 5. und 11. Oktober stattfand, hat sich daran zwischenzeitlich vermutlich nichts geändert. Wesentlich dramatischer fühlt sich allerdings eine andere Erkenntnis der Umfrage an. Netto 38 Prozent der befragten Vermögensverwalter gehen nämlich davon aus, dass sich das globale Wachstum in den kommenden zwölf Monaten verlangsamen werde. Dies ist der pessimistischste Wert seit fast zehn Jahren, damals mitten im Crash des Jahres 2008.

Diesen Pessimismus scheinen die von uns in jeder Woche befragten mittelfristig orientierten institutionellen Investoren jedoch nicht zu teilen. Zwar hat sich der Börse Frankfurt Sentiment-Index gegenüber der Vorwoche um 7 Punkte auf einen Stand von +21 Punkte verringert, doch die Optimisten machen immer noch die Hälfte des Befragten aus. Dies hat jedoch wahrscheinlich weniger mit einer fundamentalen Überzeugung zu tun, wie wir bereits in der Vorwoche gemutmaßt hatten. Vielmehr dürften besagte Akteure mit ihren bullishen Engagements noch vor acht Tagen davon ausgegangen sein, dass sich der DAX am unteren Ende einer Seitwärtsentwicklung befinden würde. Und so hat es uns auch nicht überrascht, dass - trotz des deutlichen Kurseinbruchs - noch fast zwei Drittel der Käufer vom vergangenen Mittwoch an ihren Engagements festgehalten und diese damit ausgesessen haben. Nur wenige haben seither die Notbremse gezogen.

Smarte Privatanleger

Unterdessen sind die Privatanleger, die sich in der vergangenen Woche im Gegensatz zu ihren institutionellen Pendants bei Käufen äußerte Zurückhaltung bewiesen, etwas mutiger geworden. Zumindest hat sich, unterstützt durch diverse Schnäppchenkäufe in die schwache Phase der Vorwoche hinein, der Börse Frankfurt Sentiment-Index um 19 Punkte auf einen Stand von +26 Punkten erhöht. Dabei waren es vor allen Dingen die Pessimisten der Vorwoche, die nicht nur ihre Gewinne mitgenommen, sondern sich mit entsprechenden Käufen sogleich um 180 Grad gedreht hatten.

Damit hat sich die starke Kluft zwischen institutionellen und privaten Investoren wieder deutlich verringert. Und auch der Optimismus in beiden Panels ist nun, bezogen auf die relative Sechs-Monats-Betrachtung, nicht gerade überbordendend. Allerdings kann man davon ausgehen, dass bei einem weiteren Anstieg des Börsenbarometers die derzeitigen bullishen Engagements zu großen Teilen wieder glattgestellt werden. Zum einen, weil (wie etwa bei den Privatanlegern) tatsächlich Gewinne entstanden sind, die realisiert werden wollen. Zum anderen gibt es aber auch Optimisten aus der Vorwoche, deren Engagements zeitweise durch deutliche Buchverluste gekennzeichnet waren. Engagements, die spätestens bei Erreichen ihrer Einstandspreise (durchschnittlich 11.900?) wieder glattgestellt werden dürften. Damit bleibt der DAX an der Oberseite durch Abgaben belastet. Berücksichtigt man, dass die internationalen Fondsmanager ihre Engagements in der Eurozone (vgl. BofA Merrill Lynch) abermals und damit auf den niedrigsten Stand seit Dezember 2016 reduziert haben, wird zumindest eines deutlich: Auch deutsche Aktien sind derzeit nicht mehr erste Wahl.

17. Oktober 2018, © Goldberg & Goldberg für boerse-frankfurt.de

Ihre Meinung zählt: Markterwartungen von Investoren

Alle interessierten Anleger sind aufgerufen mitzumachen. Es dauert nur 15 Sekunden. Sie bekommen jeden Dienstag eine E-Mail mit einem Umfrage-Link. Sie erhalten die Ergebnisse der Analyse per E-Mail zugesandt.



Video-Kommentar von Joachim Goldberg



Sentiment-Index institutioneller Anleger



BullishBearishNeutral
Total50%29%21%
ggü. letzter Erhebung-5%+2%+3%

DAX (Veränderung zu vergangener Woche): 11.760 (-180 Pkt.)
Börse Frankfurt Sentiment-Index Institutionelle Anleger: Punkte +21 (Stand Vorwoche: +28 Punkte)



Sentiment-Index privater Anleger

BullishBearishNeutral
Total55%29%16%
ggü. letzter Erhebung+9%-10%+1%

DAX (Veränderung zu vergangener Woche): 11.760 (-180 Pkt.)
Börse Frankfurt Sentiment-Index Private Anleger: +26 Punkte (Stand Vorwoche: +7 Punkte)


Über den Börse Frankfurt Sentiment-Index

Der Börse Frankfurt Sentiment-Index bewegt sich zwischen -100 (totaler Pessimismus) und +100 (totaler Optimismus), der Übergang von positive in negative Werte markiert die neutrale Linie.

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