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12.07.2017 12:00:59
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Kolumne

Marktstimmung: "Warten auf Kursgewinne"



Sowohl Preise als auch Investoren verharren auf der Stelle. Die neutral zu wertende Stimmung, schwindende potentielle Nachfrage und Sättigung seitens der internationalen Investoren verheißen nach Goldbergs Meinung nichts Gutes.
Zusammenfassung

12. Juli 2017. FRANKFURT (Börse Frankfurt). Börsianer und Devisenhändler scheinen derzeit eine unterschiedliche Sichtweise der Finanzmärkte zu haben. Denn während der Wechselkurs des Euro gegenüber dem US-Dollar seit der wichtigen Rede Mario Draghis im portugiesischen Sintra vor zwei Wochen vor allem während der vergangenen Tage deutlich zugelegt hat und Analysten mittlerweile von einem noch höheren Wechselkurs ausgehen, halten sich die Aktienhändler eher bedeckt. Zumindest was die vergangenen Handelstage angeht, scheint sich bei den Devisenhändlern die Meinung verfestigt zu haben, dass der EZB-Präsident - entgegen der Relativierung durch manche Ratsmitglieder - einen wesentlichen Impuls dafür gegeben hat, dass sich die Zentralbank zumindest gedanklich demnächst mit einem Ausstieg aus der ultralockeren Geldpolitik befassen dürfte: Der Euro hat seither um mehr als 2 Prozent gegenüber dem US-Dollar an Wert gewonnen.

Diese Meinung scheint sich bei den mittelfristig orientierten institutionellen Anlegern, die wir allwöchentlich befragen, zumindest während der vergangenen 14 Tage nicht so richtig durchsetzen zu wollen. Zum zweiten Mal hintereinander stellen wir einen anziehenden Börse Frankfurt Sentiment-Index fest, der sich zwar noch in negativem Terrain befindet, aber gegenüber der Vorwoche erneut gestiegen ist - dieses Mal um 3 Punkte auf einen Stand von -5 Punkte.



Obgleich die Pessimisten immer noch über eine kleine Mehrheit verfügen, wird deutlich, dass ein guter Teil dieser Investoren sich gerade während der vergangenen beiden Wochen als Käufer in die DAX-Schwäche betätigt hat. Da sich das Börsenbarometer gegenüber der Vorwoche gerade einmal um 0,2 Prozent befestigt hat und sich auch zwischenzeitlich kaum wesentlich bessere Verkaufsgelegenheiten ergaben, ist es nur verständlich, dass sich die Zahl der Optimisten aus der Vorwoche nicht verringert hat. So gesehen, wird Mario Draghi bei diesen Akteuren offenbar ausgeblendet.

Ausländische Investoren erfreuen sich an Wechselkursgewinnen

Bei den Privatanlegern ergibt sich ein ähnliches Bild. Immerhin sind hier ein paar Bären hinzugekommen, wobei es sich überwiegend jedoch nicht um bekehrte Optimisten handelt. Der Börse Frankfurt Sentiment-Index fällt in diesem Panel um 4 Punkte auf einen Stand von -9 Punkte.

Stellt man unter dem Strich gerade bei den institutionellen Investoren noch einen leichten Optimismus fest, relativiert sich der Börse Frankfurt Sentiment-Index von -5 Punkte, der mit der heutigen Erhebung ziemlich genau auf seinem sechs Monatsdurchschnitt liegt und damit als neutral einzustufen ist.

Damit vermittelt die aktuelle Positionierung der Investoren den Eindruck, dass die Optimisten derzeit auf ein Aufbäumen des DAX warten. Denn das, was das Börsenbarometer manchem Optimisten bislang geboten hat, ist seit den umfangreichen Käufen, die wir bei der vergangenen Befragung festgestellt haben, bislang zu wenig gewesen. Deswegen gehen wir nach wie vor davon aus, dass der DAX bereits nach einem Kurszuwachs von 2 Prozent (bezogen auf den heutigen Stichtagskurs von 12.480 Zählern) gedeckelt sein dürfte. Die Unterseite bleibt hingegen weich, denn etwaige weitere Nachfrage aus heimischen Quellen ist bereits zu einem guten Teil befriedigt worden.

Internationale Investoren hingegen dürfen sich momentan vor allen Dingen über den gestiegenen Kurs des Euro (nicht nur gegenüber dem US-Dollar) freuen. Sie haben seit dem Allzeithoch des DAX vom 20. Juni nur ganz wenig Geld verloren. Da der Anteil dieser Anleger in Aktien der Eurozone immer noch relativ hoch sein dürfte, ist jedoch nicht anzunehmen, dass diese Investoren im Falle einer erneuten DAX-Schwäche zu Hilfe kommen würden. Mit anderen Worten: Die Wetterlage für das Börsenbarometer bleibt ungünstig.

Ihre Meinung zählt: Markterwartungen von Investoren

Die Stimmen der professionellen Teilnehmer wurden bislang von privaten Anlegern ergänzt, die unter den aktivsten Tradern verschiedener Online-Broker rekrutiert wurden. Diesen Teil des Sentiment-Index stellt die Börse Frankfurt nun auf breitere Füße.

Alle interessierten Anleger sind aufgerufen mitzumachen. Es dauert nur 15 Sekunden. Sie bekommen jeden Dienstag eine E-Mail mit einem Umfrage-Link. Ein Klick und fertig. Dafür erhalten Sie die Ergebnisse der Analyse sofort per E-Mail zugesandt.

Möchten Sie teilnehmen? Dann schreiben Sie einfach eine E-Mail an sentiment@deutsche-boerse.com.



Börse Frankfurt Sentiment-Index





Institutionelle Anleger

BullishBearishNeutral
Total34%39%27%
ggü. letzter Erhebung+1%-2%+1%

DAX (Veränderung zu vergangener Woche): 12.480 (+30 Punkte)
Börse Frankfurt Sentiment-Index Institutionelle Anleger: -5 Punkte (Stand Vorwoche: -8 Punkte)

DAX-Entwicklung im betrachteten Zeitraum





Private Anleger

BullishBearishNeutral
Total36%45%19%
ggü. letzter Erhebung-1%+3%-2%

DAX (Veränderung zu vergangener Woche): 12.480 (+30 Punkte)
Börse Frankfurt Sentiment-Index Private Anleger: -9 Punkte (Stand Vorwoche: -5 Punkte)

12. Juli 2017, © Goldberg & Goldberg für boerse-frankfurt.de


Über den Börse Frankfurt Sentiment-Index

Der Börse Frankfurt Sentiment-Index bewegt sich zwischen -100 (totaler Pessimismus) und +100 (totaler Optimismus), der Übergang von positiven in negative Werte markiert die neutrale Linie. Die Werte des früheren Cognitrend Bull/Bear-Index sind auf die neue Skalierung umgerechnet worden.

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