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16.12.2015 19:12:42
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Kolumne

Marktstimmung: "Warten auf die nächste Bescherung"



Der - stoische Glaube - an eine Jahresendrallye treibt den Optimismus in gefährliche Höhen.
Zusammenfassung

16. Dezember 2015. FRANKFURT (Börse Frankfurt). Man sieht es dem DAX gar nicht mehr an, dass er seit unserer vergangenen Stimmungserhebung kurzfristig mehr als 5 Prozent seines Wertes verloren hatte - im Vergleich dazu nimmt sich der Verlust von 2,1 Prozent in der Punktbetrachtung fast schon harmlos aus. Allerdings dürfte dieser dramatische, wenn auch nur temporäre Kursverfall des Börsenbarometers kaum durch Panikverkäufe der mittelfristig orientierten institutionellen Investoren unseres Panels ausgelöst worden sein. Dass es dennoch zu diesem Kursrutsch kam, dürfte, wie im vorherigen Kommentar angedeutet, eher einer zunächst ausbleibenden Nachfrage zuzuschreiben sein.

Doch die deutliche DAX-Korrektur bot noch einmal die Gelegenheit, zu günstigen Einstiegspreisen zuzuschlagen oder zu bereits bestehenden Engagements hinzuzumischen, wie die Entwicklung der heutigen Stimmungslage zeigt. Denn der Börse Frankfurt Sentiment-Index dieser Anlegergruppe steht nun mit einem Wert von +49 Punkten so hoch wie zuletzt im November 2006. Dieses abermalige leichte Plus von vier Punkten verdankt sich im Übrigen fast nur vormals neutral eingestellten Akteuren - denn die Gruppe der Pessimisten ist nun das dritte Mal hintereinander stabil mit einem Anteil von 19 Prozent der Befragten vertreten.

Notenbanksitzungen scheinen also im Vorfeld so etwas wie eine positive Ausstrahlung zu besitzen. Längst vergessen sind bei den Akteuren die enttäuschend ausgefallenen geldpolitischen Geschenke, die sich mancher Börsianer vom ersten Weihnachtsmann in Gestalt des EZB-Präsidenten Mario Draghi erhofft hatte. Dieses Mal liegt die Geschichte jedoch anders. Zwar gilt es als ausgemacht, dass der Offenmarktausschuss der US-Notenbank (FOMC) heute zum ersten Mal seit fast zehn Jahren den Leitzins anheben wird. Aber die Frage, was danach kommen wird, ist für viele Marktteilnehmer noch längst nicht beantwortet. Doch zeigen sich die Akteure unseres Panels durch diese Unsicherheit nur wenig beeindruckt. Viel wichtiger scheint die Hoffnung, dass es während der letzten Handelstage in diesem Jahr wie so oft noch einmal zu einer abschließenden Rallye der Aktienkurse kommt, bei der man auf jeden Fall dabei sein möchte.


Gewagte Schlittenfahrt

Privatanleger, die sich in der Vorwoche weit weniger optimistisch gaben als ihre institutionellen Pendants, haben den kräftigen Rücksetzer des DAX ebenfalls zu einem Neueinstieg genutzt. Nicht nur, dass Pessimisten aus der Vorwoche ihre Gewinne mitgenommen haben. Auch fast ein Drittel vormals neutral gestimmter Akteure ist noch einmal auf Shopping-Tour gegangen. Damit hat sich der Börse Frankfurt Sentiment-Index um satte 21 Zähler auf einen Wert von +51 Punkten erhöht - zur Erinnerung: Das Allzeithoch aus diesem Jahr rührt vom 18. November und liegt bei +54 Punkten.

Damit mag die Fed-Präsidentin Janet Yellen heute Abend die Funktion eines Christkinds einnehmen, dessen Statement die Börsianer mit Spannung entgegensehen, aber ohne eine bedrohliche Aussage zu erwarten. Vielmehr hat man sich schon längst festlich, sprich bullish, positioniert, wobei der Optimismus der institutionellen und der privaten Anleger seit Beginn der gemeinsamen Aufzeichnungen in summa noch nie so hoch gewesen ist.

Naturgemäß gefällt uns ein derartig hoher Optimismus nicht besonders, vor allen Dingen, wenn er wie zuletzt in einem fallenden Markt entstanden ist. Selbst wenn sich die allseits erwartete Weihnachtsrallye tatsächlich einstellen sollte, dürften die dabei anfallenden Gewinne spätestens zu Beginn des kommenden Jahres teilweise realisiert werden. Bleibt zu hoffen, dass die Weihnachtspäckchen der US-Notenbank nicht das ein oder andere ungenießbare Statement enthalten, welches den Börsianern angesichts ihrer hohen Zuversicht noch vor Weihnachten unangenehm aufstoßen könnte. Kurz um, der DAX bleibt gefährdet. von Joachim Goldberg, Goldberg & Goldberg für boerse-frankfurt.de
© 16. Dezember 2015.

[1] Der Börse Frankfurt Sentiment-Index bewegt sich zwischen -100 (totaler Pessimismus) und +100 (totaler Optimismus), der Übergang von positiven in negative Werte markiert die neutrale Linie. Die Werte des früheren Cognitrend Bull/Bear-Index sind auf die neue Skalierung umgerechnet worden.


Börse Frankfurt Sentiment-Index



Institutionelle Anleger

BullishBearishNeutral
Total68%19%13%
ggü. vorheriger Erhebung+4%unverändert-4%

DAX (Veränderung zu vergangener Woche): 10.450 Punkte (-220 Punkte)
Börse Frankfurt Sentiment-Index Institutionelle Anleger: +49 Punkte (Stand Vorwoche:+46 Punkte)

DAX-Entwicklung im betrachteten Zeitraum






Private Anleger

BullishBearishNeutral
Total69%18%13%
ggü. vorheriger Erhebung+13%-8%-5%

DAX (Veränderung zur Vorwoche): 10.450 (-220 Punkte)
Börse Frankfurt Sentiment-Index Private Anleger: +51 Punkte (Stand vorherige Woche +30 Punkte)

von Joachim Goldberg, Goldberg & Goldberg für boerse-frankfurt.de © 16. Dezember 2015

Der Börse Frankfurt Sentiment-Index bewegt sich zwischen -100 (totaler Pessimismus) und +100 (totaler Optimismus), der Übergang von positiven in negative Werte markiert die neutrale Linie. Die Werte des früheren Cognitrend Bull/Bear-Index sind auf die neue Skalierung umgerechnet worden.

Der Börse Frankfurt Sentiment-Index bewegt sich zwischen -100 (totaler Pessimismus) und +100 (totaler Optimismus), der Übergang von positiven in negative Werte markiert die neutrale Linie. Die Werte des früheren Cognitrend Bull/Bear-Index sind auf die neue Skalierung umgerechnet worden.

Der Börse Frankfurt Sentiment-Index bewegt sich zwischen -100 (totaler Pessimismus) und +100 (totaler Optimismus), der Übergang von positiven in negative Werte markiert die neutrale Linie. Die Werte des früheren Cognitrend Bull/Bear-Index sind auf die neue Skalierung umgerechnet worden.


Über den Börse Frankfurt Sentiment-Index

Der Börse Frankfurt Sentiment-Index bewegt sich zwischen -100 (totaler Pessimismus) und +100 (totaler Optimismus), der Übergang von positiven in negative Werte markiert die neutrale Linie. Die Werte des früheren Cognitrend Bull/Bear-Index sind auf die neue Skalierung umgerechnet worden.

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