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20.09.2017 14:08:54
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Kolumne

Marktstimmung: "Wie zwischen Weihnachten und Neujahr"



Während die professionellen Anleger skeptischer werden und teilweise "Mini-Gewinne" mitnehmen, steigt der Optimismus der Privatanleger auf ein Jahreshoch - alles in allem für Joachim Goldberg kein ungünstiges Szenario.
Zusammenfassung

20. September 2017. FRANKFURT (Börse Frankfurt). Betrachtet man die Kursentwicklung des DAX seit unserer vergangenen Stimmungserhebung, könnte man fast meinen, es sei bereits Weihnachten. Denn das Börsenbarometer hat seit vergangenem Mittwoch lediglich eine Bandbreite von 113 DAX-Zählern durchschritten, so wenig Bewegung lässt sich normalerweise nur in der Woche zwischen Weihnachten und Neujahr feststellen.



Und so ist es auch kein Wunder, dass einige institutionelle Anleger dem DAX ein wenig enttäuscht den Rücken gekehrt haben. Denn angesichts des hohen Optimismus und der kräftigen Aufwärtsbewegung, die wir noch bei unserer letzten Befragung festgestellt hatten, dürften sich die Investoren weitaus höhere Kursgewinne versprochen haben. Stattdessen ist eine gewisse Ernüchterung eingekehrt, denn der Börse Frankfurt Sentiment-Index ist um 6 Punkte auf einen Stand von nunmehr +12 Punkte gefallen. Diese Verschiebung ist zwar nicht riesengroß, zeigt jedoch einen Hang zur Mitnahme von Mini-Gewinnen.

Natürlich könnte man auch von einer Aversion gegen das heute bevorstehende Ereignisrisiko, die zu Ende gehende Sitzung der US-Notenbank, sprechen. Zwar ist es für die meisten Marktteilnehmer eine ausgemachte Sache, dass die Fed die beabsichtigte Rückführung ihrer Bilanzsumme bekannt geben wird. Allerdings wird gleichzeitig erwartet, dass sich die Notenbank lediglich passiv verhalten will, indem sie auslaufende Hypotheken-und Staatsanleihen nicht mehr verlängern wird - eine Ankündigung, an die sich die Marktteilnehmer schon längst gewöhnt haben dürften.

Auch wenn vielerorts davon ausgegangen wird, dass der Offenmarktausschuss (FOMC) keinen Hinweis auf eine etwaige weitere Zinserhöhung im Dezember geben wird, schließt mittlerweile eine Mehrheit der Händler einen derartigen Schritt dennoch nicht mehr aus. Und so richtet sich das Augenmerk der Börsianer auf die am heutigen Abend zu veröffentlichenden Zinsprognosen, die sogenannten "Dot Plots", der Notenbanker. Und da sich nicht nur hierzulande die Aktienmärkte minimal und ohne den Drive der Vorwoche nach oben voran tasteten, scheint zudem die Angst vor einer unmittelbar bevorstehenden, kräftigen Korrektur umso größer zu sein.

Privatanleger sind keine Angsthasen

Diese Tendenz sehen wir allerdings nicht in der Haltung der Privatanleger. Deren Börse Frankfurt Sentiment-Index ist im Vergleich zur Vorwoche noch einmal um 5 Punkte gestiegen, was nicht nur ein neues Jahreshoch, sondern als beste Stimmung seit dem 7. Dezember 2016 zu verzeichnen ist. Fast könnte man bei einem Sentiment-Index von +24 Punkten, und damit doppelt so hoch wie der der institutionellen Investoren, den Eindruck gewinnen, diese Gruppe erwarte bereits heute eine vorgezogene Jahresschlussrallye.

Damit driften die zuletzt im Gleichklang befindlichen Stimmungsbilder privater und institutioneller Investoren wieder deutlich auseinander. Dennoch gibt uns der recht hohe Optimismus - normalerweise ein Kontraindikator - der privaten Anleger keinen Grund zur Sorge. Zumal die institutionellen Pendants ihre bullishen Engagements gegenüber der Vorwoche etwas abgebaut haben. Damit ist im Falle eines Rückschlags des DAX genügend Nachfrage vorhanden, um größere Rücksetzer abzumildern.

Viel interessanter dürfte sich die Situation jedoch gestalten, falls sich die vielfach befürchteten Abwärtskorrekturen im Aktienmarkt überhaupt nicht erst einstellen und der DAX wider Erwarten sogar eine stärkere Aufwärtsdynamik entwickelt. Denn in der Folge müssten die heute zu vorsichtig agierenden Investoren dem Markt hinterher laufen. Das alles ist für den DAX nicht negativ.

Ihre Meinung zählt: Markterwartungen von Investoren

Die Stimmen der professionellen Teilnehmer wurden bislang von privaten Anlegern ergänzt, die unter den aktivsten Tradern verschiedener Online-Broker rekrutiert wurden. Diesen Teil des Sentiment-Index stellt die Börse Frankfurt nun auf breitere Füße.

Alle interessierten Anleger sind aufgerufen mitzumachen. Es dauert nur 15 Sekunden. Sie bekommen jeden Dienstag eine E-Mail mit einem Umfrage-Link. Ein Klick und fertig. Dafür erhalten Sie die Ergebnisse der Analyse sofort per E-Mail zugesandt.

Möchten Sie teilnehmen? Dann schreiben Sie einfach eine E-Mail an sentiment@deutsche-boerse.com.



Börse Frankfurt Sentiment-Index





Institutionelle Anleger

BullishBearishNeutral
Total44%32%24%
ggü. letzter Erhebung-4%+2%+2%

DAX (Veränderung zu vergangener Woche): 12.560 (+40 Punkte)
Börse Frankfurt Sentiment-Index Institutionelle Anleger: +12 Punkte (Stand Vorwoche: +18 Punkte)

DAX-Entwicklung im betrachteten Zeitraum





Private Anleger

BullishBearishNeutral
Total53%29%18%
ggü. letzter Erhebung+3%-2%-1%

DAX (Veränderung zu vergangener Woche): 12.560 (+40 Punkte)
Börse Frankfurt Sentiment-Index Private Anleger: +24 Punkte (Stand Vorwoche: +19 Punkte)

20. September 2017, © Goldberg & Goldberg für boerse-frankfurt.de


Über den Börse Frankfurt Sentiment-Index

Der Börse Frankfurt Sentiment-Index bewegt sich zwischen -100 (totaler Pessimismus) und +100 (totaler Optimismus), der Übergang von positiven in negative Werte markiert die neutrale Linie. Die Werte des früheren Cognitrend Bull/Bear-Index sind auf die neue Skalierung umgerechnet worden.


Über den Börse Frankfurt Sentiment-Index

Der Börse Frankfurt Sentiment-Index bewegt sich zwischen -100 (totaler Pessimismus) und +100 (totaler Optimismus), der Übergang von positive in negative Werte markiert die neutrale Linie.

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