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10.05.2017 13:51:15
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Kolumne

Marktstimmung: "Zu schnell zu hoch"



Die Anleger trauen der Hausse nicht, sie ziehen mehrheitlich auf die Bärenseite und setzen auf fallende Preise. Was nach Ansicht von Joachim Goldberg den Markt stützen sollte, falls die Kurse einen Rückzieher machen.
Zusammenfassung

10. Mai 2017. FRANKFURT (Börse Frankfurt). Eigentlich haben Aktienkäufer derzeit keine stichhaltigen Argumente mehr, um ihre Entscheidung zu begründen. Denn alles scheint eingepreist. Das Frankreich-Risiko, die Präsidentschaftswahl, ist abgehakt, die Aktien-Bewertungen sind für viele Analysten zu hoch, positive ökonomische Überraschungen "eher schwierig" und was aus den USA an frischen positiven Impulsen kommen soll, ist für viele Akteure mit einem Fragezeichen versehen.

Dann gibt es natürlich noch die technischen und psychologischen Argumente, sich nicht ausgerechnet in der Nähe des Allzeithochs als späte Käufer outen zu wollen. Zumal subjektiv jedes neue Allzeithoch gleichzeitig mit dem vergrößerten Risiko eines massiven Rückfalls des DAX wahrgenommen wird. Charttechniker werden mancherorts nicht müde, auf einen überkauften Aktienmarkt hinzuweisen, weil sich am Allzeithoch viele Indikatoren naturgemäß in Extrembereichen befinden müssen.

Außerdem ist vielen Börsianern die Volatilität des DAX derzeit viel zu niedrig und, gemessen am VDAX-New, überdies nicht mehr weit vom bisherigen Jahrestief entfernt, was für viele einem drohenden Verkaufssignal für den DAX gleichkommt.

Verhaltensorientierte Marktbeobachter könnten mit "zu viel Sorglosigkeit" der Händler argumentieren. Mit anderen Worten: Für die Mehrheit der Marktteilnehmer ist der DAX zu schnell und zu steil nach oben gelaufen.

All diese Argumente mögen auch die von uns in jeder Woche befragten mittelfristig orientierten institutionellen Anleger verinnerlicht haben, denn deren Stimmung hat sich gegenüber der Vorwoche deutlich verschlechtert. So ist unser Börse Frankfurt Sentiment-Index um satte 22 Punkte gefallen und zeigt nun einen Stand von -16 Punkte an, das ist der Zweitniedrigste, der bisher in diesem Jahr gemessen wurde. Diese Veränderung ins Negative fällt deswegen so deutlich aus, weil ehemals positiv gestimmte Akteure es nicht nur bei Gewinnmitnahmen belassen, sondern sich sogleich für die entgegengesetzte Position entschieden haben. Hinzu kommen auch vormals neutral gestimmte Marktteilnehmer, die sich auf die Seite der Bären geschlagen haben. Ihr Anteil an der gesamten Gruppe der "Überläufer" liegt bei circa 30 Prozent.

Déja vu

Eine ähnliche Entwicklung stellen wir bei den Privatanlegern fest, deren Börse Frankfurt Sentiment-Index jedoch "nur" um 15 Punkte auf einen Stand von nunmehr -7 Punkte gefallen ist. Vor allem, weil sich in dieser Gruppe die Tendenz, gegen den Trend zu halten, nicht so stark wie bei den institutionellen Pendants durchgesetzt hat. Vielmehr hat sich in diesem Fall ein guter Teil der Marktteilnehmer mit Gewinnmitnahmen begnügt.

Die heutige Sentiment-Erhebung zeigt erneut, wie bereits mehrfach in diesem Jahr, dass eine deutliche Aversion dagegen besteht, in der Nähe von Allzeithochs als Käufer aufzutreten. Zuletzt wurde dies schon einmal bei unserer Umfrage am 22. März erkennbar, als der Börse Frankfurt Sentiment-Index der institutionellen Akteure bei -20 Punkten lag. Seinerzeit kamen die von der Mehrheit erhofften technischen Korrekturen des DAX nicht zustande; stattdessen ergab sich in der Folgewoche ein deutlicher Anstieg des DAX - stichtagsbezogen um 2,7 Prozent. Die Gefahr, dass sich dieses Szenario wiederholt, ist auch heute nicht unerheblich.

Für den DAX jedenfalls ist das Ergebnis der heutigen Stimmungserhebung nicht als negativ zu werten. Denn die neuen Pessimisten werden im Falle eines Rücksetzers wahrscheinlich nicht zögern, ihre Gewinne in Form von Rückkäufen zu realisieren. Und zwar eher früher als später, zumal die bisherigen größeren Korrekturen im Aufwärtstrend des DAX seit der Wahl Donald Trumps zum US-Präsidenten im vergangenen November eher bescheiden ausfielen. Im Durchschnitt lagen sie bei 3 Prozent. Um die heutigen Pessimisten andererseits zur Aufgabe bewegen zu können, müsste das Börsenbarometer allerdings schon deutlich über 13.000 Zähler steigen.
Ihre Meinung zählt: Markterwartungen von Investoren

Die Stimmen der professionellen Teilnehmer wurden bislang von privaten Anlegern ergänzt, die unter den aktivsten Tradern verschiedener Online-Broker rekrutiert wurden. Diesen Teil des Sentiment-Index stellt die Börse Frankfurt nun auf breitere Füße.

Alle interessierten Anleger sind aufgerufen mitzumachen. Es dauert nur 15 Sekunden. Sie bekommen jeden Dienstag eine E-Mail mit einem Umfrage-Link. Ein Klick und fertig. Dafür erhalten Sie die Ergebnisse der Analyse sofort per E-Mail zugesandt.

Möchten Sie teilnehmen? Dann schreiben Sie einfach eine E-Mail an sentiment@deutsche-boerse.com.



Börse Frankfurt Sentiment-Index





Institutionelle Anleger

BullishBearishNeutral
Total33%49%18%
ggü. letzter Erhebung-9%+13%-4%

DAX (Veränderung zu vergangener Woche): 12.730 (+230 Punkte)
Börse Frankfurt Sentiment-Index Institutionelle Anleger: -16 Punkte (Stand Vorwoche: +6 Punkte)

DAX-Entwicklung im betrachteten Zeitraum





Private Anleger

BullishBearishNeutral
Total36%43%21%
ggü. letzter Erhebung-9%+6%+3%

DAX (Veränderung zu vergangener Woche): 12.730 (+230 Punkte)
Börse Frankfurt Sentiment-Index Private Anleger: -7 Punkte (Stand Vorwoche: +8 Punkte)

von: Joachim Goldberg
10. Mai 2017, © Goldberg & Goldberg für boerse-frankfurt.de


Über den Börse Frankfurt Sentiment-Index

Der Börse Frankfurt Sentiment-Index bewegt sich zwischen -100 (totaler Pessimismus) und +100 (totaler Optimismus), der Übergang von positive in negative Werte markiert die neutrale Linie.

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