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13.02.2019 13:19:48
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Kolumne

Marktstimmung: "Zu viel Angst und zu wenig Kaufinteresse"



Die hiesigen Anleger halten sich zurück, während internationale Investoren scheinbar wieder Appetit auf hiesige Aktien bekommen - eine gute Mischung für Optimisten.



13. Februar 2019. FRANKFURT (Börse Frankfurt). Dass sich die Einschätzung der globalen Risiken etwas verbessert hat, zeigt sich zumindest an der Entwicklung des US-Aktienmarktes, der, gemessen am breit gestreuten S&P 500 Index, gestern schon wieder ein neues Jahreshoch erreichte, trotz der Abwärtskorrektur zum Ende der vergangenen Woche. Ganz im Gegensatz dazu blieb der DAX bislang deutlich hinter seinem höchsten Kurs des Jahres von vor gut einer Woche zurück. Natürlich kann man einwenden, dass die ökonomische Entwicklung in der Eurozone, aber auch hierzulande derzeit alles andere als ermutigend ist. Auf der anderen Seite scheint man vor allen Dingen jenseits des Atlantiks auf Fortschritte bei den US-chinesischen Gesprächen zur Lösung des Handelskonflikts zu setzen. Aber auch die Aussicht, dass die öffentlichen Einrichtungen in den USA im Rahmen eines so genannten Government Shutdown nicht noch einmal geschlossen werden, haben zumindest dortzulande für Zuversicht gesorgt. Und dies, obwohl die gestern publizierte BofA Merrill Lynch-Umfrage unter internationalen Fondsmanagern zu Tage förderte, dass diese mehrheitlich zumindest per 7. Februar ausgerechnet in US-Aktien untergewichtet waren.

Diesen leichten Pessimismus konnten wir in der vergangenen Woche übrigens auch bei den von uns wöchentlich befragten mittelfristig orientierten institutionellen Anlegern feststellen. Deren Stimmung hat sich seither auch nicht wesentlich gebessert, denn der Börse Frankfurt Sentiment-Index zeigt gegenüber der Vorwoche gerade einmal einen Zuwachs von 5 Punkten und liegt jetzt bei einem Stand von +3 Punkten. Und dieses kleine Plus ist auch nur deswegen entstanden, weil bearishe Investoren ihre Engagements zu erheblich niedrigeren Kursen wieder eingedeckt hatten. Allerdings überrascht die niedrige Zahl der Kaufwilligen, denn das Börsenbarometer war in der vergangenen Woche zeitweise immerhin um mehr als 4 Prozent gefallen. Mit anderen Worten: Den meisten Pessimisten war eine bleibende Absicherung wichtiger als kurzfristige Gewinnmitnahmen. Ein recht seltenes Phänomen.

"Cash is king"

Dass es bei den zuletzt viel optimistischeren Privatanlegern bisher nicht zu einem größeren Stimmungsumschwung kam, ist indes verständlich. Tatsächlich haben auch nur ganz wenige die Notbremse in der vergangenen Woche gezogen, so dass der Börse Frankfurt Sentiment-Index dieser Gruppe gegenüber der Vorwoche gerade einmal um 3 Punkte auf einen Stand von immer noch +17 Punkte gefallen ist. Kurzum: Das Gros der Befragten hat die Performance-Durststrecke des DAX ausgesessen.

Per Saldo hat sich also stimmungstechnisch gegenüber der Vorwoche nicht allzu viel geändert. Und selbst beim leichten Optimismus der institutionellen Anleger handelt es sich eigentlich um einen relativen Pessimismus, wenn man die Sentiment-Mittelwerte der vergangenen Monate betrachtet. Ein relativer Pessimismus, der nachvollziehbar ist, wenn man bedenkt, dass vorgenannte BofA Merrill Lynch-Umfrage einen gestiegenen Pessimismus hinsichtlich des globalen Wachstums feststellt. Eine Vorsicht, die sich übrigens auch anderweitig zeigt: Netto 44 Prozent der Fondsmanager steckten ihre Liquidität in einem Maße vornehmlich in Geldmarktpapiere, wie dies zuletzt im Jahr 2009 der Fall war. Immerhin gibt es auch einen Lichtblick, denn die gleichen Fondsmanager gewichten nun wieder Aktien der Eurozone deutlich stärker: Nach deren Untergewichtung im Januar (netto -11 Prozent) wird nun eine leichte Übergewichtung von 5 Prozent gemeldet. Ein Turn-around, von dem auch deutsche Aktien profitiert haben dürften. Zusammen mit unserer eigenen Sentiment-Umfrage sind dies eigentlich keine schlechten Nachrichten für den DAX. Denn die derzeitige Zurückhaltung der professionellen Anleger hinsichtlich stärkerer Aktienengagements dürfte sich bei einem Nachrichtenumfeld bei bereits kleineren positiven Überraschungen in ordentliche Nachfrage verwandeln.

13. Februar 2019, © Goldberg & Goldberg für boerse-frankfurt.de

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Alle interessierten Anleger sind aufgerufen mitzumachen. Es dauert nur 15 Sekunden. Sie bekommen jeden Dienstag eine E-Mail mit einem Umfrage-Link. Sie erhalten die Ergebnisse der Analyse per E-Mail zugesandt.



Video-Kommentar von Joachim Goldberg



Sentiment-Index institutioneller Anleger



BullishBearishNeutral
Total38%35%27%
ggü. letzter Erhebung+0%-5%+5%

DAX (Veränderung zu vergangener Woche): 11.180 (-160 Pkt.)
Börse Frankfurt Sentiment-Index Institutionelle Anleger: +3 Punkte (Stand Vorwoche: -2 Punkte)



Sentiment-Index privater Anleger



BullishBearishNeutral
Total46%29%25%
ggü. letzter Erhebung-4%-1%+5%

DAX (Veränderung zu vergangener Woche): 11.180 (-160 Pkt.)
Börse Frankfurt Sentiment-Index Private Anleger: +17 Punkte (Stand Vorwoche: +20 Punkte)



Über den Börse Frankfurt Sentiment-Index

Der Börse Frankfurt Sentiment-Index bewegt sich zwischen -100 (totaler Pessimismus) und +100 (totaler Optimismus), der Übergang von positive in negative Werte markiert die neutrale Linie.

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