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24.10.2018 14:00:26
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Kolumne

Marktstimmung: "Zu viel des Schlechten"



Während die Profis eine Reißleine gezogen haben und in großer Zahl jetzt short sind, wollen die Privatinvestoren scheinbar die Misere aussitzen. Insgesamt aber eine etwas bequemere Lage für alle in Aktien engagierten Anleger.
24. Oktober 2018. FRANKFURT (Börse Frankfurt). Man könnte es sich einfach machen und alles Börsen-Ungemach seit vergangenem Mittwoch auf Italien schieben. Sicherlich hat die Tatsache, dass die EU den Haushaltsentwurf der italienischen Regierung zurückgewiesen hat - ein bislang einmaliger Vorgang, zur Verunsicherung der Akteure beigetragen. Auch kann man sich gut vorstellen, dass die nächsten Wochen zwischen Italien und der EU-Kommission nicht reibungslos verlaufen werden, wenn es darum geht, dass Rom seinen umstrittenen Haushalt für 2019 an die Erfordernisse des EU-Stabilitätspakts angleichen soll - oder die noch nie da gewesene offizielle Forderung aus Brüssel an eines ihrer Mitglieder, seine Ausgabepläne anzupassen, gar nicht erst in Angriff nimmt. Drei Wochen hat die italienische Regierung nun Zeit, Änderungen vorzunehmen.

Die von manchen Kommentatoren als "beispiellos" betitelte Forderung der EU mag zwar auf den ersten Blick, vor allen Dingen, wenn sie auch noch als Eilmeldung über die Ticker läuft, Angst und Schrecken verbreitet haben. Aber bei genauem Hinsehen stellt sich heraus, dass viele Finanzmarktteilnehmer von dieser Entwicklung nicht wirklich überrascht wurden. Dies zeigt sich etwa am Stand der Renditen italienischer Staatsanleihen, die zwar zwischendurch deutlich angezogen hatten, sich aber zum Erhebungszeitpunkt unserer heutigen Umfrage im großen Ganzen auf dem Stand vom vergangenen Mittwoch befinden.

Dass es letztlich auch die US-Börsen erwischt hat, ist auch der US-Notenbank zu verdanken, die etwa in ihrem in der vergangenen Woche veröffentlichten Sitzungsprotokoll ihres Offenmarktausschusses (FOMC) den Finanzmärkten signalisierte, dass sie mit der Politik ihrer schrittweisen Zinserhöhungen weitermachen werde, möglicherweise auch über den neutralen Zins, also derjenige Zinssatz, der das Wachstum weder fördert noch hemmt, hinaus.

Und so wundert es nicht, dass die von uns befragten mittelfristig orientierten institutionellen Anleger vielfach die Notbremse gezogen haben. Dies wird am Börse Frankfurt Sentiment-Index besonders deutlich, der um 45 Punkte auf einen Stand von -24 Punkte gefallen ist. Dass es für viele Investoren offensichtlich zu viel des Schlechten geworden ist, zeigt sich auch daran, dass sich 23 Prozent aller Befragten direkt vom Bullen- ins Bärenlager begeben haben. Dass es sich dabei vielfach um eine Kapitulation gehandelt haben dürfte, wird auch daran deutlich, dass der DAX seit unserer vergangenen Erhebung nur noch rund 30 Punkte zulegen konnte und danach im Wochenvergleich 4,2 Prozent an Wert verlor.

Privatanleger sitzen es aus

Blickt man indes auf die Stimmung bei den Privatanlegern, könnte bei alleiniger Betrachtung der nackten Zahlen der Eindruck entstehen, dass die Ereignisse um Italien und um die Zinsentwicklung in den USA, ganz zu schweigen von den negativen Meldungen von der politischen Bühne, kaum einen Einfluss ausgeübt haben. Denn der Börse Frankfurt Sentiment-Index dieses Panels hat sich gerade einmal um 11 Punkte auf einen Stand von +15 Punkte zurück gebildet, weswegen sich eine große Kluft zur Stimmung der institutionellen Pendants aufgetan hat. Dabei dürfte der Optimismus der Privatanleger nicht auf einer völlig anderen Einschätzung der Börsensituation beruhen.

Allerdings stellte sich bei unserer vergangenen Erhebung die Performance der Privatanleger wesentlich günstiger als diejenige der Institutionellen dar. Während letztere überwiegend darauf hofften, aus einer Verlustsituation heraus ihre alten Einstandspreise wieder zu erreichen, konnten sich die Privatanleger bereits in der Vorwoche vielfach über aufgelaufene Buchgewinne freuen, die man gerne zu höheren Kursen realisiert hätte. Jene sind nun dahin geschmolzen und haben sich durch den Kursverfall des DAX in unrealisierte Verluste verwandelt, die ein Teil der von uns befragten Börsianer - sonst so disziplinierte Marktteilnehmer - offensichtlich aussitzen möchte. Der absolute Pessimismus der institutionellen Marktteilnehmer hingegen - das Bärenlager ist so groß wie zuletzt am 28. Juni 2017 - hat unterdessen den größten Druck aus dem DAX herausgenommen. Denn die Bären von heute können dem DAX im Falle weiterer Kursverluste durch ihre mögliche Nachfrage auf niedrigeren Niveaus eine Stütze sein. 24. Oktober 2018, © Goldberg & Goldberg für boerse-frankfurt.de

Ihre Meinung zählt: Markterwartungen von Investoren

Alle interessierten Anleger sind aufgerufen mitzumachen. Es dauert nur 15 Sekunden. Sie bekommen jeden Dienstag eine E-Mail mit einem Umfrage-Link. Sie erhalten die Ergebnisse der Analyse per E-Mail zugesandt.



Video-Kommentar von Joachim Goldberg



Sentiment-Index institutioneller Anleger



BullishBearishNeutral
Total27%51%22%
ggü. letzter Erhebung-23%+22%+1%

DAX (Veränderung zu vergangener Woche): 11.270 (-490 Pkt.)
Börse Frankfurt Sentiment-Index Institutionelle Anleger: Punkte -24 (Stand Vorwoche: +21 Punkte)



Sentiment-Index privater Anleger

BullishBearishNeutral
Total50%35%15%
ggü. letzter Erhebung-5%+6%-1%

DAX (Veränderung zu vergangener Woche): 11.270 (-490 Pkt.)
Börse Frankfurt Sentiment-Index Private Anleger: +15 Punkte (Stand Vorwoche: +26 Punkte)


Über den Börse Frankfurt Sentiment-Index

Der Börse Frankfurt Sentiment-Index bewegt sich zwischen -100 (totaler Pessimismus) und +100 (totaler Optimismus), der Übergang von positive in negative Werte markiert die neutrale Linie.


Über den Börse Frankfurt Sentiment-Index

Der Börse Frankfurt Sentiment-Index bewegt sich zwischen -100 (totaler Pessimismus) und +100 (totaler Optimismus), der Übergang von positive in negative Werte markiert die neutrale Linie.

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