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21.06.2017 12:02:45
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Kolumne

Marktstimmung: "Zwei Schritte vor, einer zurück"



Hektische Stimmungswechsel signalisieren nach Goldbergs Ansicht, dass hiesige Anleger gehörig unter Druck stünden - was den Markt unter bestimmten Voraussetzungen vor der vielfach erwarteten Korrektur schützen könnte.
Zusammenfassung

21. Juni 2017. FRANKFURT (Börse Frankfurt). Viele Börsianer scheinen derzeit etwas irritiert zu sein, weil sich die Aktienkurse hierzulande, aber auch in den USA bei extrem niedriger Volatilität ganz langsam nach oben schrauben. Schon wieder hat es beim DAX während des Berichtszeitraums zwei neue Allzeithochs gegeben. Dazwischen lag eine Korrektur von gerade einmal 2,3 Prozent, die man dem Ausgang der Sitzung des Offenmarktausschusses der US-Notenbank (FOMC) von vergangener Woche zuschreiben kann. Dabei war nicht einmal der dort beschlossene und fast allerorten erwartete Zinsschritt der Fed für den Rücksetzer des DAX maßgeblich. Aber selbst die Aussichten auf eine mögliche straffere Geldpolitik in der zweiten Jahreshälfte schienen den Akteuren am Ende nicht viel Kopfzerbrechen zu bereiten, so dass es zunächst wieder nach oben ging. Nun ist es allerdings noch einmal zu einer Korrektur gekommen - dieses Mal wurden Ängste vor weiter sinkenden Ölpreisen als Ursache genannt.

Man kann nicht mit Sicherheit sagen, ob sich die mittelfristig orientierten institutionellen Investoren, die wir allwöchentlich befragen, tatsächlich von derlei Gedanken haben leiten lassen, als sie sich zu einem großen Teil wieder von ihren bullishen Positionen der Vorwoche trennten. 35 Prozent aller Optimisten haben sich demnach zu großen Teilen (über 80 Prozent!) direkt ins Bärenlager begeben und so dafür gesorgt, dass sich der Börse Frankfurt Sentiment-Index auf fast schon dramatisch anmutende Weise um 28 Punkte auf den zweitniedrigsten Stand dieses Jahres von nunmehr -20 Punkte abgeschwächt hat.

Dieser Stimmungswechsel ist vor allen Dingen deswegen so bemerkenswert, als er trotz der nach wie vor beinahe weltweit vielfach erwarteten Zeiten niedriger Volatilität stattfindet. Auf der anderen Seite zeigen die schnellen Stimmungswechsel die Not vieler Vermögensverwalter, aus kleinsten Korrekturen eine Extra-Rendite erwirtschaften zu müssen, so dass sie, statt mittelfristig zu denken, immer kurzatmiger und hektischer zu agieren scheinen. Aber das auch noch, ohne allzu viel zu riskieren, so dass man sich angesichts möglicher weiterer Allzeithochs und kleiner Korrekturen nach dem Motto "Zwei Schritte vor, einer zurück" bewegt und Gewinne ganz schnell wieder realisiert.

Privatanleger ebenfalls kurzatmiger

Dieses Verhalten ist auch bei den Privatanlegern, wenn auch nicht in gleichem Maße, zu beobachten. Deren Börse Frankfurt Sentiment-Index hat sich nämlich ebenfalls reduziert, aber nur um 12 Punkte auf einen Stand von -14 Punkte - das ist immerhin das niedrigste Niveau des Index seit Anfang Mai 2014.

Per Saldo setzen also sowohl institutionelle als auch private Anleger auf eine DAX-Korrektur, wobei viele der jüngsten Bären nicht auf einen Crash, sondern bestenfalls auf eine akzeptable Gegenbewegung in einer Größenordnung von 3 Prozent, also je nach Einstandspreis auf einen DAX von etwa 11.500/600 Zählern setzen, um dann wieder einzusteigen. Damit ist dem Börsenbarometer gleichzeitig eine ordentliche Stütze gegeben. Allerdings nur solange die in der Eurozone relativ hoch investierten ausländischen Vermögensverwalter keine kalten Füße bekommen und so womöglich größere Kapitalabflüsse verursachen. Ein Maßstab für diese schwer zu fassenden Ströme könnte die Entwicklung des Euro-Wechselkurses gegenüber dem US-Dollar darstellen. Sollte sich die Gemeinschaftswährung nämlich deutlich abschwächen (zurzeit unter 1,0950 US-Dollar), könnte dies ein Indiz für den Abzug ausländischen Kapitals sein. Bis dahin bleibt der DAX in vergleichsweise guter Verfassung.

Ihre Meinung zählt: Markterwartungen von Investoren

Die Stimmen der professionellen Teilnehmer wurden bislang von privaten Anlegern ergänzt, die unter den aktivsten Tradern verschiedener Online-Broker rekrutiert wurden. Diesen Teil des Sentiment-Index stellt die Börse Frankfurt nun auf breitere Füße.

Alle interessierten Anleger sind aufgerufen mitzumachen. Es dauert nur 15 Sekunden. Sie bekommen jeden Dienstag eine E-Mail mit einem Umfrage-Link. Ein Klick und fertig. Dafür erhalten Sie die Ergebnisse der Analyse sofort per E-Mail zugesandt.

Möchten Sie teilnehmen? Dann schreiben Sie einfach eine E-Mail an sentiment@deutsche-boerse.com.



Börse Frankfurt Sentiment-Index





Institutionelle Anleger

BullishBearishNeutral
Total27%47%26%
ggü. letzter Erhebung-15%+13%+2%

DAX (Veränderung zu vergangener Woche): 12.730 (-90 Punkte)
Börse Frankfurt Sentiment-Index Institutionelle Anleger: -13 Punkte (Stand Vorwoche: -20 Punkte)

DAX-Entwicklung im betrachteten Zeitraum





Private Anleger

BullishBearishNeutral
Total34%48%18%
ggü. letzter Erhebung-4%+8%+4%

DAX (Veränderung zu vergangener Woche): 12.730 (-90 Punkte)
Börse Frankfurt Sentiment-Index Private Anleger: -14 Punkte (Stand Vorwoche: -2 Punkte)

21. Juni 2017, © Goldberg & Goldberg für boerse-frankfurt.de


Über den Börse Frankfurt Sentiment-Index

Der Börse Frankfurt Sentiment-Index bewegt sich zwischen -100 (totaler Pessimismus) und +100 (totaler Optimismus), der Übergang von positiven in negative Werte markiert die neutrale Linie. Die Werte des früheren Cognitrend Bull/Bear-Index sind auf die neue Skalierung umgerechnet worden.


Über den Börse Frankfurt Sentiment-Index

Der Börse Frankfurt Sentiment-Index bewegt sich zwischen -100 (totaler Pessimismus) und +100 (totaler Optimismus), der Übergang von positiven in negative Werte markiert die neutrale Linie. Die Werte des früheren Cognitrend Bull/Bear-Index sind auf die neue Skalierung umgerechnet worden.


Über den Börse Frankfurt Sentiment-Index

Der Börse Frankfurt Sentiment-Index bewegt sich zwischen -100 (totaler Pessimismus) und +100 (totaler Optimismus), der Übergang von positive in negative Werte markiert die neutrale Linie.

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