Bitte warten...

01.06.2018 11:19:15
A A | Drucken
Kolumne

Natixis Economics: "US-Zinsen nur scheinbar attraktiv für Anleger aus der Eurozone"



Dirk Schumacher legt dar, warum US-amerikanische Anleihen mit ihrer höheren Verzinsung nur auf den ersten Blick interessant erscheinen.
1. Juni 2018. FRANKFURT (Natixis). Politische Entwicklungen in Italien halten die Marktteilnehmer momentan in Atem. Die Unsicherheit bezüglich des wirtschaftspolitischen Kurses Italiens hat die zehnjährigen Zinsen seit Beginn des Monats von einem Niveau von unter 1,8 Prozent auf mittlerweile über 3 Prozent steigen lassen, während entsprechende deutsche Staatsanleihen bei 0,3 Prozent rentieren. Das italienische Zinsniveau sieht allerdings nur im europäischen Kontext hoch aus. US-amerikanische Staatsanleihen mit derselben Laufzeit rentieren momentan knapp unter 3 Prozent.

Der offensichtliche Nachteil von einer Anlage in US-amerikanischen Staatsanleihen ist das implizite Wechselkurs-Risiko über die Dauer des Investments. Wechselkursschwankungen können schnell den höheren Zinsertrag auffressen - aber natürlich auch einen zusätzlichen Ertrag generieren, sollte die Währung in die richtige Richtung laufen.

Die Volatilität der Devisenmärkte spricht generell gegen ein Engagement in Fremdwährungen ohne Absicherung. Die Berg- und Talfahrt des US-Dollar gegen den Euro ist hierfür exemplarisch: Von einem Niveau von ungefähr 1,40 zu Mitte des Jahres 2014 fiel der Euro fast auf Paritätsniveau zu Beginn des Jahres 2015. Dann folgte eine Phase relativer Stabilität, bevor der Euro wieder signifikant aufwertete und etwa 1,26 zu Beginn diesen Jahres erreichte. Aufgrund dieser starken Schwankungen ist eine Anlage ohne Absicherung letztlich eine Wette auf die Devisenmärkte.



Selbstverständlich kann man das Wechselkursrisiko absichern. Nur ist diese Absicherung im Moment sehr teuer, was letztlich eine Folge der Zinsdifferenz ist und damit zeigt, dass es zumindest in diesem Segment des Finanzmarktes kein "Free Lunch" gibt. Eine grobe Indikation für diese Kosten gibt die Differenz der Drei-Monatszinsen (Investoren rollieren üblicherweise ihre Absicherung über einen Drei-Monatshorizont). Die Intuition, warum letztlich die Zinsdifferenz die Hedging-Kosten widerspiegelt, ist die Folgende: Euro-Investoren kennen schon heute den Betrag in US-Dollar, den sie zu einem späteren Zeitpunkt aufgrund ihres Investments wieder in Euro umtauschen wollen. Sie, oder ein Intermediär, können deshalb schon heute diesen, abdiskontierten, Betrag in US-Dollar leihen und in Euro umtauschen. Dafür müssen sie allerdings die US-Zinsen zahlen und erhält Euro-Zinsen. Liegen die Zinsen für US-Dollar über den Euro-Zinsen, entspricht dies den Kosten der Absicherung.

Die Zinsdifferenz bei Drei-Monatszinsen zwischen der Eurozone und den USA ist momentan mit 2,7 Prozent auf dem höchsten Stand der vergangenen 20 Jahre (siehe Graph 1). Diese große Differenz spiegelt letztlich die unterschiedliche Phase im Konjunkturzyklus wieder. Während die Fed weiter die Zinsen normalisiert, ist die EZB noch weit von einer ersten Zinserhöhung entfernt.

Kurzfristige Zinsdifferenz zwischen USA und Eurozone ist momentan sehr hoch


Differenz zwischen US und Eurozonen 3-Monatszins

Zusätzlich zu den Kosten, die durch die kurzfristige Zinsdifferenz ausgedrückt werden, müssen Investoren noch die sogenannte "Currency Basis" zahlen. Die "Currency Basis" ist dabei die Prämie, die Investoren über das Maß der Zinsdifferenz hinaus zahlen müssen, um US-Dollar zu leihen (ein Papier der Bank of International Settlement beschreibt diese technischen Details ausführlich). Die "Currency Basis" liegt momentan bei etwa -20 Basispunkten. Alles in allem bleibt deshalb vom Ertrag einer US-amerikanischen Staatsanleihe nach Abzug der Kosten für die Wechselkursabsicherung nicht viel übrig.

Investitionen in italienische Staatsanleihen haben dagegen kein Wechselkursrisiko - zumindest solange nicht, bis eine eventuelle neue Regierung ernsthaft über die Wiedereinführung der Lira nachdenken würde. Allerdings gibt es offensichtlich andere Risiken, die man bedenken muss - auch hier gibt es kein "Free Lunch".

von Dirk Schumacher,
© 1. Juni 2018 © Natixis

Über den Autor

Dirk Schumacher ist Managing Director und Senior Economist bei Natixis, einer international tätigen Investmentbank, die zu Groupe BPCE gehört, Frankreichs zweitgrößter Bank.

Dieser Artikel gibt die Meinung des Autors wieder, nicht die der Redaktion von boerse-frankfurt.de. Sein Inhalt ist die alleinige Verantwortung des Autors.

Anmeldung notwendig

Benutzername oder E-Mail:
Passwort:

Um diese Funktionalität nutzen zu können, müssen Sie sich anmelden.
Falls Sie noch kein Benutzerkonto bei boerse-frankfurt.de besitzen, können Sie sich hier kostenlos registrieren.

Eintrag hinzufügen

Weitere Artikel dieses Kolumnisten

pagehit

Die nachfolgenden Hinweise und Informationen wurden von der VOLTABOX AG (die  “Emittentin”) für die Zwecke der Veröffentlichung des Wertpapierprospekts der Emittentin erstellt. Die Deutsche Börse AG übernimmt keine Verantwortung für den Inhalt der von der Emittentin zur Verfügung gestellten Hinweise und Informationen.

 

Wichtiger Hinweis



Die auf den nachfolgenden Internetseiten enthaltenen Informationen sind ausschließlich für Personen bestimmt, die ihren Wohnsitz und gewöhnlichen Aufenthalt in der Bundesrepublik Deutschland („Deutschland“) oder im Großherzogtum Luxemburg („Luxemburg“) haben. Die nachfolgenden Informationen stellen weder ein Angebot zum Verkauf noch eine Aufforderung zur Abgabe eines Angebots zum Kauf oder zur Zeichnung von Wertpapieren dar. Ein öffentliches Angebot von Wertpapieren der Emittentin außerhalb Deutschlands und Luxemburgs findet nicht statt und ist auch nicht geplant. Das Angebot in Deutschland und Luxemburg erfolgt ausschließlich auf der Grundlage des von der Bundesanstalt für Finanzdienstleistungsaufsicht (BaFin) gebilligten und auf der Website der Emittentin veröffentlichten Wertpapierprospekts (einschließlich etwaiger Nachträge dazu). Eine Anlageentscheidung hinsichtlich der öffentlich angebotenen Wertpapiere der Emittentin sollte nur auf Grundlage des Wertpapierprospekts erfolgen. Der Wertpapierprospekt ist bei der Emittentin (Artegastraße 1, 33129 Delbrück, Deutschland; Tel.: +49 (0)5250 9930-900; Fax: +49 (0)5250 9762-102) und auf der Website der Emittentin (www.voltabox.ag) kostenfrei erhältlich.

Die auf den nachfolgenden Internetseiten enthaltenen Informationen stellen kein Angebot zum Verkauf oder eine Aufforderung zur Abgabe eines Angebots zum Kauf für Wertpapiere in den Vereinigten Staaten von Amerika („Vereinigte Staaten“), Kanada, Australien oder Japan dar. Die Aktien der Emittentin sowie die Wertpapiere, die Gegenstand des Angebots sind, sind und werden nicht gemäß dem U.S. Securities Act von 1933 in der derzeit gültigen Fassung (der „Securities Act“) oder bei der Wertpapieraufsichtsbehörde eines US-Bundesstaates oder einer anderen Rechtsordnung der Vereinigten Staaten registriert und dürfen in den Vereinigten Staaten nur aufgrund einer Ausnahmeregelung von der Registrierungspflicht gemäß dem Securities Act oder anwendbarer Wertpapierrechte von US-Bundesstaaten oder in einer Transaktion verkauft oder zum Kauf angeboten oder geliefert werden, die diesen Bestimmungen nicht unterfällt. Die Emittentin beabsichtigt nicht, das Angebot oder einen Teil davon in den USA zu registrieren oder ein öffentliches Angebot von Wertpapieren in den USA, Kanada, Australien oder Japan durchzuführen.

Die auf den nachfolgenden Internetseiten enthaltenen Informationen sind nicht zur Weitergabe an Personen in bzw. innerhalb der USA, Kanada, Australien oder Japan oder anderen Ländern vorgesehen, in denen kein öffentliches Angebot stattfindet. Jede Verletzung dieser Beschränkung kann einen Verstoß gegen wertpapierrechtliche Bestimmungen dieser Länder begründen. Das Kopieren, Weiterleiten oder sonstige Übermitteln der auf den nachfolgenden Internetseiten enthaltenen Informationen ist nicht gestattet.

Durch Drücken des „Ich stimme zu“-Buttons versichern Sie, dass Sie (i) diesen Hinweis und die darin enthaltenen Beschränkungen vollständig gelesen und akzeptiert haben, (ii) sich Ihr Wohnsitz und gewöhnlicher Aufenthalt in Deutschland oder Luxemburg befindet, und (iii) dass Sie die auf diesen Internetseiten enthaltenen Informationen nicht an Personen übermitteln oder weiterleiten, deren Wohnsitz und gewöhnlicher Aufenthalt sich nicht in Deutschland oder Luxemburg befindet.


Wir bedauern, dass wir Ihnen aufgrund gesetzlicher Beschränkungen keinen Zugang zu den nachfolgenden Internetseiten gewähren können.