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18.03.2016 11:02:33
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Kolumne

Peeters: "Es bleibt wohl auch im zweiten Quartal volatil"



Peeters sieht den Markt noch länger in bewegtem und unsicherem Gewässer.
18. März 2016. FRANKFURT (Börse Frankfurt). Viel Gelegenheit, in Ruhe durchzuatmen, haben Anleger momentan nicht. Kurz bevor das erste Quartal mit dem dreifachen Hexensabbat mehr oder weniger auf das Ende zusteuert, ist die Volatilität an den Aktienmärkten weiter auf einem soliden Niveau. Gefühlt dürfte sie bei den meisten Anlegern noch was intensiver ankommen, sucht der Markt doch immer noch eine klare Richtung.

Auch wenn etwa der deutsche Aktienindex DAX in den vergangenen vier Wochen in etwa 500 Punkte an Wert gewinnen konnte: Die Skepsis, dass es wieder südwärts gehen kann, ist unverändert groß. Die Marke von 10.000 Punkten muss erst einmal nachhaltig durchschritten werden, wonach es nicht unbedingt aussieht und die Reflektion der Nachrichtenlage hat unverändert einen vergleichsweise negativen Unterton.

Sie können dies am deutlichsten bei Themenkomplexen wie dem Ölpreis oder auch den Wechselkursrelationen erkennen, denn hier wird 2016 auffallend oft das Nachteilige unterstrichen: Natürlich bringt etwa ein niedriger Ölpreis viele Probleme für fördernde Staaten und Unternehmen sowie deren Zulieferer mit sich, jedoch kommt der dadurch ausgelöste positive Effekt bei Verbrauchern und vielen anderen Unternehmen oftmals zu kurz in der Wahrnehmung. Ähnlich bei den Wechselkursen. Auch hier wird viel über die Auswirkungen von Euro/Dollar-Parität geschrieben, wobei es unter dem Strich zuletzt wenig Veränderungen gab zuletzt.

Die Liste lässt sich fortsetzen: Chinesische Konjunktur, bestehende oder aufkommende geopolitische Auseinandersetzungen, Terror und auch die Massenmigration nach Europa samt der dadurch entstehenden Kosten. Die Liste der Themen, die momentan Anleger beschäftigen ist lang und sehr häufig negativ in der Wahrnehmung. Das ist jedoch nicht ungewöhnlich in einer Phase langsam anziehender Kurse und nährt die Hoffnung auf eine Fortsetzung der jüngsten Entwicklung.

Doch ob dies so kommt, wird sicher am meisten von der alles überragenden Einflussgröße determiniert: Der weiteren Vorgehensweise der Notenbanken. Die jüngsten Mitteilungen der Europäischen Notenbank und der US-Amerikanischen Fed samt der intensiven Reaktionen der Märkte dokumentieren eindrucksvoll die Reichweite dieser Entscheidungen, aber auch die schwierige Einordnung der Maßnahmen durch die Anleger, wie etwa das rasante Auf und Ab nach dem EZB-Entscheid deutlich dokumentiert hat.

Wie sollen Anleger nun damit umgehen? Ist es ratsam oder doch riskant, nun im Aktienmarkt investiert zu sein? Gerade vor dem Hintergrund, dass die Lenker in den Zentralbanken weiter so massiv eingreifen und Alternativanlagen immer weiter erschweren, scheint es weiterhin das größere Risiko zu sein, an der Börse abstinent zu sein. Hohe Volatilität indes dürfte den Anlegern auch in den kommenden Monaten nicht erspart bleiben.

von: Roger Peeters
© 18. März 2016 - Oddo Seydler

Roger Peeters ist Head of Research bei der Oddo Seydler Bank AG, einer 100-prozentige Tochter der unabhängigen Finanzdienstleistungsgruppe Oddo & Cie, Paris. Oddo Seydler und Oddo & Cie beobachten gemeinsam mehr als 400 Aktien, Schwerpunkte sind deutsche und französische Werte. Peeters schreibt regelmäßig für die Börse Frankfurt.

Dieser Artikel gibt die Meinung des Autors wieder, nicht die der Redaktion von boerse-frankfurt.de. Sein Inhalt ist die alleinige Verantwortung des Autors.

Über den Autor

Roger Peeters ist Head of Research bei der Oddo Seydler Bank AG, einer 100-prozentige Tochter der unabhängigen Finanzdienstleistungsgruppe Oddo & Cie, Paris. Oddo Seydler und Oddo & Cie beobachten gemeinsam mehr als 400 Aktien, Schwerpunkte sind deutsche und französische Werte. Peeters schreibt regelmäßig für die Börse Frankfurt.

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