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14.05.2019 15:15:33
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ROUNDUP/Fluglärmstudie: Kinder schlafen schlechter - sind morgens aber munter


KÖLN (dpa-AFX) - Die kleine Johanna hat schlecht geschlafen. Das haben ihre Eltern Hans und Odette Exner - beide Ärzte - an der Aufzeichnung der Hirnaktivität abgelesen. Die Familie wohnt nur fünf Kilometer vom Flughafen Köln/Bonn entfernt. Es gibt keine Kernruhezeiten, und so donnern die Maschinen auch nachts übers Haus. Johanna gehört zu den 51 Grundschulkindern im Bereich des Flughafens Köln/Bonn, die an einer Fluglärmstudie des Deutschen Zentrums für Luft- und Raumfahrt (DLR) teilgenommen haben. Die Wissenschaftlerinnen stellten am Dienstag die Ergebnisse vor.

Kinder schlafen demnach in stärker mit Fluglärm belasteten Gebieten schlechter, fühlen sich deshalb am Morgen aber nicht müder. "Wir haben den Eindruck gewonnen, dass Fluglärm im alltäglichen Leben keine so große Bedeutung für die Kinder hat wie für die Erwachsenen", sagte DLR-Projektleiterin Susanne Bartels.

So wachten Kinder bei gleichem Lärmpegel mit einer geringeren Wahrscheinlichkeit auf als Erwachsene. Anders als bei Erwachsenen sei bei Kindern das Empfinden von Störung oder Ärger über den nächtlichen Fluglärm nicht von der tatsächlich gemessenen Fluglärmbelastung abhängig, hieß es auch. Ausschlaggebend seien vielmehr persönliche Eigenschaften wie Lärmempfindlichkeit oder Ängstlichkeit gegenüber Flugzeugen.

Die Schlafqualität der Acht- bis Zehnjährigen war der Analyse zufolge allerdings schlechter. Ihr Tiefschlaf, der eine wichtige Rolle bei der geistigen und körperlichen Entwicklung und der Erholung von Kindern eine Rolle spielt, war merklich reduziert, nämlich um 2,6 Prozent. "Wenn man die Kinder aber danach fragt, wie hast du in der letzten Nacht geschlafen oder wie fühlst du dich gerade, wie müde bist du, dann sieht man diese Effekte nicht", sagte Bartels - die Kinder fühlten sich erholt.

Die Psychologinnen Susanne Bartels und Julia Quehl sind für die Studie in die Kinderzimmer gegangen und haben die Kinder vor dem Schlafengehen mit Messinstrumenten verkabelt, Herzschlag, Hirnströme, Augen- und Muskelbewegungen gemessen und die Kinder am Morgen zu ihrem Schlaf befragt.

Johannas Vater Hans Exner sieht sich angesichts der Ergebnisse in seinem Eindruck bestätigt: "Zwischen dem, was ich auf dem EEG gesehen habe und wie ich Johanna empfunden habe, gab es einen Unterschied. Wir merken keinerlei Auswirkungen von Lärm auf schulische Leistungen oder Verhalten unserer Tochter. Johanna ist nicht müde tagsüber, sie hat sehr, sehr gute Noten. Das ist alles im grünen Bereich."

Susanne Bartels erzählt von ähnlichen Rückmeldungen anderer Eltern wie: "Das nehme ich eigentlich auch so wahr, dass mein Kind weniger unter Fluglärm leidet als ich selbst. Ich habe das Gefühl, mein Kind wacht dadurch nicht so häufig auf wie ich selbst", fasst sie Aussagen anderer Eltern zusammen.

Eine Studie aus Hessen zu gesundheitlichen Risiken von Verkehrslärm hatte 2015 nachgewiesen, dass Grundschulkinder bei ständigem Fluglärm langsamer Lesen lernen. Ob und wie genau Fluglärm den Schlaf von Kindern beeinträchtigt, war bisher nicht erforscht. Im Grundschulalter ist das Schlafverhalten nach Angaben der Forscherinnen noch sehr homogen. Darum wählten sie Probanden aus dieser Altersgruppe.

Auf andere Gebiete an Flughäfen wie Düsseldorf oder Frankfurt seien die Ergebnisse nicht übertragbar. Wegen der Kernruhezeiten dort in der Nacht gebe es viel mehr Verkehr in den Randzeiten, wo die Kinder schon schlafen. "Es könnte sein, dass die Kinder da von den Ruhezeiten profitieren, aber in den Randzeiten noch mehr unter dem Lärm leiden", sagte Bartels.

Der Luftverkehr nimmt zwar zu, gleichzeitig werden aber neuere und leisere Flugzeuge eingeführt, wie das DLR-Institut für Aerodynamik und Strömungstechnik mitteilte. Die umfassende Einführung leiserer Flugzeuge soll in etwa 20 Jahren abgeschlossen sein. Wie sich das auf die Lärmentwicklung auswirkt, ist Gegenstand der Forschung./sil/DP/jha

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