Bitte warten...

20.05.2019 06:35:44
A A | Drucken

ROUNDUP: Maritime Konferenz am Bodensee entwirft Leitlinien für die Zukunft


FRIEDRICHSHAFEN (dpa-AFX) - Mehr als 800 Politiker, Unternehmens- und Verbandsrepräsentanten, Gewerkschafter, Marinevertreter und Experten kommen in dieser Woche zur 11. Nationalen Maritimen Konferenz in Friedrichshafen am Bodensee zusammen. Erstmals nach 20 Jahren tagt die Konferenz am 22. und 23. Mai im Binnenland, um die Bedeutung der Zulieferindustrie zu unterstreichen und das Gewicht der maritimen Wirtschaft außerhalb Norddeutschlands.

Bayern und Baden-Württemberg, aber auch Nordrhein-Westfalen sind bedeutende Standorte für die Schiffbau-Zulieferindustrie mit Unternehmen wie dem Hersteller der weltgrößten Schiffsmotoren MAN, Siemens, MTU, ZF und vielen weiteren Anbietern von Navigations- und Antriebstechnik. Allein die Zulieferindustrie beschäftigt bei einem Umsatz von mehr als zehn Milliarden Euro mehr als 63 000 Mitarbeiter. Rund 80 Prozent der Wertschöpfung beim Bau eines Schiffes entfallen auf die Zulieferungen. Insgesamt werden der maritimen Wirtschaft rund 50 Milliarden Euro Umsatz und 400 000 Arbeitsplätze zugeordnet.

Die deutschen Werften - eine Branche mit mehr als fünf Milliarden Euro Umsatz und fast 20 000 Beschäftigten - fordern vor allem faire Wettbewerbsbedingungen, um sich der chinesischen Offensive zu erwehren. China will in den Bau von hochkomplexen Kreuzfahrtschiffen einsteigen, der Domäne des deutschen Schiffbaus. "Seit Jahrzehnten erleben wir Marktverzerrungen ohne Gegenmittel", sagt Reinhard Lüken, Hauptgeschäftsführer des Branchenverbandes VSM. "Das muss aufhören."

Die Reedereien, denen immer noch die schwere Schifffahrtskrise der vergangenen zehn Jahre in den Knochen steckt, sind ebenfalls an gleichen Wettbewerbsbedingungen interessiert, vor allem gegenüber den europäischen Nachbarländern. Die deutsche Handelsflotte ist von einstmals 3500 auf knapp 2300 Schiffe geschrumpft, die Zahl der Reedereien von mehr als 400 auf 330. Die Schifffahrt findet nur noch schwer Zugang zu Krediten und fühlt sich zudem durch spezielle Steuerregeln benachteiligt. "Ich höre immer wieder, dass die Politik sagt, die maritime Wirtschaft sei eine Schlüsselindustrie für Deutschland", sagt der Präsident des Verbandes Deutscher Reeder (VDR), Alfred Hartmann. "Aber den Worten müssen auch Taten folgen."

Die 22 Seehäfen in Deutschland fordern vor allem dauerhaft hohe Investitionen in die Verkehrs- und Kommunikationsinfrastruktur. "Deutschland ist Export- und Logistikweltmeister", sagt Frank Dreeke, Präsident des Zentralverbandes der deutschen Seehafenbetriebe (ZDS). "Unsere Seehäfen ermöglichen diesen Erfolg." Die deutsche Hafenwirtschaft, die jährlich rund 300 Millionen Tonnen Güter umschlägt, sei extrem leistungsstark und systemrelevant. Um ihre Stärken noch besser ausspielen zu können, müsse sie von Wettbewerbsnachteilen befreit werden, etwa beim Verfahren zur Erhebung der Einfuhrumsatzsteuer.

Die Gewerkschaften verlangen, dass der Schiffbau aufgewertet wird. "Von Wirtschaftsminister Peter Altmaier erwarten wir in Friedrichshafen eine klare Zusage, dass die maritime Wirtschaft in der nationalen Industriestrategie aufgegriffen wird", sagt Meinhard Geiken, Bezirksleiter der IG Metall Küste. Die IG Metall fordert zudem eine stärke Zusammenarbeit der Unternehmen auf nationaler und europäischer Ebene. "Die mittelständisch geprägten, teilweise inhabergeführten Unternehmen in Deutschland brauchen Partner im In- und Ausland", sagt Geiken. So könnten Nachteile gegenüber den staatlich geprägten Großunternehmen in Südostasien, aber auch in Italien und Frankreich ausgeglichen werden.

Der Gewerkschaftsappell an mehr europäische Zusammenarbeit dürfte auch bei Norbert Brackmann (CDU) auf offene Ohren stoßen, dem Maritimen Koordinator der Bundesregierung und Gastgeber der Konferenz. "Wir wollen ein internationales Signal setzen; deshalb ist auch mein französischer Kollege dabei", sagt Brackmann. Geplant sei die Verabschiedung eines europapolitischen Papiers für eine noch bessere Zusammenarbeit in Europa, vor allem im Bereich der Forschung.

Die Digitalisierung der Häfen, Schiffe und produzierenden Betriebe sei das zweite große Thema der Konferenz. Schließlich werde die Klimapolitik und die Dekarbonisierung der Schifffahrt, der Verzicht auf fossile Brennstoffe, eine große Rolle spielen. Bundeskanzlerin Angela Merkel, Wirtschaftsminister Peter Altmaier und EU-Kommissar Günther Oettinger (alle CDU) werden als Gastredner sprechen./egi/DP/zb

Anmeldung notwendig

Benutzername oder E-Mail:
Passwort:

Um diese Funktionalität nutzen zu können, müssen Sie sich anmelden.
Falls Sie noch kein Benutzerkonto bei boerse-frankfurt.de besitzen, können Sie sich hier kostenlos registrieren.

Eintrag hinzufügen

Aktien in diesem Artikel

MTU Aero Engines AG 199,15 1,14% MTU Aero Engines AG
Siemens AG 103,26 -0,73% Siemens AG
pagehit

Die nachfolgenden Hinweise und Informationen wurden von der VOLTABOX AG (die  “Emittentin”) für die Zwecke der Veröffentlichung des Wertpapierprospekts der Emittentin erstellt. Die Deutsche Börse AG übernimmt keine Verantwortung für den Inhalt der von der Emittentin zur Verfügung gestellten Hinweise und Informationen.

 

Wichtiger Hinweis



Die auf den nachfolgenden Internetseiten enthaltenen Informationen sind ausschließlich für Personen bestimmt, die ihren Wohnsitz und gewöhnlichen Aufenthalt in der Bundesrepublik Deutschland („Deutschland“) oder im Großherzogtum Luxemburg („Luxemburg“) haben. Die nachfolgenden Informationen stellen weder ein Angebot zum Verkauf noch eine Aufforderung zur Abgabe eines Angebots zum Kauf oder zur Zeichnung von Wertpapieren dar. Ein öffentliches Angebot von Wertpapieren der Emittentin außerhalb Deutschlands und Luxemburgs findet nicht statt und ist auch nicht geplant. Das Angebot in Deutschland und Luxemburg erfolgt ausschließlich auf der Grundlage des von der Bundesanstalt für Finanzdienstleistungsaufsicht (BaFin) gebilligten und auf der Website der Emittentin veröffentlichten Wertpapierprospekts (einschließlich etwaiger Nachträge dazu). Eine Anlageentscheidung hinsichtlich der öffentlich angebotenen Wertpapiere der Emittentin sollte nur auf Grundlage des Wertpapierprospekts erfolgen. Der Wertpapierprospekt ist bei der Emittentin (Artegastraße 1, 33129 Delbrück, Deutschland; Tel.: +49 (0)5250 9930-900; Fax: +49 (0)5250 9762-102) und auf der Website der Emittentin (www.voltabox.ag) kostenfrei erhältlich.

Die auf den nachfolgenden Internetseiten enthaltenen Informationen stellen kein Angebot zum Verkauf oder eine Aufforderung zur Abgabe eines Angebots zum Kauf für Wertpapiere in den Vereinigten Staaten von Amerika („Vereinigte Staaten“), Kanada, Australien oder Japan dar. Die Aktien der Emittentin sowie die Wertpapiere, die Gegenstand des Angebots sind, sind und werden nicht gemäß dem U.S. Securities Act von 1933 in der derzeit gültigen Fassung (der „Securities Act“) oder bei der Wertpapieraufsichtsbehörde eines US-Bundesstaates oder einer anderen Rechtsordnung der Vereinigten Staaten registriert und dürfen in den Vereinigten Staaten nur aufgrund einer Ausnahmeregelung von der Registrierungspflicht gemäß dem Securities Act oder anwendbarer Wertpapierrechte von US-Bundesstaaten oder in einer Transaktion verkauft oder zum Kauf angeboten oder geliefert werden, die diesen Bestimmungen nicht unterfällt. Die Emittentin beabsichtigt nicht, das Angebot oder einen Teil davon in den USA zu registrieren oder ein öffentliches Angebot von Wertpapieren in den USA, Kanada, Australien oder Japan durchzuführen.

Die auf den nachfolgenden Internetseiten enthaltenen Informationen sind nicht zur Weitergabe an Personen in bzw. innerhalb der USA, Kanada, Australien oder Japan oder anderen Ländern vorgesehen, in denen kein öffentliches Angebot stattfindet. Jede Verletzung dieser Beschränkung kann einen Verstoß gegen wertpapierrechtliche Bestimmungen dieser Länder begründen. Das Kopieren, Weiterleiten oder sonstige Übermitteln der auf den nachfolgenden Internetseiten enthaltenen Informationen ist nicht gestattet.

Durch Drücken des „Ich stimme zu“-Buttons versichern Sie, dass Sie (i) diesen Hinweis und die darin enthaltenen Beschränkungen vollständig gelesen und akzeptiert haben, (ii) sich Ihr Wohnsitz und gewöhnlicher Aufenthalt in Deutschland oder Luxemburg befindet, und (iii) dass Sie die auf diesen Internetseiten enthaltenen Informationen nicht an Personen übermitteln oder weiterleiten, deren Wohnsitz und gewöhnlicher Aufenthalt sich nicht in Deutschland oder Luxemburg befindet.


Wir bedauern, dass wir Ihnen aufgrund gesetzlicher Beschränkungen keinen Zugang zu den nachfolgenden Internetseiten gewähren können.