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16.05.2019 15:44:20
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Börse Frankfurt News

Scale-Monatsbericht: Schwung ist weg



Die Dynamik der ersten Monate dieses Jahres ist dahin. Dem Shooting-Star 2G Energy trauen Analysten noch weitere Kursgewinne zu.
16. Mai 2019. FRANKFURT (Börse Frankfurt). Die etwas schlechtere Laune an den Aktienmärkten - ausgelöst durch die schärferen Töne im Handelsstreit USA/China - hat sich auch im Scale-Segment bemerkbar gemacht: Der Scale-All-Share-Index musste im Mai einen Teil seiner Gewinne aus diesem Jahr wieder abgeben. Doch liegt der Index, der die Entwicklung aller Scale-Aktien widergibt, am Donnerstagmorgen mit 1.120 Punkten immer noch deutlich über dem Niveau vor einem Monat - und weit über den Tiefs vom Dezember bei 990 Zählern. Der Auswahlindex Scale 30 notiert bei 1.088 Punkten und damit ebenfalls klar höher als vor vier Wochen.

Die Spitzengruppe auf Zwölfmonatssicht ist aufgemischt worden: Am besten entwickelt hat sich seit Mai 2018 der Finanzinvestor für Gewerbeimmobilien Publity (WKN 697250) mit einem Plus von beachtlichen 133 Prozent. Auf Platz zwei findet sich nun der Anbieter von Blockheizkraftwerken 2G Energy (WKN A0HL8N), der Aktionären schon lange viel Freude bereitet, mit 57 Prozent, nun gefolgt von Nabaltec (WKN A0KPPR), ein Hersteller von flammhemmenden Füllstoffen, mit 55 Prozent. Weiterhin überzeugen auf den Plätzen vier und fünf der CAD/CAM-Spezialist Mensch- und Maschine (WKN 658080) mit 44 Prozent und das Fondsemissionshaus Lloyd Fonds (WKN A12UP2) mit 39 Prozent.

Publity war nicht immer eine Erfolgsstory für die Aktionäre: Der Kurs hatte zwischen Dezember 2017 und März 2018 um rund zwei Drittel nachgegeben. Zuletzt mehrten sich aber die Erfolgsmeldungen: Im März wurde die Wiederaufnahme der Dividendenzahlung angekündigt, im April der Kauf der Karstadt-Zentrale in Essen. Diese Woche gab Publity die Gründung von Niederlassungen in London und New York bekannt. Das Ziel: die Geschäftsbeziehungen zu internationalen Investoren auszubauen.



Dezentrale Energiebereitstellung überzeugt

Den großen Satz nach oben gemacht hat die Aktie von 2G Energy in diesem Jahr. Ende 2018 kostet sie noch 21,90 Euro, jetzt sind es 34,50 Euro. Und nach Ansicht einiger Analysten wird der Kursanstieg noch weiter gehen: So stuft SMC Research die Aktie auf "Buy" mit einem Kursziel von 37,40 Euro. Nach dem deutlichen Plus bei Umsatz und Gewinn 2018 sehen die Analysten auch für 2019 und darüber hinaus gute Wachstumsperspektiven. Die Abschaltung alter Kern- und Kohlekraftwerke, der weltweite Ausbau Erneuerbarer Energien und ein zäher Ausbau der Stromnetze schafften Bedarf für effiziente, dezentrale und schnell regelbare Kraftwerke.

First Berlin Equity Research votiert bei 2G Energy ebenfalls mit Kaufen und hat das Kursziel auf 38 Euro erhöht. "Angesichts voller Auftragsbücher, die eine Vollauslastung bis 2020 hinein garantieren, gehen wir davon aus, dass 2G Energy 2019 bei Umsatz und Ebit-Marge im oberen Bereich der Guidance liegen wird", erklären die Analysten.

Fintechs auf Aufholjagd?

Fintechs bleiben auf der Verliererseite: Unverändert ganz hinten auf Zwölfmonatssicht liegt MyBucks (WKN A2AJLT), auch The Naga Group (WKN A161NR) steht nicht viel besser da. Doch auch für einige Fintechs gibt es Kaufempfehlungen: Etwa stuft das Augsburger Analysehaus GBC die FinLab AG (WKN 121806), die auf Zwölfmonatssicht immerhin 36 Prozent an Wert verloren hat, auf "Kaufen" und nennt ein neues Kursziel von 28,87 Euro. Das wäre mehr als eine Kursverdopplung gegenüber den aktuellen 12,75 Euro. Auch das Analysehaus Montega ist optimistisch: Die Analysten erachten FinLab derzeit als aussichtsreiches Investment, die Vorstände hätten ein sehr gutes Beteiligungsportfolio aufgebaut und die Gesellschaft nachhaltig vorangebracht. Sie trauen der Aktie 26 Euro zu und votieren weiter mit "Kaufen".



SMC Research geht davon aus, dass The Naga Group (WKN A161NR) nach Änderung der Wachstumsstrategie und Fokussierung auf ein profitables Kernprodukt zügig den Break-even erreichen wird. Das neue Kursziel von 2,10 Euro (aktuell 1,22) biete deutliches Aufwärtspotenzial. Allerdings müsse der Umbau noch umgesetzt werden, das neue Urteil lautet daher vorerst "Hold" nach zuvor "Speculative Buy".

Stemmer Imaging hat derweil, wie im März angekündigt, am 10. Mai von Scale in den Prime Standard gewechselt. Mit diesem Schritt erfüllt das Unternehmen nun die höchsten Transparenzpflichten für börsennotierte Unternehmen in Deutschland und öffnet sich einem größeren Anlegerkreis.

© Deutsche Börse AG
von: Anna-Maria Borse, 16. Mai 2019

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