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05.03.2018 09:20:12
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Börse Frankfurt News

Wochenausblick: Keine Entwarnung



Während die Eiszeit so langsam frühlinghafteren Temperaturen weicht, kann es am deutschen Aktienmarkt nach Ansicht von Charttechnikern auf kurze Sicht durchaus unterkühlt weitergehen.
5. März 2018. FRANKFURT (Börse Frankfurt). Kursverluste von rund 5 Prozent musste der deutsche Aktienindex in der vergangenen Woche hinnehmen. Nachdem die Erholung an den internationalen Aktienbörsen durch wieder aufkeimende Zinsängste und dem protektionistischen Vorstoß von Präsident Trump ausgebremst worden sei, ist die Anlegerstimmung nach Ansicht von Chris-Oliver Schickentanz vorerst auf ein neues Tief gerutscht. Mit der Zustimmung der SPD Mitglieder zur großen Koalition und dem Wahlausgang in Italien erwartet der Analyst der Commerzbank nun eine gewisse Entspannung am Aktienmarkt. "Eine deutliche Gegenbewegung ist in der aktuellen Gemengelage aber kaum vorstellbar."

Zinssorgen kaum nachvollziehbar
 

Zins- und Inflationsängste, die Aktienmärkten nachhaltig zusetzen würden, hält Robert Halver von der Baader Bank für nicht gerechtfertigt. Die Teuerung in Nordamerika und Europa bleibe verhalten und damit die Zinsarmut noch für lange Zeit Thema. Vor diesem Hintergrund machten sich Dividendenrenditen von knapp 3 Prozent beim DAX, weit über 3 Prozent beim Euro Stoxx 50 und knapp 5 Prozent beim reinen Euro-Dividendenindex recht gut. 24 der im deutschen Leitindex gelisteten Unternehmen würden ihre Ausschüttungen erhöhen. Insgesamt würden etwa 14 Prozent mehr an die Anteilseigner fließen und mit 36,1 Milliarden Euro ein neuer Rekord erreicht. In den USA dürften sich nach Ansicht von Halver die Aktienrückkaufprogramme als Stütze für Aktien erweisen. US-Unternehmen finanzierten diese mit immer noch günstigen Zinsen, um sich von der Dividendenzahlung freizukaufen.

Robert HalverHalver
 
Aktien noch zu teuer
 

Für Markus Reinwand von der Helaba ist die Bereinigung an den Aktienmärkten vermutlich noch nicht abgeschlossen. Traditionell würde in Zinserhöhungsphasen ein Großteil des Gewinnanstiegs durch eine Kontraktion der Unternehmensbewertungen aufgefressen. Unterm Strich stiegen die Notierungen in dieser Phase sichtbar geringer als im Zinstal. Das sei mit Blick auf den S&P 500 diesmal nicht der Fall. Der Index habe seit der ersten Zinsanhebung im Dezember 2015 mit einer Rate von 17 Prozent pro Jahr zugelegt, während sich die Gewinnerwartungen der Unternehmen im S&P 500 durchschnittlich um 10 Prozent verbessert hätten. "Ein beachtlicher Teil des Kursanstiegs ist somit auf eine für diese Phase untypische Bewertungsexpansion zurückzuführen." Anders ausgedrückt verhielten sich Aktienanleger bislang so, als hätte es noch keine Zinserhöhungen gegeben.

Markus ReinwandReinwand
 
Hierzulande sehe es nicht viel besser aus. Zwar seien deutsche Standardwerte durch die Korrektur wieder in den fairen Bewertungsbereich zurückgekehrt. Andererseits hätten die wichtigsten konjunkturellen Frühindikatoren ihren Zenit überschritten. In vergleichbaren Phasen seien Aktien in der Vergangenheit meist zurückgekommen.

Bären übernehmen das Ruder
 

Die technische Perspektive beim deutschen Aktienindex hat sich nach Ansicht von Karen Szola spürbar verschlechtert. Bis auf 12.600 Punkte, und damit bis zum 38,2-Prozent-Fibonacci-Retracement der Januar/Februar-Korrektur sei die jüngste Erholung gelaufen, bis eine frische dynamische Abwärtswelle den DAX in der vergangenen Woche wieder gen Süden und unter die 12.000er-Marke befördert habe. "Am Freitag formte der Index sogar ein neues Sechsmonatstief aus", errechnet die technische Analystin von Euro am Sonntag und Börse Online. "Mit dieser negativen Entwicklung übernahmen die Bären nun klar das Zepter." Sollte zumindest die wichtige Schlüsselunterstützung um 12.000 Punkte nicht rasch wieder nachhaltig zurückerobert werden, rechnet Szola mit weiteren Abgaben.

Karen SzolaSzola
 
Bleibe diese Stabilisierung aus, richte sich der Fokus tendenziell auf den nächsten Unterstützungsbereich um 11.500 bzw. 11.400 Zähler, die sich zwischen März 2015 und Februar 2017 mehrfach als charttechnische Anlaufstelle in Szene gesetzt habe. "Kurzfristig könnte aufgrund der überverkauften Indikatoren eine Gegenbewegung bis auf etwa 12.200/12.400 Punkte einsetzen, die im Anschluss allerdings wieder dem kurzfristigen Abwärtstrend folgen könnte." Das Bild helle sich wieder auf, sofern die mittlerweile bei 12.730 Zählern notierende 200-Tage-Linie nach oben überwunden werde.

Charts sind angeschlagen
 

Auch Christian Schmidt von der Helaba sieht im DAX-Kursverlauf der vergangenen Handelstage eine Verschärfung der technischen Lage. Der hiesige Bluechip Index sei mehrfach an verschiedenen Widerständen wie beispielsweise einer Gann-Linie oder dem abwärts gerichteten 21er Fractal-Moving-Average gescheitert. "Am Donnerstag wurde die Unterstützungszone bei 12.380 bzw. 12.355 Zählern durchbrochen, was in der Folge zu einer Beschleunigung des laufenden Abwärtsimpulses sowie einem Unterschreiten wichtiger Strukturmarken führte." Entsprechend rechne der Charttechniker mit der Ausbildung neuer Verlaufstiefs. Orientierungsmarken definiert Schmidt bei 11.868, 11.726 und 11.625 Punkten.

Christian SchmidtSchmidt
 

Wichtige Konjunktur- und Wirtschaftsdaten

Freitag, 9. März

4.00 Uhr. Japan: Zinsentscheid Bank of Japan. Obwohl Notenbankgouverneur Kuroda überraschend habe verlauten lassen, über ein Ende des massiven geldpolitischen Stimulus bei Erreichen der Zielinflation zumindest nachzudenken, erwartet die NordLB gegenwärtig keine Veränderung der Zinspolitik. Die Reaktionen an den Märkten auf die Auslassungen Kurodals seien mit einer Aufwertung des Yen um 0,5 Prozent zum US-Dollar allerdings heftig ausgefallen. Zusätzlichen Aufschub für die japanische Währung habe Trumps Ankündigung, Strafzölle auf Aluminium und Stahl einzuführen. Ein starker Yen aber ziehe die Inflation nach unten wie ein Mühlstein.

14.30 Uhr. USA: Arbeitsmarktbericht Februar. Die anstehenden Zahlen zu den Arbeitslosen und neu geschaffenen Stellen werden nach Einschätzung der NordLB eine Fortsetzung der Belebung am Arbeitsmarkt unterstreichen. Die neu geschaffenen Stellen dürften demnach bei soliden 190.000 liegen, die Arbeitslosenquote gehe vermutlich leicht auf 4 Prozent zurück. Darauf deuteten die wöchentlichen Erstanträge auf Arbeitslosenhilfe und die Ergebnisse einiger Stimmungsumfragen. Höchst relevant seien auch die leicht steigenden Stundenlöhne. Zusammen mit einer voraussichtlichen Jahresinflationsrate von knapp 3 Prozent hätten die Notenbanker ausreichend Gründe für eine weitere Zinserhöhung im März.

Von: Iris Merker
5. März 2018, © Deutsche Börse AG

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