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08.02.2016 09:13:00
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Börse Frankfurt News

Wochenausblick: Keine tollen Tage



Das Nervenkostüm der Börsianer bleibt auch am Rosenmontag dünn. Während Charttechniker warnen, sehen fundamental argumentierende Analysten Erholungspotenzial.
8. Februar 2016. FRANKFURT (Börse Frankfurt). Nach dem von heftigen Kursverlusten geprägten Januar hat der Februar keine Verbesserung gebracht, auch für die zweite Woche des neuen Monats wird mit einer Fortsetzung der Unsicherheiten gerechnet.

In der Vorwoche ist der DAX weiter abgerutscht auf 9.286 Punkte am Freitag - den tiefsten Stand seit November 2014. Seit Jahresanfang hat der DAX damit 13,2 Prozent an Wert verloren. Zuletzt belastete der Euro-Anstieg, die Gemeinschaftswährung notiert wieder bei 1,1144 US-Dollar, daneben bleiben die Sorgen um die Folgen des billigen Öls und um Chinas Wirtschaft. Zudem zeigten deutlich fallende Auftragseingänge in den USA, dass die Wirtschaft dort auch nicht mehr rund läuft, die Diskussionen über eine Rezession werden lauter.

US-Wachstumsschätzung gekappt
 

Die Commerzbank hat ihre Wachstumsprognose für die USA für 2016 von 2,5 auf 2 Prozent gesenkt und prognostiziert für dieses Jahr jetzt nur noch zwei Leitzinserhöhungen. Die Analysten gehen weiter von einer Erholung des DAX aus, senken jedoch das Jahresendziel auf 11.200 Zähler. "Wir sind nach wie vor davon überzeugt, dass sich der DAX mittelfristig erholt", erklärt Chefvolkswirt Jörg Krämer. Schließlich zementiere die EZB ihre Nullzinspolitik, was den DAX mit seiner Dividendenrendite von über 3 Prozent attraktiv mache. Erwartet wird aber, dass die Gewinnschätzungen für DAX-Unternehmen 2016 vor allem wegen der Probleme Chinas um 5 bis 10 Prozent sinken werden. "Anlegern empfehlen wir weiter, am Aktienmarkt antizyklisch zu agieren."

Christian SchmidtSchmidt
 

Risiken nach unten begrenzt

Die Postbank geht kurzfristig von einer Fortsetzung der volatilen Kursentwicklung aus, das weitere Abwärtsrisiko sei angesichts deutlich gefallener Kurs-Gewinn-Verhältnisse aber gering. "Mittelfristig sollten die fundamentalen Fakten wieder die Oberhand gewinnen", meint Heinz-Gerd Sonnenschein. Der Postbank zufolge wird es eine deutliche Erholungsrallye geben, die den DAX auf Sicht von zwölf Monaten in den Bereich von 12.000 Punkten führen werde. "Gespeist wird diese Rallye von einem moderaten Gewinn- und Umsatzwachstum bei vielen Firmen, eine Ausnahme dürften Rohstoffunternehmen darstellen."

Technik: Wankendes Fundament
 

Aus technischer Sicht steht laut DZ Bank allerdings die wichtige Unterstützungszone um 9.340/15 Punkte im Dauertest. "Unsere Annahme, dass der DAX nicht direkt auf nachhaltiger Basis durchsackt, sondern noch einmal ein Trading-Tief herausbilden kann, steht auf dem Prüfstand", erklärt Armin Kremser. Im Falle eines "Durchrauschens" wäre dem technischen Analysten zufolge einem weiteren Kursverfall bis 8.355 Punkte, dem Tief vom Oktober 2014, Tür und Tor geöffnet. "Eine erste Abwärtswelle dürfte zunächst bis 8.950 Punkte, dem 161,8 Prozent-Fibonacci-Retracement der jüngsten Erholungsbewegung, laufen."

Armin KremserKremser
 
Auch Christian Schmidt von der Helaba ist pessimistisch. "Am Freitag wurde beim DAX ein neues Verlaufstief markiert, dem ein prozyklischer Charakter zuzuschreiben ist", erläutert der technische Analyst. Darüber hinaus sei mit 9.286 Zählern erstmals ein Schlusskurs unter der so wichtigen Unterstützungszone von 9.338/9.325/9.315 etabliert worden. "Insofern muss davon ausgegangen werden, dass das Fundament ordentlich ins Wanken geraten könnte." Die nächsten Kursziele auf der Unterseite fänden sich bei 8.908, 8.752, 8.559, 8.378, 8.272 und 8.024 Zählern. Temporäre Zwischenerholungen seien zwar möglich, der DAX werde aber bereits bei 9.425 Punkten auf erste, ernsthafte Widerstände treffen.

Wichtige Konjunktur- und Wirtschaftsdaten

Freitag, 12. Februar

11.00 Uhr. Eurozone: BIP viertes Quartal 2015. Nach Einschätzung der DekaBank ist die Wirtschaft in der Eurozone auch im vierten Quartal auf moderatem Wachstumspfad geblieben. Darauf deuteten nicht nur Stimmungsindikatoren hin, die sich im vierten Quartal sogar noch verbessert hätten. Prognostiziert wird ein Plus von 0,3 Prozent gegenüber dem Vorquartal und 1,5 Prozent auf Jahressicht. Für Deutschland werden 0,2 und 1,3 Prozent erwartet.

14.30 Uhr. USA: Einzelhandelsumsätze Januar. Die DekaBank rechnet mit einer Stagnation. Geringere Benzinpreise hätten zu einem Umsatzrückgang der Tankstellenbetreiber geführt, von der oftmals volatilen Umsatzentwicklung der Autohändler erwarten die Analysten nur ein marginales Plus. Zudem sei nach Berechnungen des amerikanischen Wetterdienstes der Wintersturm "Jonas" im Januar der viertschlimmste seit Mitte der Fünfzigerjahre gewesen. Daher könnten die Umsätze sogar noch schwächer als erwartet gemeldet werden.

von: Anna-Maria Borse
© 8. Februar 2016 - Deutsche Börse AG

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