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29.10.2018 08:15:28
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Börse Frankfurt News

Wochenausblick: Nichts für schwache Nerven



Trotz überverkaufter Lage an den Aktienmärkten geben Analysten noch keine Entwarnung. Der richtige Zeitpunkt für einen Einstieg werde durch die relative Gelassenheit der Marktteilnehmer erschwert. Technisch stünden die Chancen auf eine kurzfristige Erholung aber nicht schlecht.
29. Oktober 2018. FRANKFURT (Börse Frankfurt). 448 Punkte büßte der deutsche Aktienindex im Laufe der vergangenen Woche ein. Seit Monatsbeginn stehen Verluste in Höhe von 1.115 Punkten in den Büchern. Das entspricht einem Minus von rund 9 Prozent. Nach Ansicht von Chris-Oliver Schickentanz bleiben die Aktienmärkte weltweit nervös. Eine größer werdende Fülle von Themen verstärke die Risikoaversion der Investoren. Neben Handelskonflikt, Italiens Haushaltsstreit, Brexit und Saudi Arabiens Khashoggi-Affäre sorgten eine Reihe von überraschenden Gewinnwarnungen und Sonderthemen wie Bayers Niederlage vor Gericht im Fall Glyphosat für Zurückhaltung am Markt.

"Nach nunmehr fünf Wochen rückläufiger Aktienkurse sind die Märkte klar überverkauft" urteilt der Commerzbank-Analyst. Allerdings habe auch die Berichtssaison die negative Stimmung nicht drehen können. Bislang überraschten in den USA zwar gut 80 Prozent der Konzernergebnisse auf der positiven Seite. Die Ausblicke ließen nach Meinung der Marktteilnehmer allerdings zu wünschen übrig. In Europa liege die positive Überraschungsrate nur bei etwa 40 Prozent. "Vor diesem Hintergrund wird der Rest der Berichtssaison zur Nagelprobe", schätzt Schickentanz.

"Auch wenn die Notierungen kurzfristig noch etwas nachgeben dürften, wird das Chance-Risiko-Verhältnis für deutsche Aktien allmählich interessant", urteilt Markus Reinwand von der Helaba. Allerdings reiche dies für einen tragfähigen Kursboden vermutlich noch nicht aus. "In der Vergangenheit endeten ausgeprägte Korrekturbewegungen erst dann, wenn sich auch eine Bodenbildung bei konjunkturellen Frühindikatoren wie ifo-Geschäftsklima- oder ZEW-Index abzeichnete", erinnert der Helaba-Analyst. Wenn es ums Timing geht, spielten auch marktpsychologische Faktoren eine wichtige Rolle. Einbrüche an den Aktienmärkten gingen meist mit ausgeprägtem Pessimismus der Anleger und einem Ausverkauf einher. Angstbarometer wie die Volatilität am Aktienmarkt seien aber noch ein ganzes Stück von den jüngsten Spitzenwerten entfernt.



Richtiges Timing schwer auszumachen
 

Auch gemessen am Risikoindikator der Bank of America Merrill Lynch sei Robert Halver zufolge nicht mit einer dramatischen Krisenverschärfung zu rechnen. Der Index berechnet die Erwartungen am Terminmarkt bezüglich Kursschwankungen an den globalen Aktien-, Währungs- und Rohstoffmärkten. Werten über null deuten auf zunehmende Marktrisiken und Werte unter null auf Entspannung. Da trotz Aktienkorrektur keine Panik herrsche, sei es aber schwer, den absoluten Tiefpunkt zu identifizieren. Langfristig orientierte Anleger Anleger könnten sich mit vorsichtigen Käufen an den Markt zurücktasten, meint der Baader Bank Analyst.

HalverHalver
 
Tiefpunkt noch nicht gefunden
 

Technisch gibt es noch keine Entwarnung. Obwohl sich der DAX zum Wochenausklang von seinen Tagestiefständen lösen konnte, hat sich nach Auffassung von Karen Szola das Chartbild mittlerweile drastisch eingetrübt. Der Startschuss der Abwärtswellen fiel Anfang August mit dem Rutsch unter die wichtige 200-Tage-Linie, wie die technische Analystin von Euro am Sonntag und Börse Online nachvollzieht. Nach dem Zwischenhoch von Ende September habe sich dann die Abwärtsbewegung erneut verschärft. "Seither konnte auch die 200er-Linie nicht einmal temporär zurückgewonnen werden." Inzwischen lägen zwischen diesem fallenden Durchschnitt und dem weit darunter notierenden DAX-Kursverlauf rund 10 Prozent Differenz. "Die Aussichten würden sich laut der klassischen Chartanalyse erst wieder deutlich erhellen, wenn der DAX nachhaltig über die bei aktuell 12.463 Punkten notierende 200-Tage-Linie ansteigt.

Szola Szola
 
Die wochenlangen Kursverluste führten Szola zufolge auch dazu, dass der Basis-Aufwärtstrend aus dem Jahr 2009, um rund 12.200 Zähler liegend, nach unten gebrochen wurde. Der deutsche Bluechip-Index befinde sich inzwischen erstmals seit dem Dezember 2016 im Dunstkreis seiner 11.000er-Marke. Eine tragfähige Unterstützung sei dort jedoch nicht auszumachen. "Sie wäre nur rein psychologischer Natur." Die nächste echte Auffangzone liege darunter um 10.800 Punkte, die sich bis in die Region um 10.200 Zähler erstrecke. Leicht über der horizontalen Unterstützung um 10.800 DAX-Punkte befinde sich auch noch eine offene Kurslücke, die im Dezember 2016 gerissen wurde.

Eine Erholungsbewegung erwartet die Charttechnikerin aufgrund der überverkauften Indikatoren-Lage, stuft diese jedoch nur als eine technische Gegenbewegung im übergeordneten Abwärtstrend ein. "Die Chancen für eine Stabilisierung wären gegeben, sofern sich der DAX signifikant über dem Bereich von 12.000 Zählern positioniert."

Wichtige Konjunktur- und Wirtschaftsdaten

DAX-Konzerne wie VW, Lufthansa, Fresenius und die Deutsche Börse und Unternehmen aus der zweiten Reihe öffnen in dieser Woche ihre Bücher.

Montag, 29. Oktober

9 Uhr. Xetra/Frankfurt: Börsengang Linde plc. Nach dem Zusammenschluss mit Praxair ersetzt die neue Aktie der Linde plc. die Aktie der Linde AG im DAX.

Dienstag, 30. Oktober

11.00 Uhr. Euroraum: Bruttoinlandsprodukt drittes Quartal. Nach Anstieg des Bruttoinlandsprodukts von 0,4 Prozent im zweiten Quartal, rechnen Analysten mit ähnlichem Wachstum für die Monate Juli bis September. Wichtige Unterschiede gibt es der DekaBank zufolge zwischen den einzelnen Ländern. Die deutsche Wirtschaft werde vermutlich hinter den Erwartungen zurückbleiben und den vier großen EWU-Ländern das geringste Wachstum aufweisen. Vor allem die Probleme in der Autoindustrie hätten die wirtschaftliche Dynamik ausgebremst.

Freitag, 2. November

13.30 Uhr. USA: Arbeitsmarktbericht Oktober. Langsam deuten sich laut DekaBank erste Ermüdungserscheinungen an. Der Arbeitsmarktbericht für Oktober dürfte zwar bestätigen, dass sich die Wirtschaft weiterhin auf einem robusten Wachstumspfad befindet. Allerdings deuteten Frühindikatoren auf eine leichte Verlangsamung des Expansionstempos. Auch wirbelten verschiedene Stürme durch die makroökonomischen Daten. Der Beschäftigungsaufbau sei im September durch Hurrikan "Florence" beeinträchtig worden, gefolgt von Hurrikan "Michael" im Oktober. Der sonst übliche positive Nachholeffekt verschiebe sich damit auf November. Die Arbeitslosenquote werde nach dem Rückgang im Vormonat nun vermutlich bei 3,7 Prozent verharren.

Von: Iris Merker
29. Oktober 2018, © Deutsche Börse AG

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