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20.08.2018 09:37:56
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Börse Frankfurt News

Wochenausblick: Skepsis ist angebracht



Nach den Verlusten der vergangenen Woche erkennen technisch orientierte Analysten kurzfristig Aufwärtspotenzial für den DAX. Längerfristig bleibt die Lage angespannt. Fundamental bremsen eine angeschlagene Türkei und der schwelende Handelsstreit.
20. August 2018. FRANKFURT (Börse Frankfurt). Die Fortsetzung des Handelsstreits sowie die Entwicklungen in der Türkei bestimmen weiterhin das Bild an den Finanzmärkten. Anleger verabschiedeten sich vergangene Woche tendenziell von risikoreicheren Anlagen und setzten verstärkt auf als sicher geltende Bonds von Ländern wie Deutschland. Der DAX verabschiedete sich mit einem Schlusskurs von 12.210 Punkten rund 1,7 Prozent leichter aus dem Handel. Am Morgen startet das hiesige Aktienbarometer mit 12.263 Punkten leicht im Plus.

Die Türkei nicht aus den Augen verlieren

Für die europäischen Aktienmärkte bleibt nach Auffassung von Chris-Oliver Schickentanz der Blick Richtung Türkei obligatorisch. Nachdem Staatschef Erdogan Kapitalverkehrskontrollen und einen Deal mit dem Internationalen Währungsfonds ausgeschlossen sowie die reibungslose Bedienung hoher Auslandsschulden untermauert habe, hätte sich die türkische Währung zum US-Dollar zwar stabilisiert. Allerdings dürfte das nach Einschätzung des Commerzbank-Analysten eher eine Atempause gewesen sein. "Es gibt noch keinen Grund Vertrauen in die Geld- und Finanzpolitik der Türkei zu setzen."

Risiken für europäische Banken

Das scheinen führende Ratingagenturen ähnlich zu sehen. Zum Ende der Woche stufte Standard & Poor's (S&P) die Kreditwürdigkeit des Landes von BB- auf B+ herab. Um eine Note schlechter bewertet auch Moody’s die Türkei seit Freitag. Schwächere Bonitäten verteuern in der Regel die Kosten für Schulden eines Landes. Nach Berechnungen von Cyrus de la Rubia belaufen sich allein die Kredite europäischer Finanzunternehmen an türkische Gläubiger auf 265 Milliarden US-Dollar. Überdurchschnittlich engagiert seien spanische und französische Banken. "Hält die Lira-Schwäche an, könnte sich erheblicher Wertberichtigungsbedarf für die jeweiligen Institute ergeben", urteilt der HSH Nordbank-Analyst.

US-Zinspfad ausschlaggebend

Entscheidend für die Entwicklung der türkischen Lira und anderer gebeutelter Schwellenländerwährungen wird die künftige Zinspolitik der Federal Reserve sein. Vom am Mittwoch zur Veröffentlichung anstehenden Protokoll der letzten geldpolitischen Sitzung der US-Notenbank erhoffen sich Anleger Aufschlüsse über die Geschwindigkeit des Zinserhöhungspfads, wie die HSBC anmerkt. Dieser werde vermutlich auch ab Donnerstag in Jackson Hole eine Rolle spielen. Dorthin bittet die Federal Reserve of Kansas City traditionell Zentralbanker, Wirtschaftswissenschaftler und wichtige Finanzmarktakteure zum jährlichen Stelldichein. Bleibe das Gremium dabei, den Zinserhöhungspfad unabhängig von möglichen Verwerfungen an den Devisenmärkten fortzusetzen, dürfte dies nach Ansicht der HSBC-Analysten zusätzlichen Gegenwind für Währungen wie beispielsweise die türkische Lira erzeugen.

DAX gefangen im Sommerloch
 

Technisch liefert der deutsche Bluechip-Index nach Ansicht von Franz-Georg Wenner wie so häufig in den Spätsommerwochen auch in diesem Jahr eine schwache Vorstellung ab. Mit der gescheiterten Rückeroberung der 200-Tage-Linie Ende Juli sei das insgesamt negative Bild bestätigt worden. Inzwischen stehe der Index bereits um mehr als 4 Prozent unter dem langfristigen Durchschnitt. "Statistisch gesehen ist die Wahrscheinlichkeit nun recht hoch, dass der Markt in eine größere Korrekturphase einschwenkt", meint der technische Analyst von index-radar. Nur kurzfristig deuteten die überverkaufte Lage sowie das Juni-Tief um 12.100 auf eine Atempause. "Sollte es zu einer technischen Gegenbewegung kommen, dürfte diese bei 12.400 bzw.12.460 DAX-Zählern auslaufen." Mittelfristig rücke hingegen die Untergrenze der langfristigen Seitwärtsspanne bei 11.725 bzw. 11.870 Punkten in den Fokus. "Im September dürfte das Jahrestief ausgebildet werden", schätzt der Charttechniker.

WennerWenner
 

Kurzfristige Erholung möglich

Mit hoher Dynamik rutschte der deutsche Aktienindex in der Vorwoche deutlich unter den März-Aufwärtstrend, der bis dato laut Karen Szola als Unterstützung diente und beispielsweise weitere Verluste Ende Juni vereitelte. Damit sei das Dreieck, eine Konsolidierungsformation, die sich nach dem Januar-Allzeithoch formte, negativ aufgelöst worden. Perspektivisch wurde der Charttechnikerin von Euro am Sonntag und Börse Online zufolge mit dem Verlassen dieser Formation weiteres kräftiges Abwärtspotenzial initiiert. Ein Test der runden 12.000er-Marke, auf deren Level der neunjährige Basis-Aufwärtstrend notiert, sowie der nächsten Unterstützung um 11.800 Zähler werde nun immer wahrscheinlicher.

 

Anfang August habe der DAX ein Verkaufssignal erzeugt, indem er unter seine elementare 200-Tage-Linie bei derzeit 12.730 Punkten abgefallen sei. Aus Sicht der jetzt wieder überverkauften Indikatoren sieht auch Szola die Chance auf eine kurzfristige Erholung. "Diese ist aber unter den genannten Negativentwicklungen zunächst nur rein rechnerischer Natur." Erst bei einer Rückeroberung der wichtigen 200er-Linie würde sich das stark eingetrübte Bild wieder aufhellen. Szola: "In diesem Szenario wäre später eine erneute Klettertour bis zum Niveau der Januarhochs durchaus gegeben."

SzolaSzola
 

Wichtige Konjunktur- und Wirtschaftsdaten

Mittwoch und Donnerstag, 23.-24. August

USA: Washington und Peking im Gespräch über Handelsfragen. Einen Durchbruch zur Vermeidung einer weiteren Eskalation im Streit über Strafzölle zwischen den USA und China wird es nach Ansicht der DekaBank-Analysten mit dem geplanten Besuch einer chinesischen Delegation in Washington kaum geben. An den Gesprächen nähmen keine hochrangigen Regierungsmitglieder teil. Zudem werde China auch in weiteren Verhandlungen kaum in der Lage sein, geforderte Maßnahmen zur massiven Verringerung des hohen bilateralen Handelsüberschusses anzubieten. Beide Seiten belegten in den vergangenen Monaten jeweils Importe im Volumen von 50 Milliarden US-Dollar mit Strafzöllen. Darüber hinaus drohen die USA mit einer weiteren Verteuerung chinesischer Importe um 200 Milliarden US-Dollar.

Donnerstag, 24. August

10.00 Uhr. Euroraum: Einkaufsmanagerindizes August. Nachdem die europäische Wirtschaft im ersten Halbjahr 2018 einen Gang zurückgeschaltet habe, erkennt die DekaBank im dritten Quartal bislang keine weitere Verlangsamung der wirtschaftlichen Dynamik. Die Stimmung sei nach wie vor gut, was sich im Einkaufsmanagerindex widerspiegeln werde. Dies gelte für die Industrie und die Dienstleister. Mit mehr als einer schwachen Seitwärtsbewegung sei allerdings nicht zu rechnen. Aus Umfragen gehe hervor, dass die Unternehmen mit Engpässen bei Material und Arbeit zu kämpfen haben. Gleichzeitig verunsicherten der zunehmende Protektionismus und Schwellenländerprobleme.

von: Iris Merker
20. August 2018, © Deutsche Börse AG

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