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02.07.2018 11:33:50
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Kolumne

pfp Advisory: "Happy Börsday, DAX"



Fondsmanager und Analyst Roger Peeters, der ab sofort im Wechsel mit seinem Partner hier schreiben wird, würdigt anlässlich des 30. Geburtstags die Bedeutung des DAX. Beeindruckend seien vor allem die langfristig hohen Renditen auch bei großen Unterschieden zwischen Kurs- und Performance-Variante. Und die geringe Partizipation hiesiger Anleger an den Gewinnen.
2. Juli 2018. FRANKFURT. (pfp Advisory). Zum Monatsstart feierte das führende und sicherlich bekannteste deutsche Börsenbarometer seinen 30sten Geburtstag. Aus einer griffigen Idee wurde ein international anerkanntes Produkt. Mit dem DAX gelang es, eine Form von Marke zu kreieren, die über das reine Börsenpublikum hinaus eine solide Bekanntheit erreicht hat. Seine Relevanz spiegelt sich unter anderem auch in den zahllosen Derivaten, die auf den Leitindex oder seine Ableger (wie MDAX, TecDAX oder SDAX) aufgelegt wurden.

Doch nicht nur die Macher des erfolgreichen Index haben allen Grund auf das Jubiläum anzustoßen. Auch den Anlegern, die in irgendeiner Form am deutschen Aktienmarkt investiert sind, führt die langjährige Wertentwicklung recht ansehnlich vor Auge, welche Renditen am Aktienmarkt über einen Zeitraum von einigen Jahrzehnten erzielbar sind. Ein klares Plädoyer für die Langfristanlage.

Bei der Beantwortung der Frage, welche Rendite denn genau in den 30 Jahren erzielt worden ist, lässt sich eine gerade bei diesem Index interessante Thematik mit aufs Tapet bringen. Die Rede ist von der Unterscheidung des Kurs-DAX (also dem international viel geläufigeren Ansatz, rein die Preisentwicklung des Index abzubilden) und dem in Deutschland wesentlich mehr beachteten Performance-DAX, der die laufenden Ausschüttungen, sprich Dividenden, fiktiv wieder anlegt, also in die Wertentwicklung mit einrechnet. Auf Sicht von drei Dekaden ist der Unterschied natürlich gravierend. Der meist thematisierte Performance-DAX notiert zurzeit mit gut 12.000 Punkten in etwa doppelt so hoch wie der Kurs-DAX.



Losgelöst von der Methodik haben sich beide Lesarten des Index wie bereits erwähnt deutlich im Wert gesteigert. Auch wenn solch stolze Zahlen weder Steuern noch Transaktionskosten oder auch die Inflation berücksichtigen, wird einem beim Anblick auf die Wertentwicklung vom Ausgangsniveau mit 1.000 Punkten deutlich vor Augen geführt, was an der Börse erzielbar ist.

Dabei dürfen Anleger natürlich nicht außer Acht lassen, dass sich analog zur Veränderung der deutschen Wirtschaft seit 1988 auch in der Zusammensetzung des Leitindex einiges nachhaltig verändert hat. Einige Gründungsmitglieder des seit jeher 30 Werte umfassenden DAX wie etwa Deutsche Babcock, Feldmühle Nobel, Karstadt oder Nixdorf sind zumindest in der damaligen Form nicht mehr existent. Neue Konzerne wie SAP (erst 1995 "aufgestiegen"), Deutsche Telekom (erst seit 1996 an der Börse) oder Deutsche Post (seit 2001 notiert) kamen hingegen hinzu. Wiederum Andere sind vom Start weg ohne Unterbrechung dabei, beispielsweise Allianz, Bayer, Daimler oder Siemens.

Es bedarf keiner übergroßen Fantasie, dass sich die Zusammensetzung auch in den kommenden 30 Jahren gehörig verändern wird. Es ist durchaus vorstellbar, dass völlig neue Konzerne und Branchen den Index bereichern werden, während der Wandel andere Geschäftsmodelle deutlich beschädigt und dann als Konsequenz auch die entsprechende Firmen an der Börse marginalisiert.

Neben solch einer fast schon zwangsläufigen Transformation in der Index-Komposition wäre für die Anlegerwelt in 30 Jahren aber auch eine andere Veränderung wünschenswert, die es in den vergangenen 30 Jahren wiederum nicht in der gebotenen Form gegeben hat: Nach wie vor ist die Anzahl der börsennotierten Gesellschaften in Deutschland weit unter dem, was die Größe, wirtschaftliche Stärke und Vielfalt der Nation hergeben würden. Ähnliches gilt für die Anzahl der Bürger, die sich über Direktanlagen und Fonds am besagten Produktivkapital der Gesellschaft beteiligen. Zwar gab es hier in den vergangenen Jahren einen zaghaften Aufschwung, aber die Gesamtzahl der Anleger lag per Ende 2017 mit gut 10 Millionen immer noch unter dem Niveau etwa zum Jahrtausendwechsel und ist auch in Relation zur Gesamtbevölkerung objektiv zu gering.

Sollte sich die Anlegerkultur in den kommenden Jahrzehnten dahingehend weiterentwickeln, dass sowohl kapitalsuchende Unternehmen als auch auf Rendite zielende Privatinvestoren deutlich stärker den Aktienmarkt nutzen, wäre dies eine echte "win-win-Situation". Zum 60sten Geburtstag des DAX im Juli 2048 hätten dann noch deutlich mehr Menschen einen Anlass zu feiern.

von Roger Peeters
2. Juli 2018, © Deutsche Börse AG

Über den Autor

Roger Peeters ist geschäftsführender Gesellschafter der pfp Advisory GmbH. Gemeinsam mit seinem Partner Christoph Frank steuert der seit über 20 Jahren am deutschen Aktienmarkt aktive Experte den DB Platinum IV Platow Fonds (WKN DWS030), einen 2006 aufgelegten und mehrfach ausgezeichneten Stock-Picking-Fonds. Weitere Infos unter www.pfp-advisory.de. Peeters ist weiterhin Mitglied des Vorstands der Deutschen Vereinigung für Finanzanalyse und Asset Management (DVFA) e.V.. Roger Peeters schreibt regelmäßig für die Börse Frankfurt.

Dieser Artikel gibt die Meinung des Autors wieder, nicht die der Redaktion von boerse-frankfurt.de. Sein Inhalt ist die alleinige Verantwortung des Autors.

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