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Kolumne

pfp Advisory: "Politische Börsen haben schnelle Beine"



Roger Peeters erklärt, weshalb sich Anleger von politischen Börsen nicht aus dem Konzept bringen lassen sollten.
30. Juli 2018. FRANKFURT. (pfp Advisory). Die Redensart "Politische Börsen haben kurze Beine" zählt zu den bekanntesten Börsenweisheiten. Wie sehr sie ihre Berechtigung hat, darüber lässt sich freilich treffend diskutieren. Zum Einen steht natürlich die Entwicklung der Unternehmen(-sgewinne) im Mittelpunkt von Anlageentscheidungen, so dass es aus Anlegersicht durchaus legitim ist, Begleitmusik im politischen Umfeld beiseite zu legen. Zum Anderen lässt sich kaum verhehlen, dass die großen Rahmenumstände langfristig enormen Impakt haben.

Beispiele wie die Energiewende zeigen, dass das Ändern von Rahmenbedingungen langfristig extremen Einfluss auf Industrien und Sektoren haben kann und auch mittelbar die Aktienkurse in dem Bereich enorm prägt. Andere Beispiele wie aktuell Venezuela illustrieren verheerend, dass sehr schlecht gewählte wirtschaftspolitische Systeme ganze Volkswirtschaften in den Abgrund stürzen. Auf der Gegenseite wird ein langjähriger Aufstieg erfolgreicher Emerging Markets vielerorts durch eine clevere, auf Wachstum gerichtete Politik forciert.

Was im Kapitalmarktgeschäft in der Tat ausgeblendet werden sollte, ist kurzfristige Tagespolitik. Doch ist gerade im Moment auffallend, welch eine Rolle diese zumindest in der Außenwahrnehmung auf dem Börsenparkett spielt. Die Entwicklung der vergangenen Wochen war der mustergültige Beleg für eine ausgesprochen wechselhafte Entwicklung, weil pure Interpretationen möglicher Veränderung in den Außenhandelsbedingungen zwischen den großen Blöcken USA, Europa und China global die Aktienkurse runter und dann wieder herauf geführt haben.



Natürlich wirkt jemand mit einem derart offensiven Auftreten wie Donald Trump in solch einer Situation wie ein Brandbeschleuniger. Ein weiterer Katalysator sind die sozialen Medien und die ausgesprochen kurzfristig ausgerichtete Berichterstattung, die Anlegern immer wieder aufs Neue schildert, dass an einem Tag der Preis der Aktie xy wegen möglicher Belastungen aus einem sogenannten "Handelskrieg" (das Wort an sich ist schon eine Zumutung) überproportional um 2 Prozent gefallen sei. Was dabei vergessen wird: Am inneren Wert des Unternehmens hat sich somit noch nichts geändert, vor allem wenn es nur Spekulationen über mögliche politische Veränderungen sind.

Am Ende, oder besser gesagt nach zwei Wochen, beobachten Anleger, dass die viel zitierte Sau gleich zweimal durchs Dorf getrieben wurde, einmal hin und dann wieder zurück. Nach einem objektiv dann doch recht allgemein gehaltenen Treffen zwischen besagtem Donald Trump und dem EU-Vertreter Jean-Claude Juncker sind die Kurse vieler Unternehmen wieder genauso gestiegen, wie sie vorher gefallen sind. In der Theorie konnten Trader einiges an Geld verdienen. In der Praxis haben dies fehlgeleitete Anleger, die an den falschen Momenten ein- und ausgestiegen sind, verloren.

Was ist denn nun der richtige Umgang mit solch politischen Einflussfaktoren, die ja augenscheinlich den kurzfristigen Verlauf auf dem Parkett durchaus mitbestimmen? Es gibt sicher nicht den goldenen Weg, aber meiner Meinung nach ist Besonnenheit und Gelassenheit hier ein ausgezeichneter Ratgeber. Wir von pfp werden oft von Investoren gefragt, wie denn verschiedenste politische Richtungsstreits, Verschiebungen, Förderungen und Sanktionierungen oder was auch immer in unsere Anlageentscheidungen mit einfließen. Verkürzt gesagt lautet die Antwort, sich nicht zu sehr von den Tagesthemen fehlleiten zu lassen. Alles darf und sollte aufmerksam erfolgt werden, aber Aktionismus ist eine denkbar schlechte Anlagephilosophie, doch genau dieser entsteht fast schon zwangsläufig, wenn man die Tagesschlagzeilen versucht in der Anlage umzusetzen.

Ein ruhiges, abwartendes Handeln führt in sehr vielen Fällen zu den besseren Ergebnissen. Niemals sollte der Blick vom Wesentlichen, der Entwicklung in den Unternehmen, abgelenkt werden. Vielleicht ist es falsch, von kurzen Beinen zu sprechen, denn wie eingangs gesagt, kann es ja langfristig zu durchaus gravierenden Änderungen kommen. Doch schnell(-lebig) sind politische Börsen in jedem Fall und somit sehr oft auch wieder schnell überholt. Und genau diesen (Fehl-)Signalen sollten Anleger sich nicht voreilig hingeben.

von Roger Peeters
30. Juli 2018, © pfp Advisory

Über den Autor

Roger Peeters ist geschäftsführender Gesellschafter der pfp Advisory GmbH. Gemeinsam mit seinem Partner Christoph Frank steuert der seit über 20 Jahren am deutschen Aktienmarkt aktive Experte den DB Platinum IV Platow Fonds (WKN DWS030), einen 2006 aufgelegten und mehrfach ausgezeichneten Stock-Picking-Fonds. Weitere Infos unter www.pfp-advisory.de. Peeters schreibt regelmäßig für die Börse Frankfurt.

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Datum Titel
02.07.2018 pfp Advisory: "Happy Börsday, DAX"
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