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Kolumne

pfp Advisory: "Quartalsberichte haben natürlich ihre Berechtigung"



Für Roger Peeters ist es selbstverständlich, dass Unternehmen alle drei Monate an ihre Eigentümer berichten. Kritisierte Effekte wie Kurzfristigkeit des Managements und Missverständnisse der Investoren entstünden an anderer Stelle.
27. August 2018. FRANKFURT. (pfp Advisory). Erneut hat der offensichtlich durchaus diskussionsfreudige und umtriebige 45ste Präsident der Vereinigten Staaten von Amerika, Donald J. Trump, ein neues Thema für sich entdeckt, mit dem es ihm schnell gelingt, polarisierend Stellung zu nehmen. Ganz konkret hat sich Trump jüngst kritisch mit dem Thema der quartalsweisen Berichterstattung an den Kapitalmärkten auseinander gesetzt. Er wolle prüfen lassen, ob eine "nur" sechsmonatige Frequenz des Reportings nicht Sinn mache.

Die Frage ist grundsätzlich natürlich legitim und die Diskussion über den Sinn und Unsinn eines vergleichsweise kurzfristig frequentierten Öffnens der Bücher verläuft auch seit vielen Jahren kontrovers, auch und gerade hier in Deutschland. In die breitere Öffentlichkeit gelangte das Thema etwa 2001, als sich das Unternehmen Porsche unter der Führung des ebenfalls sehr streitbaren Lenkers Wendelin Wiedeking weigerte, Quartalsberichte zu veröffentlichen und dann wegen dieses Regelbruchs konsequenterweise im MDAX durch Fraport ersetzt wurde.

Eine Vereinfachung der Mitteilungspflichten für die Quartale Q1 und Q3 fand hierzulande übrigens auch vor gar nicht langer Zeit, konkret 2016, statt und das Argument, dass die Berichterstattung nicht zu aufwändig sein solle, ist bei sehr kleinen Unternehmen ja auch durchaus nachvollziehbar, ebenso sollten gerade Aktionäre auch daran interessiert sein, dass keine wettbewerbssensiblen Daten an die Öffentlichkeit gelangen.



Aber an einer grundsätzlichen Pflicht, seine Eigentürmer (und nichts anderes sind die Aktionäre nun mal) regelmäßig über das Geschehen im Unternehmen aufzuklären, daran darf meiner Ansicht nach keinerlei Zweifel bestehen. Auch sind, und das gilt besonders in der heutigen doch recht schnelllebigen Zeit, drei Monate nun wirklich keine kurzen Intervalle.

Oftmals steht bei Kritikern der Quartalsberichterstattung der Gedanke im Vordergrund, dass eine (zu) enge Frequenz bei den Firmenlenkern falsche Anreize setze und dass die Unternehmen hierdurch den kurzfristigen Erfolg in den Vordergrund stelle. Langfristige und sinnvolle Investitionen könnten so etwa ausbleiben, am Ende werde das Unternehmen nicht optimal entwickelt.

Ich halte diese Argumentation ehrlich gesagt für vorgeschoben. Wer sich Sorgen macht, dass Firmenlenker fehlgeleitet werden, sollte wesentlich kritischer bei Incentivierungen hinschauen, die tatsächlich einen Fehlanreiz auslösen können, wenn zu kurzfristig aufgesetzt. Und wer die Sorge hat, dass die Aktionäre etwas falsch verstehen, sollte in den Berichten vielleicht eher mehr als wenig an Informationen ausführen. Hier liegt doch eindeutig eine Bringschuld der angestellten Vorstandslenker vor.

Bleibt der tatsächliche Fall, dass ein Quartal unerwartet schlecht läuft und die Kurse danach (vielleicht auch nur temporär) unter Druck geraten. Da sei auch hier die Frage gestattet: Ist das ein Problem? Natürlich schwanken Aktienkurse und natürlich gibt es auch immer verschiedene Meinungen. Sonst käme ja auch kein Aktienhandel zu Stande. Ein Unternehmen "verliert" also nach einem schwachen Quartalsergebnis einen Aktionär, der den kurzfristigen Erfolg in den Mittelpunkt rückt und gewinnt stattdessen jemanden, der eine langfristig positive Entwicklung erwartet. Dies kann auch beim allerbesten Willen doch kein Problem für die Firmenleitung sein.

Fazit: Lasst die Quartalsberichte weiter bestehen! Sie liefern in angemessener Form den Anlegern wertvolle Informationen und sorgen für Klarheit und Transparenz. Wer auf Unternehmensseite Sorge hat, dass Anleger Informationen missverstehen, soll an der Aufbereitung arbeiten. Und wenn sich Profis wie Analysten kritisch mit dem Erfolg oder Misserfolg eines Unternehmens auseinandersetzen, ist auch dies ein positiver Ansporn. Und wenn Anleger wirklich ein Engagement beenden, werden andere eine neue Position aufmachen.

von Roger Peeters
27. August 2018, © Deutsche Börse AG

Über den Autor

Roger Peeters ist geschäftsführender Gesellschafter der pfp Advisory GmbH. Gemeinsam mit seinem Partner Christoph Frank steuert der seit über 20 Jahren am deutschen Aktienmarkt aktive Experte den DB Platinum IV Platow Fonds (WKN DWS030), einen 2006 aufgelegten und mehrfach ausgezeichneten Stock-Picking-Fonds. Weitere Infos unter www.pfp-advisory.de. Peeters ist weiterhin Mitglied des Vorstands der Deutschen Vereinigung für Finanzanalyse und Asset Management (DVFA) e.V.. Roger Peeters schreibt regelmäßig für die Börse Frankfurt.

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