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25.03.2019 08:58:53
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Kolumne

pfp Advisory: "Rücken (endlich) wieder Unternehmensdaten in den Mittelpunkt?"



Fondsmanager Roger Peeters sieht erste Anzeichen, dass die Leistungen der einzelnen Unternehmen, bzw. die Erwartung der Anleger an zukünftige Gewinne, Aktienpreise stärker steuern werden.
25. März 2019. FRANKFURT (pfp Advisory). Aufregende Monate liegen hinter uns am Aktienmarkt. Der viel zitierte Begriff der Berg- und Talfahrt ist im letzten halben Jahr wahrlich zutreffend gewesen mit einem rasanten Sturz im vierten Quartal und einer nicht ganz aufholenden, aber doch sehr ordentlichen Gegenbewegung im bald endenden ersten Quartal 2019. Dabei war nicht nur die Intensität der Bewegung, sondern auch die Marktbreite, mit der Ab- und anschließender Aufschwung vonstattengingen, bemerkenswert. Gefühlt hat die rasante Bewegung locker 80 Prozent des Kurszettels erfasst.

Dies ist aus zweierlei Gründen nicht verwunderlich. Denn einerseits waren es ja Makro-Themen wie die Sorge vor einer zu "hawkishen" Zinspolitik in den USA, die die ganze Welt tangierende Abschwächung in China oder auch die Eskalation in den Handelskonflikten, die auf dem Börsenparkett von Oktober bis Dezember für reichlich Sorgenfalten gesorgt haben. Und eine zunehmende Erleichterung in diesen Themen trieb die Erholung an. Da es um Aspekte ging, die zumindest sehr viele Unternehmen betroffen haben, waren die Auswirkungen auf dem Kurszettel naturgemäß mannigfaltig.

Ein weiterer Punkt, der diesen Gleichklang begünstigt hat, ist möglicherweise die Schnelligkeit des Absturzes. In solch einem Umfeld fangen viele Investoren an, ihre Portfolios mit Derivaten (auf Indizes) abzusichern. Die Gegengeschäfte der Kontrahenten zu deren Absicherung wiederum sind Verkäufe (des ganzen Index) am Primärmarkt, was wiederum die Kurse marktbreit drückt und somit wie ein Katalysator wirkt. Die gleiche Dynamik entfesselt sich dann in der Gegenbewegung, wenn die Absicherungspositionen wieder aufgelöst werden.



Die 1-Million-Dollar-Frage ist wie immer die, wie es nun weitergeht. Tatsächlich besteht zumindest leichte Hoffnung, dass ein wenig Ruhe in den Markt kommt. Das Volatilitätsbarometer VDAX-New etwa ging 2019 sukzessive zurück und notierte zuletzt auf dem Niveau des Ende des dritten Quartals 2018, also vor dem großen Rutsch. Das macht trotz der gegenläufigen Bewegung am Freitag Mut, dass die großen Bewegungen ein Stück weit eingepreist scheinen und der Markt "seine" Makroszenarien gefunden hat.

Und noch eine Entwicklung ist in Anfängen feststellbar und durchaus zu begrüßen: Der Markt differenziert wieder stärker und sanktioniert Entwicklungen in den Unternehmen selbst und spielt nicht nur die "Makro-Karte". Gerade die zurzeit laufende Berichtssaison ist da eine sehr gute Indikation.

Denn auch wenn sich die Indizes vielleicht ein wenig beruhigen und einpendeln, so sind auf der Ebene der Einzelwerte sehr deutliche Kursbewegungen feststellbar. Insbesondere vor dem Hintergrund, dass Bewertungen üblicherweise abdiskontierte erwartete Cashflows sind, werden Einhaltungen und Verfehlungen von Prognosen mit Argusaugen verfolgt.

Als etwa der Automobilzulieferer Leoni unlängst seine erst im Februar (damals schon sehr negativ aufgenommene) Prognose zurücknahm, waren erneut gravierende Verluste die Konsequenz. In der gleichen Woche wurden Zahlen von Firmen, die am Ende "nur" ihre letzten Prognosen erreicht haben, mit deutlichen "Erleichterungsrallys" honoriert. Doch nicht nur bei Geschäftszahlen reagiert der Markt mit spürbaren Veränderungen. Beim DAX-Konzern Bayer etwa werden abermals Rechtsrisiken eingepreist, während beim Zahlungsdienstleister Wirecard das gesamte Parkett über mögliche diskutable Transaktionen in Asien diskutiert, so dass dies massive Spuren beim Kurs hinterlässt. Bei Wirecard gab es mit dem nicht-alltäglichen Leerverkaufsverbot durch die Aufsichtsbehörden zu einer weiteren spezifischen Situation.

Ohne einen dieser beispielhaften Fälle hier werten zu wollen: Es ist meiner Ansicht nach eine gute Entwicklung, wenn der Markt sich wieder verstärkt den einzelnen Unternehmen zuwendet und Geschäftsmodelle, -zahlen und -perspektiven einpreist. Es entwickeln sich natürlich nicht alle Firmen gleich gut oder schlecht und der Markt hat sogar die Aufgabe hier zu unterscheiden.

von Roger Peeters
25. März 2019, © Deutsche Börse AG

Über den Autor

Roger Peeters ist geschäftsführender Gesellschafter der pfp Advisory GmbH. Gemeinsam mit seinem Partner Christoph Frank steuert der seit über 20 Jahren am deutschen Aktienmarkt aktive Experte den DWS Concept Platow Fonds (WKN DWSK62), einen 2006 aufgelegten und mehrfach ausgezeichneten Stock-Picking-Fonds. Weitere Infos unter www.pfp-advisory.de. Peeters ist weiterhin Mitglied des Vorstands der Deutschen Vereinigung für Finanzanalyse und Asset Management (DVFA) e.V.. Roger Peeters schreibt regelmäßig für die Börse Frankfurt.

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