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11.03.2019 12:55:17
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Kolumne

pfp Advisory: "Wendemonat März"



Christoph Frank stellt fest, dass in der Börsenhistorie besonders häufig fünf Tage im März einen Wendepunkt nach oben oder nach unten brachten. Und fragt sich, ob 2019 dafür noch das Potential besteht.
11. März 2019. FRANKFURT (pfp Advisory). Wissen Sie, welches bedeutende Börsenereignis sich in diesen Tagen jährt? Wenn Sie jetzt spontan "Da gibt es so einige!" erwidern, sind Sie wahrscheinlich schon länger im Aktiengeschäft als der durchschnittliche Anleger. Denn die Tage um den 10. März haben es wirklich in sich: Drei der vier großen Wendepunkte am Aktienmarkt seit der Jahrtausendwende lagen in der kurzen Phase vom 7. bis zum 12. März: Am 7. März 2000 erreichte der DAX ein Allzeithoch, drei Tage später zogen die Technologieaktien des Neuen Marktes und der US-amerikanischen Nasdaq nach. Es folgte die schwerste Baisse seit den 1930er Jahren mit Verlusten von rund 73 Prozent im DAX und etwa 97 Prozent beim Neuer-Markt-Index Nemax. Wahrlich ein epochaler oberer Wendepunkt!

Fast exakt drei Jahre später, am 12. März 2003, erreichte der DAX mit rund 2.200 Punkten den niedrigsten Stand seit 1996. Diesem unteren Wendepunkt folgte eine Rally, die nur vier Jahre später in einem neuen Allzeithoch bei über 8.000 Zählern endete. Und, Jubiläum Nummer 3: Auch die einzige andere und aktuell noch immer laufende Rally des neuen Jahrtausends begann in diesem Mini-Zeitfenster, genauer am 9. März 2009.

Warum fielen drei der vier großen Wendepunkte ausgerechnet in diesen kurzen März-Abschnitt? Dafür habe ich auch keine Erklärung. Wenn wir einen Durchschnittsverlauf des DAX über die vergangenen Jahrzehnte bilden, ist im März kein Wendepunkt zu erkennen, anders als z.B. im Oktober, in dem der untere Wendepunkt sofort ins Auge sticht. Das kann natürlich auch daran liegen, dass sich die positiven und negativen Kursverläufe um die Wendepunkte gegenseitig aufheben und in der Addition dann wie ein Nichts erscheinen.



Vielleicht gibt es aber auch gar keine Erklärung und die Häufung von Wendepunkten im März ist reiner Zufall. Vor der Jahrtausendwende war diese Phase jedenfalls nicht übermäßig auffällig gewesen. Es hatte zwar durchaus auch schon in den Jahrzehnten zuvor im März immer wieder Wendepunkte gegeben, z.B. Hochpunkte beim DAX (bzw. seinem Vorgängerindex) 1973 und 1990, beide gefolgt von Kursverlusten von mehr als 30 Prozent. Allerdings lagen diese beiden oberen Wendepunkte etwas später im März. Ebenfalls im späteren März gab es 1995 einen wichtigen unteren Wendepunkt, der die Seitwärtsbewegung 1994/95 beendete und den Startpunkt für die fulminante 320-Prozent-Hausse (durchschnittlich 33 Prozent pro Jahr) des DAX bis März 2000 bildete.

Aber manchmal gab es auch keinen Wendepunkt im 'Lenz', obwohl die Ausgangsbedingungen besonders passend erschienen. So lief am 11. März 2011 die Nachricht von der Atomkatastrophe von Fukushima über die Börsenticker, also wieder im besagten engen Zeitfenster vom 7. bis zum 12. März. Tatsächlich brach der DAX zunächst deutlich ein, erholte sich aber wieder und schmierte erst im Sommer binnen weniger Wochen um rund 30 Prozent ab.

Und 2019? Fest steht bereits jetzt, dass der DAX in diesem Jahr während des ominösen Zeitfensters keinen Wendepunkt in der Tradition der Jahre 2000, 2003 oder 2009 ausbilden kann. Denn würde er ab jetzt wie ein Stein fallen, wäre der Wendepunkt das Allzeithoch im Januar 2018 bei rund 13.560 Punkten gewesen, ab dem es abwärts ging. Würde der DAX dagegen fortan nach oben streben und dabei auch das alte Allzeithoch hinter sich lassen, läge der untere Wendepunkt im Dezember 2018. In beiden Fällen wäre der März 2019 in der Rückschau nur eine Zwischenstation auf dem Weg nach unten bzw. oben gewesen.

Der März 2019 wird also zumindest nicht als Wendemonat in die Börsengeschichte eingehen. Aber vielleicht der März 2020? Immerhin würde sich dann der New-Economy-Höchststand zum 20. Mal jähren, das wäre doch ein runder Anlass für einen epochalen Wendepunkt… Spaß beiseite: Das ist möglich, aber natürlich reine Spekulation.

von Christoph Frank
11. März 2019, © Deutsche Börse AG

Über den Autor

Christoph Frank ist geschäftsführender Gesellschafter der pfp Advisory GmbH. Gemeinsam mit seinem Partner Roger Peeters steuert der seit über 20 Jahren am deutschen Aktienmarkt aktive Experte den DWS Concept Platow (WKN DWSK62), einen 2006 aufgelegten und mehrfach ausgezeichneten Stock-Picking-Fonds. Weitere Infos unter www.pfp-advisory.de. Frank schreibt regelmäßig für die Börse Frankfurt.

Dieser Artikel gibt die Meinung des Autors wieder, nicht die der Redaktion von boerse-frankfurt.de. Sein Inhalt ist die alleinige Verantwortung des Autors.

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