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15.12.2017 11:59:45
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Börse Frankfurt News

Anleihen: Alles schon eingepreist



Eine Überraschung waren die Zinserhöhung der US-Notenbank und das Stillhalten der EZB in dieser Woche nicht. Weiter für Trubel sorgt der Möbelkonzern Steinhoff.
15. Dezember 2017. FRANKFURT (Börse Frankfurt). Es war eine Woche der Zentralbanken, doch die Aufreger blieben aus: Am Mittwoch erhöhte die US-Notenbank, wie erwartet, das Leitzinsband auf 1,25 bis 1,50 Prozent, am Donnerstag hielt die EZB - ebenfalls wie erwartet - die Füße still.

Daher kam es auch zu keiner Reaktion am Anleihemarkt: Der Euro-Bund-Future liegt am Freitagmittag bei 163,52 Punkten, vor einer Woche waren es 163,35 Prozent. Zehnjährige Bundesanleihen werfen 0,29 Prozent ab nach 0,31 Prozent vergangenen Freitag.

US-Steuerreform jetzt sehr wahrscheinlich

Die ausbleibende Reaktion wird auch als Zeichen dafür gesehen, dass die Kommunikation der Zentralbanken funktioniert und die Märkte gut vorbereitet werden. Nach Ansicht der HSH Nordbank könnte es in der kommenden Woche für US-Anleihen aber stärkere Aufwärtsimpulse geben - dann wird nämlich voraussichtlich die US-Steuerreform verabschiedet. "Bei den beiden bestehenden Fassungen von Senat und Repräsentantenhaus hat man sich auf einen gemeinsamen Gesetzesentwurf geeinigt, dem aller Wahrscheinlichkeit nach beide Kammern des Kongresses zustimmen werden", erläutert Sintje Boie.



Die US-Regierung habe ein starkes Interesse daran, die Steuerreform noch vor der Weihnachtspause zu verabschieden, da die Senats-Nachwahl in Alabama vom demokratischen Kandidaten gewonnen wurde. Dadurch haben sich die Mehrheitsverhältnisse im Senat zuungunsten der Republikaner auf 51:49 verschoben.

Katalonien-Wahlen als Risiko

Die Commerzbank warnt davor, schon jetzt einen Schlussstrich unter das Jahr 2017 zu ziehen. "Die Wahl in Katalonien nächste Woche wird ein wichtiger Fingerzeig für die Wahl in Italien, die das zentrale Risiko im ersten Quartal des kommenden Jahres darstellt", erklärt Michael Leister. Die politischen Risiken blieben signifikant, da in Katalonien die Unabhängigkeitsbefürworter bei den Umfragen einer absoluten Mehrheit nahe seien und in Italien Grillos Partei vorn liege. "Ein Grund für eine dauerhafte Risikoprämie ist dies allerdings nicht, da der Fortbestand des Euro nicht mehr gefährdet ist und die Hoffnungen auf eine tiefere EWU-Integration fortbestehen."

Darüber hinaus würden regionale Inflationszahlen nach Weihnachten die "Lowflation"-Erwartungen für den Euroraum wohl untermauern - und damit die Prognose der Commerzbank, die mit einem noch langsameren EZB-Ausstieg rechnet. Für die USA prognostiziert sie fünf Zinserhöhungen in den kommenden zwei Jahren, die Fed rechne mit insgesamt sechs. "Die Fed ignoriert unverändert die schwache US-Kerninflation", meint die Bank.

HSH Nordbank viel gehandelt
 

Im Bereich der Unternehmensanleihen setzte eine größere Verkaufsorder Papiere der HSH Nordbank (WKN 542696) unter Druck, wie Gregor Daniel von der Walter Ludwig Wertpapierhandelsbank berichtet. "Dann folgte aber schnell eine Erholung." Die Kurse waren in den vergangenen Monaten deutlich gestiegen - in der Hoffnung auf ein positives Ende der Übernahmeschlacht um die Bank. Auch Rainer Petz von Oddo Seydler meldet viel Umsatz in HSH-Nordbank-Anleihen.

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Steinhoff weiter im Fokus
 

Nicht nur die Aktien des Möbelkonzerns Steinhoff haben in den vergangenen zwei Wochen kräftig Federn lassen müssen. Auch eine bis 2025 laufende Anleihe mit Kupon von 1,875 Prozent (WKN A19LXV) stürzte ab. Gegen den Steinhoff-Konzern, zu dem auch die Möbelkette Poco gehört, wird wegen Bilanzunregelmäßigkeiten ermittelt, Unternehmenschef Chef Markus Jooste musste gehen. Der Kurs der Anleihe halbierte sich innerhalb kurzer Zeit. "Wir sehen immer noch viel Kursbewegung", meldet Daniel.

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Teure Unternehmensanleihen

Thomas Miller von der HSH Nordbank weist im Übrigen darauf hin, dass sich die Renditeaufschläge für Unternehmensanleihen derzeit auf Jahrestiefstständen befinden. "Diesen Schwung werden die europäischen Kreditmärkte ins neue Jahr mitnehmen." Die Bank hat allerdings schon mehrfach darauf hingewiesen, dass ein Umschwung schnell und folgenschwer erfolgen könne - etwa durch ein Nachlassen der Stützwirkung des EZB-Anleihekaufprogramms. "High Yield-Anleihen werden am sensitivsten ausschlagen, wenn der Kreditzyklus von der Expansions- in die Kontraktionsphase dreht."

Von: Anna-Maria Borse
15. Dezember 2017, © Deutsche Börse AG
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