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08.01.2016 14:31:11
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Börse Frankfurt News

Anleihen: Bund-Future im Aufwind



Angesichts wirtschaftlicher und geopolitischer Unwägbarkeiten greifen Anleger verstärkt zu Bundesanleihen. Auch Papiere von Schwergewichten wie Daimler und Lufthansa überzeugen.
8. Januar 2016. FRANKFURT (Börse Frankfurt). So hatten sich Investoren den Jahresauftakt wohl kaum vorgestellt. Taumelnde chinesische Börsen, ein Renminbi im Sinkflug und der Test einer Wasserstoffbombe seitens Nordkorea sind nur einige Zutaten im Anleihehandel der ersten Woche.

Auch die neuen Spannungen im nahen Osten zwischen dem Iran und Saudi Arabien machten Anleger nervös, wie Oliver Schellmann von der Hellwig Wertpapierhandelsbank registriert. An den Aktienbörsen ging es jedenfalls bis gestern kontinuierlich abwärts. Die bessere Stimmung der Einkaufsmanagern im Dienstleistungssektor der Eurozone sowie die robuste Verfassung des US- Arbeitsmarktes hätten dem wenig entgegengesetzt.

"Entsprechend gesucht waren als sicher geltende Bundesanleihen." Der Euro-Bund-Future legte im Wochenverlauf von 158,61 auf 159,17 Prozent zu und übersprang in der Spitze die Marke von 160 Prozent. "Heute hat sich die Lage wieder etwas beruhigt", beobachtet Arthur Brunner von der ICF Bank. Die chinesische Zentralbank habe ihre Währung nach den Abwertungen der letzten acht Tage minimal wieder aufgewertet.



VW bleibt anfällig

Die Umsätze im Handel mit Mittelstandsanleihen sind nach einhelliger Aussage der Händler auch feiertags- und jahreszeitbedingt noch überschaubar.
 

"Nicht alle Marktteilnehmer haben ihre Bücher für 2016 bereits wieder geöffnet", erklärt Brunner. Viel Bewegung auf der Verkaufsseite macht der Händler bei einer Hybrid-Anleihe von VW (WKN A1ZE21) mit einem Kupon von 4,625 Prozent aus. Seit 30. Dezember hat der Wert von 97,95 auf 93,53 Prozent nachgegeben. "Das entspricht einem Minus von rund 4,5 Prozent." Anleger reagierten damit auf die Verluste der VW-Aktie nach der offiziellen Anklageerhebung gegen die Volkswagengruppe in den USA und den im Raum stehenden möglichen Rückkaufverpflichtungen von Dieselfahrzeugen.

Arthur BrunnerBrunner
 
"Die fallenden Preise an den Aktienmärkten zogen die Kurse der Anleihen im Corporate Bond-Sektor tendenziell mit nach unten", beschreibt Schellmann. Durch die Bank seien VW-Anleihen (WKNs A1HERD, A0S73W) überproportional von den jüngsten Medienberichten in Mitleidenschaftgezogen worden.

Areva-Bond unter Druck

Zur Disposition steht nach Beobachtung von Brunner auch eine Areva-Anleihe (WKN A1AMPB). Seit Ende des Jahres hat das im September 2024 fällige, mit jährlich 4,875 Prozent verzinste Papier von 99,91 auf 79,84 Prozent verloren. "Gründe hierfür sind vielfältig", urteilt der Händler. Unter anderem sorgten sich Anleger um die Geschäfte der Ausrüstungssparte für Kernkraftwerke des Versorgers. Bereits im vergangenen Jahr hat der französische, teilstaatliche Atomkonzern tiefe Einschnitte bei der Belegschaft angekündigt.

Anleger vertrauen auf Lufthansa
 

Zu den meist gehandelten Anleihen bei der Walter Ludwig Wertpapierhandelsgesellschaft gehört einmal mehr ein Langläufer der größten deutschen Fluggesellschaft (WKN A161YP) mit Fälligkeit im Jahr 2075, wie Gregor Daniel meldet. "Der Wert wird bei uns zwar überwiegend gekauft." Dennoch hat sich der Kurs der mit jährlich 5,125 Prozent Zinsen und von der Lufthansa in 2021 kündbaren nachrangigen Hybridanleihe seit dem Jahreswechsel kaum verändert. Aktuell ist die Anleihe zu einem Preis von 102,42 Prozent zu haben.

Gregor DanielDaniel
 
An einem mit 1,75 Prozent verzinsten und im November 2020 zur Rückzahlung anstehenden Produkt von Thyssen (WKN A14J57) fänden Anleger ebenfalls Gefallen. Auf Wochensicht hat der Kurs der Anleihe von 97,50 auf 95,71 Prozent nachgegeben.

Daimler-Neuemissionen erfolgreich

Daimler hat laut Brunner den Reigen der Neuemissionen eröffnet und über die Ausgabe von drei Bonds insgesamt 3,25 Milliarden Euro eingesammelt. "Die Nachfrage war trotz der Sorge um die chinesische Wirtschaft riesig." Neben einem bis 2019 laufenden Floater (WKN A169GZ) habe der deutsche Autobauer aus Stuttgart jeweils eine Milliarde Euro über eine fünfjährige Anleihe (WKN A169G0) mit einem Kupon von 0,875 Prozent und einen mit jährlich 1,4 Prozent verzinsten, bis 2024 laufenden Wert (WKN A169G1) begeben. "Die fünf- und achtjährigen Bonds sind mit einer Stückelung von 1.000 Euro auch für Privatanleger interessant."

von Iris Merker, Deutsche Börse AG
© 8. Januar 2016
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