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02.11.2018 15:08:40
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Börse Frankfurt News

Anleihen: Hoffnung auf Einigung im Zollstreit



Die bessere Stimmung am Aktienmarkt setzt deutsche Anleihen leicht unter Druck. Italienische Bonds profitieren von der größeren Risikobereitschaft und verringern Renditeabstand zu Bundesanleihen.
2. November 2018. FRANKFURT (Börse Frankfurt). "Hinter uns liegen spannende und bewegte Tage an den Finanzmärkten." So zumindest beschreibt Arthur Brunner das Geschehen im Rentenhandel. "Angela Merkels Rücktritt auf Raten wurde von Anlegern eher positiv aufgenommen", beobachtet der Händler der ICF Bank. Zudem berichteten Medien rechtzeitig vor den Mid-Term-Wahlen am kommenden Dienstag über eine mögliche Lösung im Zollkonflikt zwischen den Vereinigten Staaten und China. Präsident Trump arbeite an einem Entwurf für ein Handelsabkommen, der womöglich im Rahmen eines persönlichen Treffens am Rande des G20-Gipfels mit Staatschef Xi Jinping Ende des Monats in Argentinien die Wogen glätten könnte. "Nach dem Auftrieb an den Aktienbörsen nahm der Druck nach oben am Rentenmarkt ab." Der Euro-Bund-Future gab seit Montag von 160,6 auf 159,9 Prozent nach.

Von der höheren Risikobereitschaft profitierten italienische Staatsanleihen sowie Papiere anderer europäischer Peripheriestaaten, wie Brunner anmerkt. Trotz schwacher Wirtschaftsdaten und der ungelösten Haushaltsthematik zwischen Rom und Brüssel ermäßigte sich der Spread zehnjähriger Italien-Bonds zu vergleichbaren Bundesanleihen auf gut 302 Basispunkte. "Dass Standard & Poor’s die Kreditwürdigkeit des Landes nicht herabgestuft hat, trug zur Entspannung bei", urteilt der Händler. Lediglich den Ausblick habe die Ratingagentur auf negativ gesetzt.

Gut für alle
 

Sollte es zu einer Einigung im Zollstreit kommen, haben sich nach Ansicht von Folker Hellmeyer die Bemühungen Trumps für die gesamte globale Wirtschaft gelohnt. Dank der US-Politik öffnet China die Märkte auch für Europa schneller als es zu Beginn des Jahres vorstellbar war, wie der Analyst von Solvecon meint. "Da ist durchaus ein Dank Richtung Washington angebracht." Eine Handelsvereinbarung würde außerdem den Schaden durch die Zölle für die US-Wirtschaft begrenzen. Nehme man Chinas Stabilisierungsmaßnahmen in Höhe von 300 Milliarden US-Dollar hinzu, ergebe sich zusätzliches strukturelles Potenzial auch für die hiesige Wirtschaft.

HellmeyerHellmeyer
 
Vertrauen in Autobauer steigt
 

Nach Auffassung von Gregor Daniel profitieren VW-Anleihen von den Zahlen für das dritte Quartal und dem damit einhergehenden höheren Aktienkurs. "Der Autobauer hält an seinen bisherigen Prognosen fest", begründet der Händler der Walter Ludwig Wertpapierhandelsbank das Interesse. Rege auf beiden Seiten gefragt sei ein 1,1 Milliarden Euro schweres Papier der Wolfsburger (WKN A1ZYTJ) mit einem Kupon von 2,5 Prozent. Fast nur Käufe gebe es zudem für einen bis Oktober 2026 laufenden VW-Bond, der jährlich 2,25 Prozent abwirft.

DanielDaniel
 
Langlaufende Bonds der Autobauer erholten sich laut Rainer Petz generell sehr stark. Beispielhaft dafür nennt der Händler der Oddo Seydler Bank den Verlauf einer VW-Anleihe (WKN A1ZYTK) mit einem Kupon von 3,5 Prozent, die im Wochenverlauf von 89,5 auf knapp 92 Prozent hinzugewann. Bonds hiesiger Autobauer profitierten unter anderem von den möglichen Steuersenkungen für Autos in China. Aufgrund der schwächelnden Nachfrage auf dem heimischen Automarkt plane Peking Berichten zufolge die beim Autoerwerb anfallende Kaufsteuer von 10 auf 5 Prozent zu halbieren.

Brunner bestätigt den Trend und nennt beispielhaft starkes Interesse an einer Hybridanleihen von VW (WKN A1ZE21 ) mit einer jährlichen Verzinsung von 4,625 Prozent. Seit Wochenbeginn legte der Kurs von 100,50 auf 102,50 deutlich zu. Ebenso fänden Investoren Gefallen an einer im Januar 2026 fälligen Anleihe von Jaguar Landrover mit einem Kupon von 4,5 Prozent. Die Käufe trieben den Wert von 91 auf knapp 95 Prozent.

Paragon-Anleihe erholt sich
 

Nach den Abgaben eines im Januar 2022 fälligen, mit jährlich 4,5 Prozent verzinsten Paragon-Bonds (WKN AJGSB8) infolge einer geplatzten Platzierung registriert Brunner in dieser Woche wieder deutliche Zuflüsse. Von dem Tief um 93,5 Prozent erholte sich die Anleihe spürbar und notiert derzeit wieder oberhalb von 100 Prozent.

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Nach den jüngsten Verlusten einer Douglas-Anleihe (WKN A161MW) mit einem Kupon von 6,25 Prozent, überwiegen auch gegenwärtig die Zuflüsse, wie Brunner registriert. Der Wert legte von knapp 83 auf über 87 Prozent zu.

Anleger trennen sich von GE Capital-Bond

Heftige Kursbewegungen verbucht Daniel in einer GE Capital-Anleihe (WKN A0TSC4) mit einem Kupon von 6,025 Prozent. Die Anleihe verlor seit Anfang Oktober von 150 auf 130 Prozent. Nach Verlusten in Höhe von 23 Milliarden US-Dollar für das dritte Quartal, plane das Management eine Dividendenkürzung. Damit könne General Electric jährlich vier Milliarden US-Dollar einsparen.

Herta BSC erfolgreich am Markt

In dieser Woche platzierte Herta BSC eine Anleihe (WKN A2NBK3) mit einem Volumen von 40 Millionen Euro erfolgreich am Kapitalmarkt, wie Brunner meldet. Der Bond des Fußballbundesligisten werde ab Montag handelbar sein und bringt Anlegern jährlich 6,5 Prozent Zinsen. Wofür die Mittel verwendet werden, sei offen. Vielleicht realisiere der Club den seit geraumer Zeit geplanten Bau eines eigenen Stadions.

von: Iris Merker
2. November 2018, © Deutsche Börse AG
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