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25.05.2018 13:44:40
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Börse Frankfurt News

Anleihen: In der Defensive



Politische Unsicherheiten bestimmen den Rentenmarkt und erhöhen das Sicherheitsbedürfnis der Anleger. Gefragt sind Anleihen bonitätsstarker Länder.
25. Mai 2018. FRANKFURT (Börse Frankfurt). Eine Serie nicht abreißender negativer Schlagzeilen drückt die Stimmung an den internationalen Kapitalmärkten. Neben der politischen Unsicherheit rund um die neue italienische Regierung spielen die jüngsten Äußerungen des US-Präsidenten nach Ansicht von Arthur Brunner von der ICF Bank eine entscheidende Rolle. Nachdem Donald Trump erneut verkündet habe, Importautos mit Strafzöllen von bis zu 25 Prozent belasten zu wollen, sei nun die Absage an das Gipfeltreffen mit Nordkoreas Machthaber Kim Jong-un gefolgt. Zudem habe Trump jüngst erklärt, dass er mit den Ergebnissen der Verhandlungen mit China unzufrieden sei.

Anleger reagieren verstimmt und trennten sich verstärkt von Aktien. Ausgehend vom Zwischenhoch Mitte der Woche summierten sich die Kursabschläge beim DAX auf zwischenzeitlich über 400 Punkte. Als sicher geltende Bundesanleihen profitieren. Die höhere Nachfrage nach zehnjährigen Bonds festigt den Euro-Bund-Future, der auf Wochensicht von 157,90 auf knapp 160 Prozent zugelegt hat. Die Rendite zehnjähriger Bundesanleihen ist auf 0,50 Prozent gesunken. "Gleichzeitig fiel die Rendite von US-Staatsanleihen gleicher Laufzeit unter 3 Prozent."

Erinnerungen an Euro-Krise

Italienische Bonds haben derzeit das Nachsehen, die Rendite zehnjähriger Papiere liegt nach Brunners Berechnungen mittlerweile rund 2 Prozent über Bundesanleihen gleicher Laufzeit. "Marktteilnehmer reagierten damit auf die chaotische Regierungsbildung." Neben der gegenüber Europa kritischen Haltung beunruhigten die wirtschaftspolitischen Vorstellungen der neuen Riege. Der bisherige Sparkurs stehe vermutlich vor dem Aus. Geplant seien massive Steuersenkungen und zusätzliche Sozialausgaben



Das ist auch der Europäischen Zentralbank nicht egal, wie Klaus Stopp von der Baader Bank anmerkt. "EZB-Vizepräsident Vitor Constancio hält den jüngsten starken Anstieg der Renditen italienischer Staatsanleihen infolge der Regierungsbildung für bedenklich und ein Dejà Vu mit Blick auf die Euro-Krise für nicht ausgeschlossen." Eine Ansteckungsgefahr durch Italien für andere Euroländer sei noch nicht ganz vom Tisch.

Begehrlichkeiten bleiben

Obwohl die neue italienische Koalition hinsichtlich eines angedachten Schuldenerlasses vonseiten der EZB im Volumen von 250 Milliarden Euro zurückgerudert habe, sieht Stopp im Ansinnen selbst eine gewisse Salonfähigkeit, Schulden mit einem einfachen Pinselstrich zu streichen. "Während andere Länder wie Spanien und Portugal die Zeit der Niedrigzinsen genutzt haben, ihre Schulden abzubauen, wurde dies in Italien versäumt." Das könne den Druck auf den Italiener Mario Draghi an der Spitze der Notenbank erhöhen, die expansive Geldpolitik womöglich länger als geplant beizubehalten.

Insgesamt habe die Europäische Zentralbank italienische Staatsanleihen über rund 425 Milliarden Euro in ihren Büchern. Deshalb falle die Risikoprämie für italienische Staatspapiere vergleichsweise gering aus. Nach der Finanzkrise im Jahr 2011 habe der Spread in der Spitze immerhin über 5 Punkte betragen.

Italien bleibt präsent

Sintje Boie von der HSH Nordbank geht davon aus, dass die Regierungsbildung in Italien die Märkte weiterhin beschäftigen wird. Das werde die Rendite-Spreads zwischen italienischen und deutschen Staatsanleihen aller Voraussicht nach ausweiten. "Auch die Konjunkturindikatoren sprechen eher für niedrigere Bund-Renditen." Die vorläufigen Einkaufsmanagerindizes für Mai in der Eurozone hätten mehrheitlich weiter nachgegeben.

Anleger meiden das Risiko
 

Im Handel mit Unternehmensanleihen registriert Brunner Abgabedruck für Hybridanleihen und nennt als Beispiel für den gesamten Sektor eine mit jährlich 5,5 Prozent verzinste UBM-Anleihe (WKN A19W3Z). In turbulenten Märkten trennen sich Investoren dem Händler zufolge eher von risikobehafteten Nachrangkapital. Reges Interesse bestehe an einem neuen bis Mai 2022 laufenden Ferratum-Bond (WKN A2LQLF) mit einem Kupon von 5,177 Prozent. "Der Wert hat sich gut entwickelt."

BrunnerBrunner
 


Nach einer Gewinnwarnung des Unternehmens verabschiedeten sich Anleger Brunner zufolge tendenziell von einer Aryzta-Anleihe (WKN A1HHTC). Seit gestern verlor der Wert deutlich an Gewicht und büßte von 81,60 auf 73 Prozent ein.

 

Ins Bild passen die von Rainer Petz gemeldeten verstärkten Abflüsse aus einer unbegrenzt laufenden Deutschen Bank CoCo-Anleihe (WKN DB7XHP), die jährlich 6 Prozent abwirft. "Der Wert verlor in den vergangenen Handelstagen von 100 auf gut 96 Prozent", unterstreicht der Händler der Oddo Seydler Bank das Anlegerinteresse. Contingent Convertible Bonds sind langfristige, nachrangige Schuldverschreibungen mit meist festem Kupon, die bei Eintreten von vorher festgelegten Kriterien automatisch von Fremd- in Eigenkapital gewandelt werden.

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Wetten auf die türkische Lira

Fremdwährungsanleihen in türkischer Lira gehören Brunner zufolge derzeit zu den beliebtesten Produkten. Unter anderem würde ein im September 2021 fälliger Wert der European Investment Bank (WKN A1ZKHL) mit einem Kupon von 8,75 Prozent und einer aktuellen Rendite von 15,32 Prozent gern in beide Richtungen gehandelt. Käufer setzten auf eine steigende türkische Lira, Verkäufer vermuteten weiter fallende Kurse. "Ob die hohe Rendite mögliche Währungsverluste ausgleichen kann, wird sich zeigen." Die türkische Währung befinde sich weiterhin im Abwärtssog. Ein Euro kostete zwischenzeitlich 5,7689 Türkische Lira, aktuell sind 5,53 Türkische Lira fällig. In Reaktion auf die Lira-Schwäche habe die Zentralbank am Mittwoch den Satz ihrer Notfallfazilität um 300 Basispunkte auf 16,5 Prozent angehoben. von: Iris Merker
25. Mai 2018, © Deutsche Börse AG
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