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16.11.2018 13:09:01
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Börse Frankfurt News

Anleihen: Italien- und Brexit-Unsicherheiten belasten



Schlechte Nachrichten aus Rom und London lassen keine Ruhe an den Märkten aufkommen. So bleibt Solides gefragt. Auch riskantere Unternehmensanleihen werden gemieden.
16. November 2018. FRANKFURT (Börse Frankfurt). Europa hat derzeit zwei Baustellen, die den Märkten zu schaffen machen: Italien und Großbritannien. In Italien blieb in dieser Woche die von der EU geforderte Änderung der Budgetplanung aus, Großbritannien befindet sich nach der Brexit-Vereinbarung mit der EU mitten in einer Regierungskrise. "Die Märkte sind nervös", bemerkt Rainer Petz von Oddo Seydler.

Sicheres bleibt daher gefragt. "Der Euro-Bund-Future hält sich deutlich über 160 Prozent", stellt Arthur Brunner von der ICF Bank fest. Am Freitagmorgen liegt das Barometer für die langfristige Zinsentwicklung bei 160,57 Punkten und damit etwas über dem Niveau der Vorwoche. Zehnjährige Bundesanleihen werfen nur noch 0,37 Prozent ab nach 0,41 Prozent am vergangenen Freitag.

Höhere Renditen für Italiens Anleihen

Die Rendite für zehnjährige italienische Staatsanleihen stieg zwischenzeitlich auf 3,49 Prozent. Zum Vergleich: Ende April waren es nur 1,74 Prozent. "Eine schnelle Entspannung des Konflikts zwischen der EU und Italien ist nicht in Sicht", kommentiert Marco Wagner von der Commerzbank. Denn die Regierung in Rom hoffe durch den Streit wohl auf weiteren Zulauf bei der Europawahl im Mai 2019. Die EU dürfte schon bald ein "Verfahren wegen eines übermäßigen Defizits" gegen Italien einleiten. Die Märkte würden daher wohl nervös bleiben. "Allerdings werden in Italien die höheren Risikoaufschläge die Staatsfinanzen und insbesondere die Banken immer mehr belasten." Da beide Seiten aber nicht an einer Eskalation interessiert seien, dürfte es nach der Europawahl wohl einen Kompromiss geben.



Harter Brexit befürchtet

Was die Brexit-Verhandlungen angeht, steht laut Sintje Boie von der HSH Nordbank den Akteuren der schwierigere Teil noch bevor. "Knackpunkt für den Ablauf des Brexit bleibt die Abstimmung im britischen Parlament." Doch der Widerstand gegen den Verhandlungskurs und damit letztlich die Verhandlungsergebnisse von Theresa May nehme immer mehr an Fahrt auf. "Wenn kein Ruck durch das Vereinigte Königreich geht, unter allen Umständen einen ungeordneten Brexit zu verhindern, kann die Austrittsvereinbarung sehr leicht durch das britische Parlament fallen." Damit sei man wieder beim Szenario eines ungeordneten Brexit angekommen, denn aus Zeitgründen seien neue Verhandlungen dann wohl nicht mehr sehr wahrscheinlich.

Nachranganleihen auf Abgabelisten
 

Unter Druck sind aufgrund der Nervosität an den Märkten auch riskantere Unternehmensanleihen. "Im Risk-off-Modus werden Nachranganleihen immer abgegeben", stellt Brunner fest. Als Beispiel nennt er eine Nachranganleihe der Nord/LB (WKN NLB1DD, NLB8K6). Gefragt sind laut Petz aber Nachranganleihen von General Electric Capital wie die bis 2035 laufende mit Kupon von 4,125 Prozent (WKN A0GFB8). Die Euro-Anleihe war Anfang Oktober noch über 120 Prozent gehandelt worden und dann unter 95 Prozent zurückgefallen. "Bei den niedrigeren Kursen sehen wir wieder viel Umsatz."

Weiter sehr beliebt ist Brunner zufolge die neue Anleihe von Herta BSC (WKN A2NBK3) mit einem Kupon von 6,5 Prozent und Laufzeit bis 2023. Gute Umsätze meldet der Händler auch im neuen Minibond der SoWiTec Group (WKN A2NBZ2) mit Kupon von 6,75 Prozent und Laufzeit bis November 2023 sowie in der Senvion Holding-Anleihe mit 3,875 Prozent und Laufzeit bis Oktober 2022 (WKN A2E4E2).

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Ebenfalls unverändert gut an kommt laut Gregor Daniel von der Walter Ludwig Wertpapierhandelsbank der neue Bond des Hotelentwicklers UBM Development (WKN A2RS14). Bei einer Laufzeit bis November 2023 liegt der Kupon bei 3,125 Prozent, die Stückelung bei 500 Euro.

Neues von VW und Grenke
 

Neue Anleihen gibt es von Volkswagen Finance. "Nach Sanofi im März konnten die Wolfsburger mittels sechs neuer Bonds die zweitgrößte Refinanzierungsmaßnahme des Jahres erfolgreich durchführen und sammelten dabei insgesamt 4,25 Milliarden Euro sowie 800 Millionen britische Pfund ein", berichtet Klaus Stopp von der Baader Bank. Gute Umsätze sieht Petz in der Euro-Tranche mit Kupon von 3,25 Prozent und Laufzeit bis 2030 - trotz Stückelung von 100.000 Euro. "Ist der Name gut und der Kupon interessant, wird gerne zugegriffen."

Etwas unter Druck gerieten Daniel zufolge im Zuge dessen alte Anleihen des Autobauers, etwa der bis 2026 laufende Bond mit Kupon von 2,25 Prozent (WKN A2LQ6C). "Der Kursrückgang wurde aber für Käufe genutzt."

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Neues kam zudem von Grenke: Das Unternehmen, spezialisiert auf Leasing von Bürokommunikationsprodukten, begab eine fünfjährige Anleihe mit Kupon von 1,5 Prozent (WKN A2RT0W) mit Mindeststückelung von 1.000 Euro. "Wir sehen gute Umsätze" stellt Brunner fest.

von: Anna-Maria Borse, 16. November 2018,
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