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01.02.2019 13:45:39
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Börse Frankfurt News

Anleihen: Renditen tendieren gen Süden



Von einer im Raum stehenden Vertagung der Zinswende im Euroraum und womöglich langsamer steigenden US-Zinsen profitieren Bonds von Staaten mit guter Bonität. Der griechischen Regierung sprechen Anleger das Vertrauen aus.
1. Februar 2019. FRANKFURT (Börse Frankfurt). Eine von der US-Notenbank in Aussicht gestellte Zinserhöhungspause sowie Signale einer womöglich später beginnenden Normalisierung der EZB-Geldpolitik beleben die Nachfrage nach Staatsanleihen guter Bonität. Den europäischen Währungshütern bereiten die jüngsten makroökonomischen Kennzahlen Kopfzerbrechen. Nach den mit 0,2 Prozent unter Erwarten gestiegenen Zahlen zum Bruttoinlandsprodukt im vierten Quartal 2018, bleibt auch die Inflation im Euroraum zum Jahresbeginn mit 1,4 Prozent hinter den Projektionen zurück. Für das Gesamtjahr rechnet die HSBC mit einer gemeinsamen Teuerung von 1,3 Prozent, was deutlich unter dem Ziel der Europäischen Zentralbanker von 2 Prozent liegt.

Investoren, die immer noch an eine baldige Normalisierung der Leitzinsen in der Eurozone glaubten, wurden nach Ansicht von Klaus Stopp von der Baader Bank in dieser Woche eines Besseren belehrt. Dem Euro-Bund-Future hätten die Auslassungen der Notenbanken Rückenwind für den Sprung über die Marke von 165 Prozent verliehen.

Wenig Fassbares im Zollstreit

Auf die Aussage des US-Präsidenten, mit China "den größten Deal aller Zeiten" erreichen zu könnten, reagieren Anleger eher abwartend. Konkrete Ergebnisse hätten die zweitägigen Gespräche in Washington nicht gebracht. Immerhin, im Februar scheinen Finanzminister Mnuchin und der Handelsbeauftragte Lighthizer zwecks Fortsetzung der Verhandlungen eine Reise nach Peking zu planen. Ohne Fortschritte stehen allerdings nach wie vor ab 1. März höhere Zölle auf chinesische Importe im Raum.



Athen refinanziert sich aus eigener Kraft
 

Über eine bis 2. April 2024 laufende Anleihe (WKN A2RXBM) finanzierte sich Griechenland erstmals seit Ende des EU-Stabilitätsprogramms wieder erfolgreich über den Kapitalmarkt. Athen biete Anlegern mit jährlich 3,4 Prozent Zinsen den höchsten Kupon im Euroraum in diesem Laufzeitband. Zum Vergleich zahlt Italien für fünfjährige Bonds eine Rendite von 1,54 und Portugal 0,42 Prozent, wie Gregor Daniel von der Walter Ludwig Wertpapierhandelsbank anmerkt. Analysten hätten im Vorfeld der Emission mit Zinsen zwischen 3,5 bis 3,7 Prozent gerechnet. Die Nachfrage von 10 Milliarden Euro habe das zunächst geplante Angebot von zwei Milliarden Euro um das Fünffache überstiegen, obwohl die großen Ratingagenturen griechischen Staatsanleihen ein Investment-Grade versagen. Athen habe daraufhin das Emissionsvolumen auf 2,5 Milliarden Euro erhöht. Daniel rät zu größerer Aufmerksamkeit und erinnert daran, dass sich Anleger an griechischen Staatsanleihen schon einmal die Finger verbrannten.

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Möglicher Ausweg beflügelt NordLB-Bonds

Im Handel mit Unternehmensanleihen belegen NordLB-Bonds in der Umsatzstatistik von Rainer Petz wie in der Vorwoche einen vorderen Rang. Der Händler der Oddo Seydler Bank spricht von erhöhter Nachfrage nach einer unbegrenzt laufenden Fuerstenberg Capital II-Anleihe (WKN A0EUBN) mit einem Kupon von 5,625 Prozent. Der Bond verteuerte sich seit gestern von 55 auf 60 Prozent. Auch einen mit 6,0 Prozent verzinsten Wert der angeschlagenen Bank (WKN NLB1DL) legten sich Investoren verstärkt ins Depot.

 

Petz sieht einen Zusammenhang, mit Medienberichten über einen positiven Beschluss der Sparkassengruppe, rund 1,2 Milliarden Euro zur Rettung der NordLB beizutragen. Die Mittel würden demnach zu je einem Drittel aus Töpfen der Landesbanken, norddeutschen Sparkassen und den bundesweiten Sparkassenfonds kommen. 2,5 Milliarden Euro müssten Niedersachsen und Sachsen-Anhalt zuschießen, die rund 65 Prozent der NordLB halten. Diese Lösung erübrige womöglich eine Beteiligung der interessierten US-Finanzinvestoren Cerberus und Centerbridge.

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Anleger reißen sich um VW-Bonds

Die von Volkswagen in dieser Woche emittierten neuen Bonds im Volumen von insgesamt 2,5 Milliarden Euro generierten Petz zufolge Anlegerinteresse in Höhe von fast 10 Milliarden Euro. Für Laufzeiten von drei (WKN A1X3P7), fünf (WKN A1X3P8) und sieben Jahren (WKN A1X3P9) biete der Wolfsburger Autobauer Investoren jährliche Zinsen in Höhe von 1,25 Prozent, 1,875 Prozent und 2,5 Prozent Zinsen. Der Kupon eines im August fälligen, 300 Millionen Euro schweren Floater (WKN A1X3P6) liege 1,47 Prozent über dem vierteljährlichen Euribor.

von: Iris Merker 1. Februar 2019,
© Deutsche Börse AG
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