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10.11.2017 12:09:19
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Börse Frankfurt News

Anleihen: Unter dem Strich kaum Veränderung



Nach kräftigen Kursgewinnen bis zum Mittwoch ging es für Anleihen zuletzt wieder nach unten. In Sachen Venezuela wird spekuliert, was bei einer Umschuldung herauskommen könnte.
10. November 2017. FRANKFURT (Börse Frankfurt). Es war eine durchaus bewegte Woche am Anleihemarkt. "Die Kursschwankungen waren hoch", berichtet Arthur Brunner von der ICF Bank. Erst legten die Kurse weiter zu, am gestrigen Donnerstag folgten Verluste. "Das waren, wie am Aktienmarkt, Gewinnmitnahmen."

Auf Wochensicht gibt es beim Euro-Bund-Future kaum Veränderung: Am Freitagmittag liegt der Indikator bei 162,78 Punkten nach 162,63 vor einer Woche. Zehnjährige Bundesanleihen werfen 0,39 Prozent ab nach 0,37 vergangenen Freitag - im Tief waren es diese Woche 0,31 Prozent.

Anhaltender Seitwärtstrend

Klaus Stopp von der Baader Bank geht davon aus, dass es auch in den kommenden Wochen bei der Seitwärtsbewegung auf hohem Level bleiben wird. "Bereits in sechs Wochen ist Weihnachten, und in den noch verbleibenden Handelswochen werden nur noch in Extremsituationen neue Positionen eingegangen", meint der Händler. Die Fed-Sitzung am 13. Dezember sei das einzige Highlight der kommenden Wochen.



Noch Potenzial in Südeuropa

Markus Koch von der Commerzbank weist darauf hin, dass sich die Renditen zehnjähriger Bundesanleihen seit nunmehr zwölf Monaten zwischen 0,2 bis 0,5 Prozent bewegen. "Eine solch enge Spanne war über einen solch langen Zeitraum seit Gründung der Währungsunion nur selten zu beobachten, und sie könnte in den kommenden Wochen auch Bestand haben." Die Sorgen um den Bestand der Währungsunion haben sich Koch zufolge wegen des kräftigen und breiten Aufschwungs im Euroraum deutlich verringert und dürften vorerst auch nicht wiederkehren. "Darum dürften sich Peripherietitel überdurchschnittlich entwickeln." Dies gelte insbesondere für spanische Langläufer.

Leichte Gewinne bei Venezuela-Bonds

Venezuela-Anleihen haben sich zuletzt etwas erholt, nachdem sie mit der Ankündigung einer Umschuldung der Auslandsschulden vergangene Woche kräftig verloren hatten. Der bis 2026 laufende Bond mit Kupon von 11,75 Prozent (WKN A1GWK1), der von 42 bis auf 18,35 Prozent gefallen war, wird jetzt wieder zu 25 Prozent gehandelt. Die bis 2028 laufende Anleihe mit Kupon von 9,25 Prozent (WKN A0TU0G) erholte sich nach dem Rückgang von 35 auf 18,50 Prozent auf aktuell 23 Prozent.

 

"Positiv stimmt wohl, dass der venezolanische Ölkonzern PDVSA 1,1 Milliarden US-Dollar an Tilgungszahlungen geleistet hat", berichtet Gregor Daniel von der Walter Ludwig Wertpapierhandelsbank. "Dass es eine Umschuldung geben wird, scheint klar, die Frage ist nur, wie viel Geld die Anleihegläubiger bekommen." Russlands Finanzministerium hat heute erklärt, dass Venezuelas Schulden in Höhe von 2,8 Milliarden US-Dollar gegenüber Moskau restrukturiert werden.

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Hybride gefragt

Gesucht waren abermals Hybrid-Anleihen, wie Brunner berichtet, etwa von VW. Ebenfalls gut an kamen dem Händler zufolge Papiere der Otto GmbH & Co KG (WKN A2E4BN, A2AAWQ). Eine rege Nachfrage hat er außerdem bei einer Nullkuponanleihe der Europäischen Investitionsbank EIB in türkischen Lira beobachtet (WKN A0N19L), die bei einem Kurs von aktuell 60,63 Prozent eine Rendite von 10,7 Prozent bietet. "Da wird wohl auf die Lira-Entwicklung gesetzt, allerdings schwankt die türkische Währung stark."

Frisches Geld für Daimler, Apple und BASF

Neues gab es in dieser Woche von Daimler: Der Autobauer brachte einen 1 Milliarde Euro schweren Bond (WKN A2GSLY) auf den Markt mit Kupon von 1 Prozent und Laufzeit bis November 2027. Die Stückelung ist mit 1.000 Euro privatanlegerfreundlich. "Viel Interesse sehen wir aber nicht", stellt Daniel fest.

Anleihen im Wert von insgesamt 7 Milliarden US-Dollar platzierte unterdessen Apple. Aufgeteilt ist die Emission auf sechs Tranchen mit Laufzeiten von 2, 3, 6, 8, 10 und 30 Jahren und Verzinsung von 1,8 Prozent (WKN A19R30), 2 Prozent (WKN A19R31), 2,4 Prozent (WKN A19R32), 2,75 Prozent (WKN A19R33), 3 Prozent (WKN A19R34) und 3,75 Prozent (WKN A19R35). "Mit einer Stückelung von 2.000 US-Dollar sind diese auch für Privatanleger geeignet", bemerkt Brunner. Geld braucht Apple eigentlich nicht: Das Unternehmen verfügte zuletzt über Barmittel und marktfähige Wertpapiere im Volumen von 269 Milliarden US-Dollar. Mit den Anleihen sollen die aktuellen Dividenden und Aktienrückkäufe finanziert werden.

Außerdem kam Brunner zufolge BASF mit neuen Papieren auf den Markt. Bei der einen Tranche (ISIN XS1718417717) liegt der Kupon bei 1,625 Prozent bei einer Laufzeit bis 2037, bei der anderen (ISIN XS1718418103) bei 0,875 Prozent bei einer Laufzeit bis 2027. Dazu kommt ein Floater (ISIN XS1718416586).



von: Anna-Maria Borse
10. November 2017, © Deutsche Börse AG
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