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Kolumne

Baader Bond Market: "Rentenmarkt testet erneut die Null-Linie"



Klaus Stopp befasst sich umfassend mit der Woche am Rentenmarkt, insbesondere über den sich auflösenden Zusammenhang zwischen Rendite und Risiko durch die hohen Staatsverschuldungen bei anhaltend niedrigen Zinsen.
15. Februar 2019. MÜNCHEN (Baader Bank). Rendite ist gleich Risiko: Dies ist normalerweise ein Fakt - ein ehernes Gesetz des Kapitalmarkts sozusagen. Jedoch hat der Geld- und Kapitalmarktzins inzwischen seine eigentliche Bedeutung verloren und verkommt immer mehr zu einer Aufbewahrungsprämie. Bei Unternehmensanleihen der zweiten und dritten Reihe hat man zwar immer noch den Eindruck, dass dieses Gesetz existiert. Aber auch dort ist infolge des Anlagenotstands vereinzelt ein Aufweichen dieser Regel zu beobachten. Dies hat zur Folge, dass auch bei fallenden Aktienkursen die Nachfrage nach solchen Anleihen nicht unbedingt zum Erliegen kommt. In diesem Zusammenhang sei nur an die jüngsten Ereignisse rund um das Thema "Coco-Bonds" erinnert. So hat die spanische Santander Bank angekündigt, einen Coco-Bond im Volumen von 1,5 Milliarden Euro nicht zum erstmöglichen Termin zurückzuzahlen. Über die Gründe kann zwar nur gemutmaßt werden, aber der Markt hat sich - wie ein nasser Pudel - kurz geschüttelt und ist zur Tagesordnung übergegangen.

Rendite zehnjähriger Bunds sank auf 0,078 Prozent

Infolge der vielen altbekannten Themen hatte sich der Himmel am Aktienmarkt zeitweise tiefschwarz eingefärbt, und die Rentenhändler mussten einen neuen Angriff auf die "Null-Rendite-Linie" beobachten. Diese wurde zwar noch nicht ganz erreicht, aber mit einer Rendite von 0,078 Prozent für die zehnjährige deutsche Benchmark-Anleihe kam man diesem Niveau am vergangenen Freitag beängstigend nahe. Zuletzt mussten sich Investoren im Herbst 2016 mit solchen Renditen zufriedengeben, jedoch bei einem um ca. 1.000 Punkte tieferen DAX. Profitieren normalerweise die Kurse der Anleihen von schwächeren Aktiennotierungen, so kann es nun zu einer generellen Neugewichtung der Einflussfaktoren kommen.

Gefährliche Mischung entsteht

So ist beispielsweise die höhere Verschuldung - nicht nur in den USA oder einzelnen Eurostaaten - kein Gradmesser mehr für die den Investoren zu zahlenden Zinsen bzw. Renditen, sondern eine Reihe von Rendite-dämpfenden Faktoren. Sich eintrübende Wachstumsaussichten in der Eurozone, abnehmende Inflationserwartungen, Brexit-Sorgen, ungelöste Handelskonflikte und nicht zuletzt die zu erwartende Geldpolitik der führenden Notenbanken machen die Hoffnung auf steigende Zinsen zunichte. Gepaart mit Aktienindices, die nicht zuletzt auf Basis von Aktienrückkaufprogrammen einzelner Unternehmen dieses Niveau halten, entsteht hier eine gefährliche Mischung. Denn sollten die nach dem Vorbild der Europäischen Zentralbank (EZB) von großen Unternehmen beeinflussten Aktienkurse gen Süden tendieren, so ist von dem bereits ermäßigten Renditeniveau ein erneuter Angriff auf die Null-Rendite-Linie nicht nur möglich, sondern sogar sehr wahrscheinlich. Die alte Börsenweisheit "Rendite = Risiko" würde dann also erneut ad absurdum geführt werden.



Märkte hoffen immer noch auf gute Lösung beim Brexit

Sie hört nicht auf damit, ihren Brexit-Deal immer wieder anzupreisen. Zum wiederholten Mal hat die britische Premierministerin dem Unterhaus zugemutet und mehr oder weniger dieselbe Rede gehalten - Motto: Theresa May reloaded. Demnach gibt es keine Alternative zu der von ihr mit der EU ausgehandelten Lösung für einen geregelten Brexit, obwohl das Unterhaus im Januar den Deal mit überwältigender Mehrheit abgelehnt hat. May aber beharrt darauf, dass ihr Plan der beste sei. Und ihr Land taumelt auf einen ungeregelten Austritt zu.

Kommt es zur Abstimmung nach dem Motto "Friss oder stirb"?

Der Verdacht, dass die ungeschickt agierende Premierministerin damit nur auf Zeit spielt, erhärtete sich in dieser Woche nochmals, als ihr Chefberater in einer Brüsseler Bar verraten hat, dass die Parlamentarier kurz vor dem offiziellen Austrittsdatum am 29. März die Pistole auf die Brust gesetzt bekommen und nochmals über den ungeliebten Deal von May abstimmen soll - ganz nach dem Motto: Friss oder stirb! Dies steht allerdings im Widerspruch zu Meldungen, dass die Premierministerin sich eine Frist bis zum 27. Februar gesetzt haben soll. Sollte sie bis zu diesem Zeitpunkt nicht in der Lage sein, ein überarbeitetes Abkommen vorzulegen, so solle das Parlament selbst entscheiden, wie es mit dem Brexit weitergeht.

May pokert hoch - zu hoch?

May pokert also hoch, und agiert dabei verantwortungslos. Riskiert sie damit doch die Zukunftsfähigkeit des Landes. Was würde denn passieren, wenn sie wieder eine Niederlage kassieren würde? Bisher ist nur klar, dass nichts klar ist. Am Devisenmarkt scheint man eher vorsichtig zu sein und neutralisiert bisherige Positionen. Deshalb hat man den Eindruck gewinnen können, dass der Devisenmarkt hin und her gerissen ist. So hatte die Ablehnung von Mays Brexit-Vertrag durch das britische Parlament nicht etwa für eine permanente Pfund-Schwäche gesorgt. Vielmehr ist der Euro bis unter die Marke von 0,87 GBP abgerutscht. Hier scheinen die Akteure am Devisenmarkt immer noch auf einen weicheren Brexit oder gar eine Rücknahme des Austrittsersuchens zu spekulieren. Oder sollte gar die Pokerspielerin May am Ende doch obsiegen und das Unterhaus für ihren Deal bei einer eventuellen Abstimmung in letzter Sekunde votieren? Weitere Abstimmungen, die für diese Woche im britischen Parlament angesetzt sind, dürften noch keine Klarheit bringen. Es bleibt also spannend bis zum Schluss!

Zumal am 21. März nochmals ein Gipfeltreffen abgehalten werden soll. Zumindest in diesem Punkt bleibt sich Brüssel treu - man erinnere sich nur an die griechische Tragödie in unzähligen Akten. Jedoch hat der Ministerpräsident Luxemburgs Xavier Bettel beim gestrigen Treffen mit unserer Bundeskanzlerin Angela Merkel nochmals betont, dass es keine Nachverhandlungen geben wird.

Vertrauen in britische Staatsanleihen

Eher an Vertrauen gewonnen haben britische Staatsanleihen, die am Mittwoch im zehnjährigen Bereich eine Rendite von ca. 1,185 Prozent aufwiesen. Das waren etwa 0,02 PP weniger als am Vortag. Damit beträgt der Renditespread gegenüber zehnjährigen "Bunds" ca. 106 BP. Betrachtet man also den Devisen- und Zinsmarkt, so gibt es anscheinend doch noch eine gewisse Rest-Hoffnung, dass ein harter Brexit abgewendet werden kann.

Roms Populisten verunsichern einmal mehr die Investoren

Wenn man es mit Populisten zu tun hat, kann niemand sicher sein, auch mal in deren Visier zu geraten. Nun hat es in Italien die eigene Notenbank getroffen. So will Vizepremier und Rechtsausleger Matteo Salvini nicht nur die Banca d’Italia abschaffen, sondern die Börsenaufsicht gleich mit entsorgen. Ins selbe Horn bläst sein Pendant von der Fünf-Sterne-Bewegung Luigi di Maio, der sich auf die Banken einschießt, um hier in bekannter Manier ein neues Feindbild aufzubauen.

EU senkt Prognose für Italien

Das scheint für die Populisten mal wieder der Ausweg zu sein. Denn ob die Regierung in Rom es tatsächlich schaffen wird, ihr Staatsdefizit im laufenden Jahr auf 2,04 Prozent des BIPs zu begrenzen, darf angesichts der Konjunkturentwicklung im Land bezweifelt werden. So hat die EU-Kommission ihre Prognose für das italienische Wirtschaftswachstum für 2019 von 1,2 Prozent auf 0,2 Prozent gesenkt. Sollte die Kommission damit recht behalten, wäre der nächste Budgetstreit zwischen Brüssel und Rom vorprogrammiert.

Salvini will an die Goldreserven ran

Salvini hat nun vorgeschlagen, die Haushaltslöcher durch den Verkauf eines Teils von Italiens Goldreserven zu stopfen. Damit sollte eine Korrektur der Haushaltspläne für das laufende Jahr und eine Mehrwertsteuererhöhung 2020 vermieden werden. Immerhin verfügt das hochverschuldete Land nach den USA und Deutschland mit rund 2.450 Tonnen über die drittgrößten Goldreserven der Welt. Bereits in früheren Jahren hatten die europäischen Behörden derartige Ansinnen aus Rom mit dem Verweis auf die Unabhängigkeit der italienischen Notenbank verhindert. Doch nun will Salvinis rechte Lega in einem komplizierten Verfahren die Verfassung ändern, damit der Regierung der Verkauf des Tafelsilbers, das eigentlich aus Gold besteht, ermöglichen soll. Jedoch hat der Lega-Abgeordnete, Claudio Borghi, der zugleich Vorsitzender des Haushalts-Ausschusses im Unterhaus ist in einem Interview betont, dass man kein Gramm Gold verkaufen will.

Renditen für italienische Staatspapiere sinken dennoch

Solche Verkäufe sind aber nicht mit dem vertrauensbildenden Grundsatz einer unabhängigen Notenbank vereinbar und würden das Vertrauen vieler Investoren erschüttern. Dennoch sind die Renditen italienischer Staatsanleihen zum Wochenstart gesunken, nachdem die Lega in den Abruzzen starke Stimmengewinne verbuchen konnte und Spekulationen bezüglich Neuwahlen aufkamen. Der Markt kennt eben keine Moral. Inzwischen rentieren zehnjährige italienische Staatsanleihen - nachdem sie sogar die 3 Prozent-Marke touchierten - wieder mit ca. 2,778 Prozent, was einen Risikoaufschlag von ca. 265 BP gegenüber entsprechenden Bundesanleihen bedeutet.

Das Gespenst eines US-Downgrades geht weiter um

Am Freitag ist es soweit. Dann fällt die Entscheidung über die Fortsetzung des derzeit ausgesetzten Regierungsstillstands in den USA. Zwar wird seit Tagen immer wieder kolportiert, es deute sich eine Lösung an. Aber so ganz klar ist dies nicht. Gerade mal 1,375 Milliarden USD sieht das Agreement zwischen Republikanern und Demokraten für eine Barriere zu Mexiko vor, die D. T., der Unberechenbare, bauen will. Sollte der US-Präsident also tatsächlich eine Wiederaufnahme des Government Shutdowns verhindern und damit auch eine politische Niederlage hinnehmen wollen? Immerhin würden ihm fast 4,4 Milliarden USD seiner ursprünglich für die Grenzmauer geforderten 5,7 Milliarden USD fehlen. Nun hat er was von ca. 23 Milliarden USD orakelt, natürlich auf Twitter, die er aus anderen Quellen für seine Grenzsicherung bekommen würde, ohne zu sagen, woher das Geld denn genau stammen soll.

Trump in der Zwickmühle

Doch aller starker Rhetorik zum Trotz gerät nun auch Trump immer mehr in eine Zwickmühle. Lehnt er den Kompromiss ab, kann er zum alleinigen Buhmann im Falle der Wiederaufnahme des Government Shutdowns werden, der das Triple-A-Rating der USA gefährdet. Stimmt Trump aber zu, wird sich der Druck der Hardliner aus den eigenen Reihen erhöhen, die auf einer Mauer beharren. Denn es handelt sich hierbei um sein zentrales Wahlkampfversprechen. Daher will er nun offenbar Haushaltsmittel aus anderen Ressorts zusammenkratzen - "Bereiche, die weniger wichtig sind", wie er sagt. Und immer wieder winkt er dabei mit dem Zaunpfahl des nationalen Notstands, der dem Präsidenten erlauben würde, die Haushaltsmittel für die Mauer alleine zu bewilligen.

Datum für Schuldenobergrenze rückt rasch näher

Aber Trump bleibt nicht viel Zeit. Denn schon rückt ein neues Datum näher, der 1. März, bis zu dem die Schuldenobergrenze des Landes in der Größenordnung von 22 Bio. USD ausgesetzt ist. Von da an tritt sie mit dem Volumen in Kraft, das die Staatsschulden an diesem Tag erreicht haben, wenn sie der Kongress nicht erhöhen sollte. Ein solcher Schritt erscheint aber mit Blick auf den Mauerstreit eher unwahrscheinlich. Der Shutdown wäre zwar beendet, aber das Gespenst eines Downgrades beim Rating nicht verschwunden. Sehr wohl ist den Akteuren an den Finanzmärkten in Erinnerung, dass Fitch erst im Januar angedroht hat, man werde den USA das Spitzen-Rating von «AAA» entziehen, wenn bis Anfang März Präsident und Kongress nicht alle Blockaden beendet haben sollten und zukünftig wieder alle notwendigen Entscheidungen getroffen werden können.

Immerhin deutet sich Entspannung an anderer Stelle an, eine Einigung im US-chinesischen Handelsstreit. Dies könnte es D.T., dem Unberechenbaren, ermöglichen, die Niederlage bei seinem Prestigeprojekt mit einer Einigung im Handelsstreit zu kompensieren bzw. wie für ihn üblich, zu überkompensieren.

Weidmann nimmt EZB in Schutz

Viel Kritik von Jens Weidmann hat die Europäische Zentralbank (EZB) immer wieder einstecken müssen. Insbesondere die extrem expansive Geldpolitik der Währungshüter ist und war dem Bundesbank-Präsidenten ein Dorn im Auge. Wenn es aber darum geht, die EZB gegen eine missbräuchliche Instrumentalisierung zu verteidigen, kann sich die Notenbank auf Weidmann verlassen. Man dürfe die Geldpolitik nicht mit der Aufgabe als Krisenfeuerwehr überfrachten, warnte der Bundesbanker, der selbst gerne EZB-Chef werden würde. Am Ende des Tages könnte es dadurch für die EZB immer schwieriger werden, sich auf ihr Versprechen einer stabilen Währung zu fokussieren, machte Weidmann bei einer Veranstaltung ausgerechnet im fernen südafrikanischen Pretoria deutlich. Damit wird erneut klar, wie sehr er hinter den Prinzipien einer unabhängigen Notenbank steht.

An den Grenzen des Mandats der EZB

Wie kolportiert wird, gestand Weidmann zwar zu, dass das Einspringen der Währungshüter in der Euro-Schuldenkrise notwendig gewesen sei und dazu beigetragen habe, die Lage zu stabilisieren. Allerdings hätten einige der Maßnahmen wie die Staatsanleihekäufe sie an die Grenzen des Mandats der EZB geführt. Dass dabei die Notenbanken zu den größten Gläubigern der Euro-Länder aufgestiegen seien, könnte letztendlich deren Unabhängigkeit infrage stellen, so der Bundesbank-Präsident.

Altria besorgt sich frisches Geld am Kapitalmarkt für die Beteiligung an Juul

Altria benötigt für die bisher größte Investition in der Unternehmensgeschichte frisches Geld, um eine Beteiligung von 35 Prozent an dem elektronischen Zigarettenunternehmen Juul zu finanzieren. Die Beteiligung kostet demnach rund 12,8 Milliarden USD. Der US-amerikanische Konzern begab deshalb nicht nur vier Euro-Anleihen im Volumen von 4,25 Milliarden Euro, sondern platzierte ebenfalls erfolgreich sieben USD-Bonds mit Laufzeiten von 3 bis 40 Jahren im Gesamtvolumen von 11,5 Milliarden USD.

Unter den Euro-Anleihen befindet sich auch ein 4-jähriger, 1,25 Milliarden Euro schwerer Titel (A2RXZE), der am 15.02.2023 fällig wird. Der Zinssatz beträgt 1,0 Prozent und das Papier wurde zu 99,646 Prozent begeben. Der Emissionsspread belief sich demnach auf +108 BP über Mid Swap. Des Weiteren ist der Bond ab dem 15.01.2023 jederzeit zu 100 Prozent kündbar. Die weiteren 3 Tranchen (A2RX06, A2RX14, A2RX15) haben Laufzeiten von sechs, acht und 12 Jahren. Die 6-jährige Tranche mit 750 Millionen Euro ist am 15.06.2025 fällig und hat einen Zinssatz von jährlich 1,7 Prozent. Begeben wurde das Papier zu 99,928 Prozent, was einem Spread von +145 BP über Mid Swap gleichkam. Das Papier ist zwei Monate vor Endfälligkeit ab dem 15.04.2025 jederzeit zu 100 Prozent kündbar. Der nächste, 1 Milliarden Euro schwere Bond mit Fälligkeit am 15.06.2027 zahlt den Investoren jährlich 2,2 Prozent Zinsen und wurde zu 99,749 Prozent (+175 BP über Mid Swap) begeben. Bei dieser Anleihe räumt sich Altria ebenfalls zwei Monate vor Endfälligkeit ab dem 15.04.2027 ein Kündigungsrecht zu 100 Prozent ein. Die letzte Anleihe im Bunde, mit einem Emissionsvolumen von 1,25 Milliarden Euro, ist mit einem jährlichen Kupon in Höhe von 3,125 Prozent ausgestattet und wird am 15.06.2031 fällig. Der Ausgabepreis lag bei diesem Bond bei 99,98 Prozent, was +228 BP über Mid Swap entsprach. Auch bei diesem Papier ließ sich das Unternehmen ein optionales Kündigungsdatum ab dem 15.03.2031 jederzeit zu 100 Prozent in die Emissionsbedingungen aufnehmen. Des Weiteren stattete der Konzern alle Bonds mit einer Make Whole Option aus und wählte, wie auch die anderen beiden Unternehmen in dieser Woche, die besonders für institutionelle Kunden interessante Mindeststückelung von 100.000 Euro.

Ebenfalls am Bondmarkt aktiv wurden Volkswagen und Telia. Der Wolfsburger Konzern emittierte über die Finanzierungstochter Volkswagen Financial Services einen Floater (A2LQ6D) mit einem Emissionsvolumen von 500 Millionen Euro, der am 15.02.2021 fällig ist. Der Kupon richtet sich nach dem vierteljährlichen Euribor +0,8 PP. Ausgegeben wurde der Titel zu pari. Den gleichen Betrag nahm der führende Telekommunikationskonzern Finnlands Telia am Kapitalmarkt auf. Die Anleihe (A2RX2C) ist am 20.02.2034 fällig und zahlt den Gläubigern jährlich 2,125 Prozent an Zinsen. Der Emissionsspread belief sich auf 113 +BP über Mid Swap, was einem Ausgabepreis von 99,644 Prozent entsprach. Neben einer Make Whole Option ließ sich Telia bei der Emission ein optionales Kündigungsrecht (ab dem 20.11.2033 jederzeit zu 100 Prozent) einräumen.

Rückkehr zum Basislager

Nicht erst seit der Besteigung des Mount Everest ist jedem Bergsteiger das Risiko der Höhenkrankheit bekannt. Manche Bergsteiger mussten zwar kurz vor dem Ziel umkehren, aber nicht alle kapitulierten. Vom Basislager geht es in einer Schaukelbewegung anschließend aufwärts und beim Euro-Bund-Future könnte man momentan den Bereich um 166 Prozent als ein solches bezeichnen. Der Aufwärtstrend ist auch nach den jüngsten Rücksetzern immer noch intakt. Aber mancher Rentenhändler gibt wie ein Bergsteiger zu bedenken, dass die Luft in diesen Regionen immer dünner wird. Da in den kommenden Tagen sowie Wochen noch diverse XXL-Entscheidungen Kapitalmarkt-beeinflussender Themen anstehen, spricht zwar zunächst einiges für eine Verschnaufpause auf hohem Niveau, aber Vorkehrungen für plötzlich einsetzende Marktbewegungen sollte jeder Investor angesichts der Fristenabläufe treffen.

In solchen Zeiten ist oftmals eine charttechnische Analyse hilfreich und bietet losgelöst von den Fundamentaldaten Orientierungshilfen. So ist eine erste Unterstützungslinie bei ca. 165,80 Prozent und eine weitere bei 165,30 Prozent zu nennen. Oberhalb des Basislagers hat sich der Bereich um 166,53 Prozent bzw. das bisherige Hoch vom vergangenen Freitag bei 166,83 Prozent als Widerstand herauskristallisiert.

Aktuell notiert das Rentenbarometer bei ca. 166,35 Prozent, was bei der aktuellen 10-jährigen deutschen Benchmark-Anleihe einer Rendite von 0,11 Prozent entspricht.

Knapp daneben, ist auch daneben

In dieser Handelswoche haben die Investoren in den USA nur die Möglichkeit mittels T-Bills die US-Regierung bei der Finanzierung ihres Haushalts zu unterstützen. So wurden insgesamt Geldmarktpapiere für 169 Milliarden USD mit den üblichen Laufzeiten (4 und 8 Wochen sowie 3 und 6 Monate) offeriert. Die Zuteilung erfolgte zu minimal erhöhten Renditen, was die Erwartung an den Finanzmärkten auf eine Lösung im Haushaltsstreit widerspiegelt.

In der Eurozone hingegen waren zur Wochenmitte mit Italien, Deutschland und Portugal bereits drei Länder am Kapitalmarkt aktiv, bevor am heutigen Valentinstag Irland mit der Aufstockung zweier Altemissionen (A2RWFC / 2029 ; A19BHN / 2037) den Schlusspunkt setzt. Der Zeitpunkt für die Erhöhung der Emissionsvolumen der beiden italienischen Anleihen (A2RS2X / 2021 ; A2RRV3 / 2025) war nicht ungünstig, da infolge der politischen Probleme in Spanien nun nicht mehr Italien im Fokus stand. Die Aufstockung der beiden portugiesischen Bonds (A2RWF6 / 2029 ; A19ZEK / 2034) gestaltete sich ebenfalls unproblematisch. Hingegen konnten die von der Finanzagentur der Bundesrepublik Deutschland im Rahmen des Tenders für die 2046 endfällige Bundesanleihe (110234) angestrebten 1,5 Milliarden Euro nicht ganz erreicht werden. Lediglich für 1,448 Milliarden Euro wurden Kaufaufträge erteilt. Die Zuteilung erfolgte bei einer Durchschnittsrendite von 0,72 Prozent und nominal 320,4 Millionen Euro wurden zur Kurspflege in den Eigenbestand des Bundes umgebucht.

Die Auferstehung des Rubels

Die europäische Gemeinschaftswährung hat ihren seit Jahresbeginn anhaltenden Handelskorridor zwischen 1,13 USD und 1,16 USD vorerst nach unten verlassen. Eine Entwicklung, die früher oder später zu erwarten war.

Im Februar präsentiert sich die Einheitswährung bislang von der schwächeren Seite. So notierte der Wechselkurs am 31. Januar bei 1,1514 USD. Im weiteren Handelsverlauf hatte der Euro stetig an Wert verloren und handelte am heutigen Donnerstag bereits bei 1,1249 USD. Dies entspricht einem neuen Jahrestief und gleichzeitig dem niedrigsten Wert seit dem 12. November 2018. Zur Wochenmitte konnte die gemeinsame Währung zwar die Marke von 1,13 USD kurzzeitig wieder zurückerobern, aber heute Morgen notiert der Euro bei ca. 1,1270 USD.

Am vergangenen Freitag hat Moody’s, als letzte der drei großen Ratingagenturen, die Bonität Russlands hochgestuft und somit wird das Land nun von allen drei Bonitätswächtern wieder mit Investmentgrade bewertet. Dies hatte nicht nur positive Auswirkungen auf die Kreditwürdigkeit des Landes, sondern auch gleichermaßen auf die Landeswährung. So konnte der Rubel gleich zum Wochenauftakt deutlich zulegen und der Euro handelte zwischenzeitlich bei 73,8988 RUB, dem tiefsten Wert seit August vergangenen Jahres. Zum Jahresanfang notiert der Euro noch oberhalb der Marke von 80 RUB.

Somit waren insbesondere bei Währungsanleihen auf russische Rubel gesteigerte Umsatztätigkeiten zu registrieren. Daneben waren es allerdings auch Bonds lautend auf US-Dollar, türkische Lira, norwegische Kronen und sogar mexikanische Peso, die von Privatanlegern nachgefragt wurden.

von Klaus Stopp.

15. Februar 2019, © Baader Bank

Über den Autor

Klaus Stopp ist Head of Market Making Bonds der Baader Bank.

Dieser Artikel gibt die Meinung des Autors wieder, nicht die der Redaktion von boerse-frankfurt.de. Sein Inhalt ist die alleinige Verantwortung des Autors.

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