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Kolumne

Börse Frankfurt Magazin: "Dividendensegen für Aktionäre - Rekordausschüttungen voraus!"



Mit ihren Dividendenzahlungen werden deutsche Aktiengesellschaften in diesem Jahr voraussichtlich eine neue Bestmarke aufstellen. Allerdings sollten Anleger bei der Suche nach Dividendenperlen einiges beachten, denn Dividende ist nicht gleich Dividende.
7. April 2017. MÜNCHEN (menthamedia). Frühlingszeit = Dividendenzeit: In den kommenden Wochen lädt ein Großteil der deutschen Aktiengesellschaften traditionell zur Hauptversammlung. Mit ihrem Vorschlag zur Dividendenzahlung dürften die Vorstände der AGs ihre Anteilseigner in diesem Jahr ganz besonders erfreuen. Bei mindestens 21 der 30 DAX-Unternehmen wird in diesem Jahr mit einer Anhebung der Dividende gerechnet. Insgesamt dürften die Ausschüttungen auf DAX-Ebene erstmals über der Marke von 30 Milliarden Euro liegen, ein Drittel der DAX-Unternehmen wird Schätzungen zufolge mindestens eine Milliarde Euro an Dividendenzahlungen leisten.

Nimmt man alle 110 Unternehmen aus den Auswahlindizes DAX, MDAX und TecDAX zusammen, dürfen sich Aktionäre laut einer DZ-Bank-Studie 2017 auf einen Geldregen im Volumen von fast 43 Milliarden Euro freuen. Allerdings müssen sie sich seit Jahresbeginn etwas länger auf die Gutschrift gedulden: Aufgrund einer Gesetzesänderung zur europaweiten Angleichung werden die Dividenden statt am Folgetag nunmehr erst am dritten Tag nach der Hauptversammlung fällig.

Dividendenstrategien überzeugen

Bei all den kurzfristig verlockenden Aussichten machen vor allem aber langfristige Dividendenstrategien Sinn. Immer wieder haben in den vergangenen Jahren verschiedene Studien gezeigt, dass Dividenden auf lange Sicht einen erheblichen Teil zur Gesamtrendite eines Portfolios beisteuern. So zeigt eine Studie von Allianz Global Investors vom vergangenen Oktober, dass 39 Prozent der Rendite europäischer Aktien im Zeitraum 1970 bis 2015 auf Dividendenzahlungen zurückzuführen sind. Der Performance-Beitrag von Dividenden des MSCI Europa war in dieser Zeit stets positiv, sodass auch Kursverluste an den Märkten teilweise ausgeglichen oder zumindest abgemildert werden konnten.



Überhaupt tragen Dividenden zu einer größeren Stabilität und einer ruhigeren Entwicklung des Depots bei, denn: Es sind in erster Linie die Aktiengesellschaften mit einem relativ stabilen Geschäft, ziemlich genau vorhersehbaren Gewinnen und einem nachhaltigen Cashflow, die ein besonderes Augenmerk auf eine nachhaltige Dividendenpolitik legen.

Dividende kein Qualitätsmerkmal

Anleger sollten sich bei der Auswahl der Dividendenaktien deshalb nicht nur auf die aktuelle Dividendenrendite eines Titels verlassen, die Dividendenhöhe allein ist noch kein Qualitätsmerkmal. Sonderausschüttungen können die Rendite einmalig in die Höhe treiben. In anderen Fällen ist die Dividendenrendite nur deshalb so hoch, weil die Unternehmen Probleme haben und die Aktienkurse deutlich gefallen sind. Dann müssen Investoren gar mit Dividendenkürzungen in den kommenden Jahren rechnen.

Wichtiger ist im Zuge einer Dividendenstrategie die Kontinuität der Ausschüttungen, eine über Jahre hinweg gezahlte Dividende spricht für ein funktionierendes Geschäftsmodell des Unternehmens. Dividendenanhebungen spiegeln meist das Wachstum einer Gesellschaft wider, ein kontinuierlicher Anstieg der Ausschüttung geht deshalb in der Regel auch mit Kurssteigerungen der Aktie Hand in Hand. Je schneller ein Unternehmen seine Dividende über den Beobachtungszeitraum hinweg steigern kann, desto höher notiert auch die individuelle Dividendenrendite. Paradebeispiel im DAX ist dabei die Aktie von SAP, die in den zurückliegenden 25 Jahren die Dividende jährlich um durchschnittlich 19,4 Prozent angehoben hat.

Adel verpflichtet

Zeigen sich Unternehmen über Jahrzehnte hinweg besonders spendabel gegenüber ihren Aktionären und erhöhen kontinuierlich ihre Ausschüttungen, spricht man vor allem im angelsächsischen Raum von sogenannten Dividendenaristokraten. Um an den US-Börsen zu diesem Dividendenadel zu zählen, müssen Aktiengesellschaften im S&P 500 notiert sein, verschiedene Mindestanforderungen in Sachen Größe und Liquidität erfüllen und mindestens in den letzten 25 aufeinanderfolgenden Jahren jeweils ihre Dividende erhöht haben.

Immerhin 51 der 500 im S&P-Index gelisteten Gesellschaften erfüllen derzeit diese Standards. 19 Titel haben gar in den vergangenen 50 Jahren ihre Dividende in jedem einzelnen Jahr erhöht und dürfen sich deshalb als "Dividendenkönige" bezeichnen, darunter Johnson & Johnson, Coca-Cola, 3M oder Procter & Gamble. Bemerkenswert: Die durchschnittliche Jahresrendite des S&P 500 zwischen 1991 und 2015 betrug 9,8 Prozent, aus jedem zu Beginn investierten US-Dollar wurden in diesem Zeitraum 11,44 US-Dollar. Die Dividendenkönige verzeichneten in diesen 15 Jahren eine jährliche Performance von 14,1 Prozent im Schnitt, womit aus einem US-Dollar sage und schreibe 31,02 US-Dollar geworden wären.

Über verschiedene Wertpapiere lassen sich Dividendenstrategien für Anleger komfortabel nachvollziehen. Der SPDR S&P US Dividend Aristocrats ETF versucht die Wertentwicklung des S&P High Yield Dividend Aristocrats Index so genau wie möglich nachzubilden. Zum europäischen Dividendenadel hat die Deutsche Bank Anfang März das Dividendenadel-Indexzertifikat aufgelegt, in dem 25 ausschüttungsstarke und bedeutende europäische Unternehmen aus derzeit sechs Ländern enthalten sind.

April 2017. © Menthamedia

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