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24.07.2018 16:08:55
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Kolumne

Aus dem ETF Magazin: "Den Fortschritt umarmen?"



Das ETF Magazin entwirft ein Szenario, wie die Menschen in einigen Jahrzehnten leben könnten. Und gibt gleich die passenden Tracker für ein Depot mit auf den Weg, das sich an den künftigen Bedürfnissen orientiert.
24. Juli 2018. München (ETF Magazin). Zeitreise in das Jahr 2050: Ihr Lichtwecker holt Sie sanft aus dem Schlaf und gibt Ihnen sofort eine zusätzliche Dosis Energie mit. Das Gerät weiß, dass Sie gestern erst spät ins Bett gegangen sind, weil es mit dem Heimnetzwerk und dessen Bewegungssensoren kommuniziert. In der Küche arbeitet bereits die Kaffeemaschine, die dank Vollvernetzung ebenfalls darüber informiert ist, dass Sie wenig Schlaf abbekommen haben, und deshalb die Kaffeemenge höher dosiert. Nicht so schlimm, Kaffee ist 2050 deutlich billiger als heute, weil er vollständig synthetisch hergestellt wird. Ganz anders bei Wasser. Dürren und die massiv gewachsene Weltbevölkerung haben den lebenswichtigen Stoff (und damit alle Grundnahrungsmittel) auch für Gutverdiener zum Luxusprodukt gemacht. Deshalb rufen Sie auf dem Weg zur Garage, wo Ihr autonom fahrender Stromer wartet, dem Dialoglautsprecher zu, dass der Garten heute nicht gegossen werden soll. Ihr E-Mobil, das von einem chinesischen Hersteller stammt, fährt Sie zur Arbeit. Allerdings nur für wenige Stunden, da Industrie- und Pflegeroboter die Jobs weitgehend übernommen haben. Das Szenario ließe sich verlängern, und das Beste ist: Sie können bei all diesen Umbrüchen mitverdienen!

Die Bedürfnisse verändern sich, aber nicht komplett

Nicht alle Verbraucher werden das alles so wollen, manche ängstigt diese Vorstellung sogar. Klar ist aber, dass es "Disruptionen" geben wird, bei denen neue Firmen mit neuen Technologien etablierte Geschäftsmodelle verdrängen. Doch auch für die Unternehmen der Zukunft wird entscheidend sein, dass sie die Bedürfnisse ihrer Kunden bestmöglich erfüllen. Diese hat der US-Psychologe Abraham Maslow in einem Pyramidenschema dargestellt, das angibt, in welcher Reihenfolge Menschen Dinge benötigen - und folglich bereit sind, dafür Geld auszugeben. Viele Tech-Nerds dürften allerdings andere Prioritäten haben, witzeln Silicon-Valley-Insider: Oft stehen dort ausreichend Akku-Power und WLAN, um mit den Freunden chatten zu können, noch vor den Grundbedürfnissen Essen und Trinken.



Natürlich werden Letztere auch für den Menschen der Zukunft an erster Stelle stehen. Die launige Zuspitzung wirft aber ein Schlaglicht darauf, dass sich die Bedarfe kommender Generationen durchaus verschieben - vor allem in Richtung Digitalisierung. Experten prognostizieren, dass uns beispielsweise die wahre Explosion beim Datenvolumen erst noch bevorsteht.

Es gibt zahlreiche börsennotierte Fonds (ETFs), die gezielt auf Aktien setzen, die durch die Umwälzungen gewinnen. Die ETF-Empfehlungen auf den nächsten Seiten orientieren sich an der etablierten Bedürfnis-pyramide, nehmen aber auch konsequent die bevorstehenden Entwicklungen auf. So beinhalten sie ETFs, die Papiere von Firmen aus dem Wassersektor erwerben, wie Filterhersteller oder Aufbereiter, die von steigenden Preisen dieser Ressource profitieren. Oder Aktien aus den Bereichen individualisierte Medizin, die Experten zufolge künftig eine zentrale Rolle spielt. Hinzu kommen ETFs für Titel aus den Zukunftssegmenten Cyber-Security, Automatisierung oder Batterietechnologie.

Wahrscheinlich werden nur ganz wenige, risikobereite Anleger ausschließlich in diese Zukunfts-ETFs investieren. Doch als Portfolio-Beimischung empfehlen sie sich allemal. Die Chancen stehen gut, dass Investoren mit diesen Papieren ihr Gesamtvermögen fit für morgen machen.

Wer entsprechend anlegt, ist gut vorbereitet

Ach ja, eine Sache haben wir eingangs beim Zukunftsszenario vergessen: Im Jahr 2050 wird die Altersrente in Deutschland massiv niedriger ausfallen als heute. Die Deutsche Bank etwa geht in einer Studie dann von Sätzen bei der gesetzlichen Versorgung von deutlich weniger als 50 Prozent des letzten Nettolohns aus und spricht von "Rente auf Sozialhilfeniveau". Kleiner Trost: Anleger, die jetzt ihr Depot mit den ausgewählten ETFs zukunftssicher gemacht haben, können sich dann aller Voraussicht nach über ordentliche Kursgewinne zum Ausgleich freuen.

Wasser und Gesundheit: Grundlagen des Lebens bilden

Auch in ferner Zukunft wird Wasser als lebenswichtige Ressource eine zentrale Rolle spielen, aber auch in der Industrieproduktion. Schon jetzt leiden selbst hochentwickelte Regionen wie Kalifornien regelmäßig unter Wasserknappheit. Im Maslow’schen Bedürfnisschema gehört Wasser zweifelsfrei zu den Grundbedürfnissen. Experten sind sich zudem einig, dass sich der Kampf um Wasser verschärft und sein Preis deutlich steigen wird. Der World-Water-ETF des französischen Anbieters Lyxor bündelt internationale Aktien von Firmen, die für die Gewinnung, Reinigung oder Verteilung von Wasser sorgen, beispielsweise American Water Works oder Geberit. Ebenfalls zu den Basisbedürfnissen zählt Gesundheit. Die britische ETF Securities hat mit dem Pharma Breakthrough gerade einen neuen Börsenfonds lanciert, der sich auf die AGs konzentriert, die besonders zukunftsweisende "Orphan Drugs" entwickeln. Das sind individuelle Präparate zur Behandlung seltener Erkrankungen (ISIN: IE00BF0H7608).



Cyber Security: (Daten-)Sicherheit wird wichtiger

Gleich auf der zweiten Hierarchiestufe der Bedürfnisse von Menschen hinter Nahrung und Behausung steht der Wunsch nach Sicherheit. Dazu zählt natürlich in erster Linie körperliche Unversehrtheit. Aber: In Zukunft wird das immer mehr auch auf Datensicherheit zutreffen - und zwar gleichermaßen bei Privatpersonen und Unternehmen. Denn über das Internet werden individuelle Daten zu Krankheitsverläufen, Versicherungsverträgen oder Urlaubsfotos gespeichert und Finanztransaktionen abgewickelt. Firmen tauschen über das Netz hochsensible Informationen aus. Schon 2017 gingen Experten weltweit von mehr als 50000 Cyber-Angriffen täglich aus. Der Cyber-Security-ETF von ETF Securities fasst global Unternehmen aus dem Sektor Datensicherheit zusammen wie die Branchengrößen Symantec oder Checkpoint Software, aber auch Hersteller besonders sicherer Hardware wie Cisco oder Barracuda Networks - derzeit sind es insgesamt 20 Einzelwerte.

Google Suchanfragen weltweit zum Begriff Cybersecurity; relative Werte in Prozent, häufigste Anfragen =100



Digitalisierung: Mehr als soziale Netze

Mit sozialen Bedürfnissen, der dritten Stufe der Maslow’schen Bedürfnispyramide, lässt sich auch in der digitalen Welt viel Geld verdienen. Dabei geht das Spektrum der Profiteure weit über die Betreiber sozialer Netzwerke wie Facebook oder von Nachrichtendiensten wie Twitter hinaus. Auch das einst soziale Event "Einkaufen" verschiebt sich immer mehr in die Netzwelt. Statt essen zu gehen, bestellen immer mehr Menschen bei Lieferdiensten, statt klassisch fernzusehen, laden sie Filme und Serien bei Streaming-Firmen aus dem Internet. Der Digitalisation-ETF vom Marktführer Blackrock (iShares), ist in diesem Bereich extrem breit aufgestellt. Der Fonds hält derzeit 146 Positionen, was eine gute Streuung des Risikos sicherstellt. Zu den größten Positionen gehören die Netzriesen Amazon und Twitter, aber auch der boomende Streaming-Anbieter Netflix, der Lieferdienst Just eat oder der Zahlungsabwickler PayPal. Der Schwerpunkt liegt mit rund 48 Prozent auf Aktien aus den USA.



Automatisierung: Ausgleich für entgangene Arbeit

Einen Großteil ihrer Bestätigung beziehen Menschen in aller Regel aus ihrer Arbeit und ihren Leistungen. Die Selbstbestätigung spielt bei den Bedürfnissen aber erst eine Rolle, wenn grundsätzlichere Belange wie eben Nahrung oder Gesundheit erfüllt sind - sie steht daher auf der Stufe vier der umseitig beschriebenen Bedürfnispyramide. Um die mentalen, aber auch monetären Defizite auszugleichen, die entstehen können, wenn dereinst Maschinen einen Großteil der Jobs übernehmen, kann der iShares-ETF Automation & Robotics helfen. Er kombiniert Aktien von Firmen aus den Bereichen Automatisierung, von denen viele in den vergangenen Jahren zu den großen Gewinnern an der Börse gehörten, die aber weiterhin viel Potenzial bieten. Darunter finden sich direkte Roboterhersteller wie Toshiba Machine und Yaskawa aus Japan, aber auch Software-Firmen aus diesem Sektor oder Hersteller von Sensoren. Mit diesen Papieren konnte der ETF allein auf Jahressicht mehr als 50 Prozent zulegen.



Reisen und Freizeit: Nicht zuletzt: entspannen!

Sind alle zentralen Bedürfnisse erfüllt, will es sich der Mensch der Zukunft auch einfach mal gut gehen lassen. Der Wunsch nach Selbstverwirklichung, Sport und Reisen wächst - die höchste Stufe auf der Maslow’schen Bedürfnisskala der Menschen wird damit erreicht. Die Commerzbank-Tochter Comstage bietet einen ETF an, dessen Aktien vom erwarteten Wachstum im Freizeit- und Reisebereich profitieren können. Im ComstageStoxx-Europe-600-Travel&Leisure-ETF finden sich Titel wie Carnival Cruises, TUI oder Accor Hotels. Tatsächlich ist es gut vorstellbar, dass die Automatisierung den Menschen mehr Zeit lässt, um zu reisen, sich zu bilden oder sich sportlich zu betätigen. Das ist eine gute Basis für den Comstage-ETF. Auch die demografische Entwicklung hin zu aktiveren Senioren unterstützt diesen Trend. Denn schon jetzt geben laut Studien jüngere Menschen - und damit die Kunden von morgen und Treiber eines Zukunftsdepots - bevorzugt ihr Geld für Erlebnisse statt für materiellen Besitz aus.



Energien und Batterien: Das Ganze braucht Strom!

Die Energieversorgung lässt sich nicht wie die vorangegangenen Trends problemlos in das Maslow’sche Bedürfnisschema einordnen. Ausreichende Energie gehört dennoch zu unserer Zukunft, da für E-Mobilität und alle Bereiche der Digitalisierung viel Energie benötigt wird. Ganz nach dem Motto der Digital Natives, der jungen Konsumenten, die ein Leben ohne Internet nicht kennen: "WLAN und ausreichend Strom sind eh das Wichtigste." Weil die Energieversorgung so zentral ist, dürfen Energie-ETFs bis zu 25 Prozent der Anlagesumme in einem Zukunftsdepot zugebilligt werden. Mit mehreren ETFs können Anleger auf das Zukunftsgeschäft der Versorger setzen. Eine Aufstellung dieser Fonds gibt es auf Seite 48. Besonders spannend ist darunter der NewEnergy-ETF der französischen Lyxor. Er setzt bei der Stromerzeugung auf zukunftsfähige Weise an. Dieser ETF bündelt Aktien von Unternehmen aus dem Bereich regenerative Stromerzeugung, beispielsweise Schneider Electric oder Vestas Wind.



von Andreas Körner, © Juni 2018, ETF Magazin


Dieser Artikel stammt aus dem aktuellen ETF Magazin.

Das ETF Magazin erscheint quartalsweise in Zusammenarbeit mit Focus Money und richtet sich an Berater, Vermögensverwalter und Portfoliomanager, ist aber sicher auch für informierte Anleger interessant.

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