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23.07.2018 08:36:45
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Kolumne

Aus dem ETF Magazin: "Gold geht durch die Decke"



Hedge-Fonds- und Rohstoff-Veteran Jim Rogers erklärt im Interview seine Erwartungen an die Perspektiven der Finanzmärkte und die richtige Strategie beim nächsten Crash.
23. Juli 2018. MÜNCHEN (ETF Magazin).

ETF Magazin: China und die Vereinigten Staaten beginnen einen Handelskrieg. Wer wird gewinnen?

Rogers: "Das ist nicht korrekt formuliert: Washington erklärt den Handelskrieg, nicht China. Ich hoffe nur, dass sich beide Seiten beherrschen werden."

US-Präsident Donald Trump scheint ja der festen Meinung zu sein, dass die Vereinigten Staaten siegreich aus solch einem Handelskonflikt hervorgehen.



"Das hat er gesagt, und genau so benimmt er sich. Aber Herr Trump kennt die Geschichte nicht, und vielleicht hat ihm noch niemand erklärt, dass es in einem Handelskrieg keinen Gewinner geben kann. Doch selbst wenn er das mit-bekommen hätte, würde er wahrscheinlich denken, dass er schlauer ist als alle, die vor ihm solch eine Auseinandersetzung begonnen haben."

Viele Anleger fürchten die Folgen eines Handelskriegs zwischen China und den Vereinigten Staaten. Sind die Ängste berechtigt?

"Die Nervosität der Märkte ist vollkommen nachvollziehbar. In einem Handelskrieg hat es in der Geschichte noch nie einen Gewinner gegeben. Diesmal wäre es nicht anders. Alle Wirtschaftsnationen werden die Auswirkungen eines Handelskriegs zwischen China und den USA spüren, selbst wenn sie nicht direkt an der Auseinandersetzung beteiligt sind."

 

Die Aktienmärkte haben ja bereits zu Jahresbeginn kräftig nachgegeben. Haben sie damit schon die möglichen Folgen eines Handelskriegs vorweggenommen?

"Der letzte große Einbruch an der Börse liegt inzwischen fast zehn Jahre zurück. Das ist ungewöhnlich lang. Nach solch einer starken Hausse war eine Korrektur überfällig. Diesmal war die Furcht der Anleger vor mehr Protektionismus und nachlassendem Wachstum der Auslöser - durchaus rational. Kurzfristig könnte sich der US-Aktienmarkt jetzt positiv entwickeln, doch es wird noch eine gewaltige Baisse kommen, denn seit der Finanzkrise 2008 sind die Schulden weltweit gestiegen, anstatt zu sinken. Wie soll diese Situation bereinigt werden?"

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Wie sollen sich Anleger für die Mega-Baisse rüsten?

"Eine Idee wäre, sich in der Landwirtschaft zu engagieren. Die Agrarmärkte sind in den vergangenen Jahren ziemlich in die Knie gegangen. Doch jetzt verbessern sich die fundamentalen Daten. Bargeld zu besitzen ist in der Baisse auch nie verkehrt. Es muss allerdings die richtige Währung sein."

Wie investiere ich denn am besten in den Agrarsektor?

"Eine gute Möglichkeit wäre, einen Bauernhof zu kaufen und Farmer zu werden. Das kann natürlich nicht jeder; ich zum Beispiel wäre bestimmt kein guter Bauer. Auch mit Agrar-Terminkontrakten können Sie viel Geld verdienen, wenn Sie sich damit auskennen."

Für alle, die lieber auf Bargeld setzen: Welche Währung ist die richtige?

"Das ist die entscheidende Frage. Wer die falsche Währung besitzt, kann viel verlieren. Ich besitze vor allem US-Dollar, denn wenn das Chaos ausbricht, werden die Anleger der Welt nach einem sicheren Hafen suchen. Natürlich ist der Dollar im Grunde keine sichere Währung. Doch die Welt geht davon aus, dass es so ist."

Ist Gold nicht der klassische Krisenschutz?

"Der Goldpreis folgt häufig einem ähnlichen Muster: Wenn es an den Börsen kracht, gibt der Goldpreis zunächst ebenfalls nach. Erst etwas später greifen die Anleger zu Gold. Das ließ sich 2008 sehr gut beobachten. Mein Krisenplan - oder zumindest ein Teil davon - ist: Wenn der Crash kommt, wird zunächst der Dollar stark steigen. Dann werde ich meine überbewerteten Dollars in unterbewertetes Gold und Silber tauschen."

Also sollten wir jetzt noch kein Gold kaufen?

"Ich sage schon seit Langem, dass es noch nicht an der Zeit ist, Gold zu kaufen. Die Entwicklung des Goldpreises in diesem Jahr bestätigt mich. Es gab einige Nachrichten und Faktoren, die theoretisch für steigende Goldnachfrage hätten sorgen sollen. Der Goldpreis hat trotzdem nicht angezogen. Das ist ein klares Signal, dass aktuell niemand Gold will. Die Zeit für Gold-Investments wird kommen, doch vorher muss der Preis noch weiter nachgeben. Aber wenn die richtige Krise kommt, werden die Preise von Gold und Silber durch die Decke gehen."

Der Ölpreis zieht wieder ordentlich an. Wird das so weitergehen?

"Aus technischer Sicht bildet sich beim Ölpreis seit 2016 gerade ein langfristiger Boden. Nach meiner Überzeugung werden die Preise weiter steigen, denn alle heute bekannten Ölreserven nehmen weiter ab. Auch Fracking und andere neue Techniken zur Ölgewinnung werden den Rückgang nicht ausgleichen können."

Warum ist der Dollar so schwach?

"Vor einigen Jahren war der Dollar sehr stark. Dann wurde das vom Markt wieder korrigiert. Das ist eine ganz normale Entwicklung, die auch an anderen Märkten immer wieder zu beobachten ist. Jetzt kommt noch dazu, dass sich viele Anleger sorgen, dass sich die Politik der Trump-Regierung negativ auf die Bonität der Vereinigten Staaten auswirken wird. Aber wie gesagt: Ich setze darauf, dass die US-Währung sehr stark wird - wahrscheinlich jedoch zum letzten Mal."

Aber das kann noch dauern, oder?

"Die Trendwende beim Dollar dürfte schon sehr bald kommen, hat wahrscheinlich sogar schon begonnen. Das Vertrauen in den Euro und in das britische Pfund ist nicht sehr groß, vorsichtig ausgedrückt. Solange die chinesische Währung nicht vollständig konvertierbar ist, gibt es kaum Alternativen zum Dollar. Sobald aber die Chinesen das garantieren, werde ich in Renminbi umschichten."

Sie leben heute nicht mehr in New York City, sondern in Asien. Ist das ein Statement gegen Ihr Heimatland?

"Ich will meine Kinder optimal auf die Zukunft vorbereiten. Deshalb leben wir in Singapur. Meine Kinder sollen Asien und die chinesische Sprache kennenlernen, denn China wird das wichtigste Land der Welt. Noch zu meinen Lebzeiten - und ich bin inzwischen 75 Jahre alt - wird China die Weltwirtschaft dominieren. Die USA sind dagegen die größte Schuldnernation der Welt - und eindeutig auf dem absteigenden Ast. China und Asien bleiben dagegen im Aufstieg."

Interview mit Jim Rogers, © Juni 2018, ETF Magazin
Jim Rogers gründet 1970 mit George Soros den Hedge-Fonds Quantum. In den letzten 20 Jahren machte er sich einen Namen als Rohstoff-Investor und Schöpfer der RICI-Rohstoff-Indizes.


Dieser Artikel stammt aus dem aktuellen ETF Magazin.

Das ETF Magazin erscheint quartalsweise in Zusammenarbeit mit Focus Money und richtet sich an Berater, Vermögensverwalter und Portfoliomanager, ist aber sicher auch für informierte Anleger interessant.

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