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Kolumne

Aus dem ETF Magazin: "Im Dienste unserer Welt"



Das ETF Magazin gibt einen Überblick über das heutige Angebot an ETFs, die Nachhaltigkeitskriterien erfüllen und die wachsende Nachfrage der Investoren, skizziert aber auch die Herausforderungen, vor denen dieses Segment noch steht.
22. Januar 2019. MÜNCHEN (ETF Magazin). So unterschiedlich die Positionen der EU-Mitgliedsstaaten oft sind - in einem Punkt herrscht Einigkeit: Umweltverschmutzung und Klimawandel bedrohen die Erde. Jetzt will die Gemeinschaft einen neuen Hebel zur Rettung der Welt ansetzen und "die Kraft der Kapitalmärkte für den Kampf gegen den Klimawandel mobilisieren". Für Geldanleger ist das Thema Umweltschutz und Nachhaltigkeit allerdings nichts Neues. Schon seit einigen Jahren gibt es Aktienfonds und ETFs, die bei ihren Investments ökologische und soziale Aspekte berücksichtigen und bei der Aktienauswahl nicht nur auf den Faktor Rendite abstellen. Ein Überblick über interessante ETFs mit Nachhaltigkeitsfokus findet sich auf Seite 25.

Der jüngste EU-Umwelt-Vorstoß kommt nicht ohne Grund: Um ihre ambitionierten Zusagen aus dem Pariser Klimaabkommen von 2015 umzusetzen, bleiben der EU nur noch wenige Jahre. Schon 2030 soll der Ausstoß von Treibhausgasen 40 Prozent unter dem Niveau des Jahres 1990 liegen. Dazu sind nach Schätzungen der EU-Kommission zusätzliche Investitionen in Höhe von 180 Milliarden Euro pro Jahr nötig. So viel Geld wollen die EU-Mitglieder aber nicht allein aus dem Steuertopf nehmen.

Mit ihren Mitte des Jahres präsentierten Gesetzesvorschlägen will die EU "den Finanzsektor in den Dienst unseres Planeten stellen", erklärt Finanzkommissar Valdis Dombrovskis. Als Basis soll zunächst ein Klassifikationssystem festgelegt werden, das definiert, was nachhaltig ist und was nicht. Institutionelle Anleger und Asset-Manager sollen zudem transparent machen, inwieweit ihre Investments im Einklang mit Umweltzielen stehen und wie sie mit den damit verbundenen Risiken umgehen. Auch Anlageberater will die Kommission verpflichten: Sie sollen künftig die Nachhaltigkeitspräferenzen der Kunden berücksichtigen. Die Kommission denkt dabei an neue Direktiven im Rahmen von MiFID II.



Fondsanbieter und Verbände spielen mit. "Wir begrüßen die Vorschläge sehr. Sie zeigen Investmentmanagern Gelegenheiten für neue grüne Anlageprodukte auf", kommentiert Fiona Reynolds, CEO der Investoren-Initiative zur Förderung der nachhaltigen Kapitalanlage. Dem deutschen Fondsverband BVI gefallen die Vorschläge der Kommission ebenfalls. "Insbesondere die Erstellung eines Klassifizierungssystems halten wir für sinnvoll und arbeiten gern daran mit", erklärt BVI-Hauptgeschäftsführer Thomas Richter. Er sieht in der Initiative eine Chance für die Fondsbranche, ihr Dienstleistungsangebot zu erweitern.

Große Hoffnungen

Auch immer mehr Fondsanbieter springen auf. "Der Zug ist nicht mehr aufzuhalten - Investoren werden ihre Kapitalanlage künftig stärker an den Kriterien der Nachhaltigkeit ausrichten müssen", urteilt Achim Philippus, Geschäftsführer von Union Investment Institutional. ESG-Strategien seien ganz klar "das nächste große Ding" für die Fondsbranche, bekräftigt Luca Paolini, Chefstratege von Pictet Asset Management. ESG steht für Environmental, Social and Governance - also Umwelt, Soziales und Unternehmensführung. Nachhaltig orientierte Portfolio-Manager und Indexanbieter bewerten potenzielle Aktieninvestments häufig anhand der Leistung der Unternehmen in diesen drei Bereichen.

Ob Paolinis Hoffnung in Erfüllung geht, wird sich zeigen. Klar ist auf jeden Fall, dass nachhaltige Investments keine Erfindung der EU-Kommission sind. Anbieter aktiver und passiver Fonds haben das Thema bereits seit einigen Jahren im Fokus. Investoren erkennen ebenfalls zunehmend Vorteile. 65 Prozent der institutionellen Anleger berücksichtigen bereits Nachhaltigkeitskriterien, zeigt eine aktuelle Umfrage im Auftrag von Union Investment unter mehr als 200 deutschen Großanlegern. Vor fünf Jahren konnte sich nur knapp die Hälfte der Anlageprofis für nachhaltige Strategien erwärmen. Vor allem bei Stiftungen und kirchlichen Anlegern ist der ESG-Anteil hoch (s. Grafik links). Von den befragten Fondsgesellschaften nutzen fast alle nachhaltige Investmentstrategien. "ESG-Risiken spielen im Risikomanagement von Fonds längst eine große Rolle", bestätigt BVI-Geschäftsführer Richter.

Dementsprechend steigt auch das in ESG-Strategien investierte Vermögen, wenngleich das Gesamtvolumen noch überschaubar ist. Derzeit haben in Deutschland private und institutionelle Anleger rund 20 Milliarden Euro in Publikumsfonds mit dem Merkmal Nachhaltigkeit investiert, berichtet der BVI. Das entspricht etwa zwei Prozent des Publikumsfondsvermögens von rund einer Billion Euro. Bei den Nettozuflüssen liegt der ESG-Anteil etwas höher. Im vergangenen Jahr flossen knapp vier Prozent der neu investierten Gelder in Nachhaltigkeitsfonds.

Schneller Anstieg

Die Interessengemeinschaft Forum Nachhaltige Geldanlagen schätzt, dass Ende 2017 in Deutschland rund 171 Milliarden Euro in nachhaltigen Geldanlagen steckten. In Europa belief sich das Volumen nachhaltig ausgerichteter Fonds zum Jahresanfang auf etwa 450 Milliarden Euro, berechnete die Fonds-Rating-Agentur Morningstar. Das meiste Geld sei in Aktienfonds angelegt: 58 Prozent des Vermögens der ESG-Fonds oder gut 260 Milliarden Euro entfielen auf aktiv und passiv verwaltete Aktienfonds mit ESG-Mandat. Insgesamt seien 2017 netto rund 54 Milliarden Euro in nachhaltig orientierte Fonds geflossen, nach 34 Milliarden Euro im Jahr 2016. Das ist eine flotte Zunahme, doch nur ein Zehntel von dem, was in andere Fonds floss.

Noch ist Nachhaltigkeit demnach nicht das ganz große Geschäft der Fondsbranche. "Eine Reihe von Faktoren sorgt für eine hartnäckige Zurückhaltung auf Geldgeberseite und verhindert, dass Responsible Investments zum Mainstream werden", analysiert Iain Richards, Spezialist für das Thema bei Columbia-Threadneedle. Wenn ESG-Fonds den Durchbruch schaffen sollen, müsste die Branche zunächst einmal Struktur und Transparenz ihres Angebots verbessern. Die vielen verschiedenen ESG-Investmentansätze schafften Unsicherheit und Skepsis unter den Investoren. Auch Nachhaltigkeits-Ratings gelangten mitunter zu stark unterschiedlichen oder sogar widersprüchlichen Ergebnissen.

Zurückhaltung helfe vielen professionellen Investoren trotzdem nicht weiter, argumentiert Philippus von Union Institutional. Denn Kunden bzw. Gesellschafter würden heute Aspekten der Nachhaltigkeit mehr Bedeutung zumessen. Nahezu 40 Prozent der von Union befragten institutionellen Anleger, die heute schon ESG-Kriterien anwenden, täten dies, weil es ein entsprechend großes Bedürfnis bei ihren Kunden und Stakeholdern gebe.

Und was ist mit der Rendite? Nach Meinung der meisten Investoren müssen sich auch nachhaltig orientierte Kapitalanlagen rechnen. Für drei Viertel der im Auftrag von Union Investment Befragten stehen jedenfalls auch beim ESG-Thema ökonomische Kriterien im Vordergrund. Zumindest Investoren mit langem Atem können wohl beruhigt sein. "Es ist ein hartnäckiger Mythos, dass nachhaltige Investments weniger Rendite bringen", sagt Stefan Hüttermann, der für den Indexanbieter MSCI das Nachhaltigkeitsthema betreut. Bei Anlagezeiträumen von acht bis zehn Jahren würden MSCI-Nachhaltigkeitsindizes mindestens die Marktrendite bringen, ebenso wie ein leicht niedrigeres Risiko.

Gute Rendite

Zu ermutigenden Ergebnissen kommt auch eine im Jahr 2015 durchgeführte Metastudie der Universität Hamburg, bei der mehr als 2200 Untersuchungen ausgewertet wurden. Etwa 90 Prozent der Studien wiesen keinen negativen Effekt von Nachhaltigkeitsansätzen auf den finanziellen Erfolg aus. Mehr als die Hälfte der Studien zeigten sogar einen positiven Zusammenhang. Ähnlich gute Erfahrungen machten die nachhaltig anlegenden Teilnehmer der Investoren-befragung von Union Investment. Auch die Risiken nachhaltiger Investments sind trotz ähnlicher Rendite-chancen nicht höher als bei konventionellen Anlagezielen. Das zeigt unter anderem eine Auswertung der Berliner Steinbeis-Hochschule. Besonders im Anleihen- und Aktienbereich sei danach das Rendite-Risiko-Potenzial der einzelnen Titel häufig sogar besser als das des Gesamtmarkts. Auch bei Indizes und Fonds sei das Risiko mindestens mit einem normalen Investment vergleichbar. Gut möglich also, dass die EU mit ihrer Nachhaltigkeitsinitiative auf das richtige Pferd setzt.

von Uli Kühn, © Januar 2019, ETF Magazin



Dieser Artikel stammt aus dem aktuellen ETF Magazin.

Das ETF Magazin erscheint quartalsweise in Zusammenarbeit mit Focus Money und richtet sich an Berater, Vermögensverwalter und Portfoliomanager, ist aber sicher auch für informierte Anleger interessant.

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