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Kolumne

Aus dem ETF Magazin: "Smarte Rüstung"



Stabile Gewinne erzielen, Verluste begrenzen: Das ist die Strategie dieser fünf innovativen Smart-Beta-ETFs mit Fokus auf Dividenden, Volatilität, Vorzügen und Burggräben.
7. Januar 2019. MÜNCHEN (ETF Magazin). Superinvestor Warren Buffett hat schon zahlreiche Börsenbeben überstanden - und häufig durch mutige Zukäufe zu seinem Vorteil genutzt. In der Krise gibt es Top-Unternehmen mitunter besonders preiswert. "Kaufe einen Dollar, aber bezahle nur 50 Cent dafür", verrät Buffett das schlichte Rezept, mit dem er in den vergangenen Jahrzehnten Milliarden gemacht hat. Doch auch wenn Buffett gern in der Krise zuschlägt: Er ist kein Hasardeur, sondern legt Wert auf Stabilität und konstante Erträge. "Verliere niemals Geld", lautet eine der wichtigsten Regeln des Börsenmeisters. Mit einigen smarten ETFs können Anleger vergleichsweise einfach Stabilität in ihr Portfolio bringen.

Buffett findet Stabilität oft bei Unternehmen, die ihr Geschäft durch eine hohe Festungsmauer und einen tiefen Graben vor Attacken der Konkurrenz geschützt haben. Der VanEck-Vectors-Morningstar-US-Wide-Moat-ETF imitiert diese Strategie. Er investiert in schwer zu bezwingende US-Unternehmen, die sich nach Einschätzung der Rating-Agentur Morningstar hinter einem besonders breiten Burggraben (auf Englisch: moat) verschanzt haben. VanEck, die US-Fondsgesellschaft, die diesen ETF herausgebracht hat, beschreibt das Konzept weniger salopp: Im ETF fänden sich nur "Unternehmen mit einem strukturellen Wettbewerbsvorteil und dem Potenzial zu langfristig überdurchschnittlichen Kapitalerträgen".

Ein Blick auf die mehr als 50 im ETF enthaltenen Aktien verdeutlicht die Idee. Auf der Titelliste stehen viele starke US-Konzerne wie Amazon, Microsoft, Starbucks, Pfizer, Pepsico, Procter & Gamble oder McDonald’s. Der ETF bildet den Morningstar-Wide-Moat-Focus-Index ab. Die Zusammenstellung dieses Index erfolgt rein mechanisch nach einem strengen Regelwerk, basierend auf den Urteilen der Morningstar-Analysten. Nur Unternehmen, die sich mit einem Moat-Rating schmücken dürfen, kommen für die Auswahl in Frage. Aus diesem erlauchten Kreis werden für Index und ETF die am günstigsten bewerteten Titel ausgewählt. Jede Aktie wird dann im Portfolio gleich stark gewichtet. Einmal im Quartal wird die Liste überprüft und dabei meist auch geändert.



Auch Dividendenaktien stehen beim Börsenveteranen Buffett hoch im Kurs (obwohl seine eigene Beteiligungsgesellschaft Berkshire Hathaway niemals Dividenden auszahlt). Die Vorliebe ist verständlich: Selbst in schwierigen Börsenzeiten versprechen Dividenden Erträge und wirken zudem wie eine Art Puffer, indem sie Verluste aus Kursrückgängen ganz oder teilweise ausgleichen. Der Invesco-Euro-Stoxx-High-Dividend-Low-Volatility-ETF erweitert diese Vorzüge der Dividendenaktien mit einem zusätzlichen Sicherheitselement: Der ETF investiert nur in 50 Aktien des mehrere Hundert Aktien umfassenden Euro-Stoxx-Index - und zwar nur in jene 50, die die höchste Dividendenrendite und zudem auch noch die geringste Volatilität aufweisen.

"Der-High-Dividend-Low-Volatility-ETF kombiniert damit zwei bewährte Faktoren. Durch die Kombination wollen wir Investoren das Beste aus beiden Welten bieten", erklärt Sascha Specketer, der für die US-Gesellschaft Invesco das deutsche ETF-Geschäft leitet. Für die Titelauswahl werden bei diesem ETF zunächst alle Aktien des Euro-Stoxx-Index anhand ihrer Dividendenrendite der letzten zwölf Monate bewertet. Anschließend werden die 75 Titel mit der höchsten Dividendenrendite ausgewählt, wobei die Anzahl von Aktien pro Branche auf zehn begrenzt ist. Im letzten Schritt werden dann die 50 Aktien mit der niedrigsten Volatilität bestimmt und entsprechend ihrer Dividendenrendite gewichtet. Bislang ging die Strategie des ETF auf: Seit Auflage vor drei Jahren entwickelte sich der Fonds nicht nur etwas besser als der MSCI-Europe-Index, sondern auch besser als die meisten reinen Dividendenfonds.

Der andere Weg: Vorzugsaktien

Nicht nur Burggraben- und Dividendenaktien versprechen eine vergleichsweise stabile Wertentwicklung. Am US-Markt locken auch Preferred Shares mit solchen Vorzügen. Diese "Vorzugsaktien" werden vor allem von Banken und anderen Finanzinstituten emittiert, die ihr Kernkapital stärken möchten, ohne den Wert der Stammaktien ihrer Aktionäre zu verwässern.

Technisch betrachtet handelt es sich bei Preferred Shares um Aktien, die sich eher wie Anleihen verhalten. Der Grund: Preferred Shares bieten fixe Dividenden und lange, feste Laufzeiten. Sie werden oftmals ohne festgelegte Fälligkeiten oder mit langen Laufzeiten emittiert und sind häufig einige Jahre nach dem Emissionszeitpunkt kündbar. Die beiden US-ETF-Anbieter Invesco und VanEck haben ETFs für Preferred Shares im Programm, wobei es von Invesco auch einen ETF mit variabel verzinsten Preferred Shares gibt. Bei diesen steigt oder fällt die Dividende mit den US-Zinsen.

Ziel des Ossiam-Europe-Minimum-Variance-ETF ist ein Aktienportfolio mit der geringstmöglichen Volatilität. Ähnlich wie beim High-Dividend-Low-Volatility-ETF zählt auch beim Minimum-Variance-ETF nicht allein die niedrige Volatilität einzelner Aktien. Anstatt auf Dividenden setzt der Ossiam-ETF jedoch auf die Portfoliotheorie. Bei der Zusammenstellung des Fondsportfolios wird stets darauf geachtet, dass die Wertentwicklung der im Portfolio enthaltenen Aktien möglichst wenig miteinander korreliert. Schließlich senkt niedrige Korrelation in der Theorie das Gesamtrisiko eines Portfolios. Durch einen mehrstufigen Optimierungsprozess wird auf dieser Basis ein relativ schwankungsarmes Portfolio ermittelt, wobei dessen Zusammensetzung regelmäßig aktualisiert bzw. an neue Marktbedingungen angepasst wird. Übrigens: Die bisherige Kursentwicklung des schon 2011 aufgelegten ETF bestätigt die Theorie.

Eine weitere Möglichkeit, schwankenden Börsen entgegenzutreten, demonstriert der Invesco-S&P-500-VEQTOR-ETF. Dieser ETF investiert prinzipiell in die 500 größten US-Aktien. Gleichzeitig packt er jedoch einen kleinen Teil des Fondsvermögens in Volatilitäts-Futures. Das sind Terminkontrakte auf den VIX-Index, der die implizite Volatilität des US-Aktienmarkts aus den Kursen von Aktienoptionen errechnet. Bei Einbrüchen am Aktienmarkt schießen VIX und VIX-Futures regelmäßig sehr schnell in die Höhe - bringen also genau dann Gewinne, wenn Aktien Verluste verzeichnen. Wermutstropfen: Die Futures bescheren Anlegern leichte Verluste, wenn es am Aktienmarkt aufwärtsgeht. Dann sinkt meist die Volatilität und mit ihr der Wert der VIX-Terminkontrakte.

Das Verhältnis von Aktien und Vix-Futures im ETF bestimmt Invesco automatisch anhand von Marktvolatilität und Marktentwicklung. Gewöhnlich soll die VIX-Futures-Quote im ETF mindestens 2,5 Prozent betragen. In Phasen ansteigender Volatilität kann der ETF allerdings bis zu 40 Prozent des Portfolios in VIX-Futures umschichten. Für den Mega-Crash gibt es noch eine zusätzliche Notbremse: Verzeichnet der S&P-500 an fünf Börsentagen in Folge einen Verlust von 2 Prozent oder mehr, wird das Fondsvermögen komplett in Bargeld umgeschichtet. Erst wenn die Verluste wieder geringer als 2 Prozent ausfallen, wird wieder in Aktien investiert.

von Uli Kühn, © Dezember 2018, ETF Magazin



Dieser Artikel stammt aus dem aktuellen ETF Magazin.

Das ETF Magazin erscheint quartalsweise in Zusammenarbeit mit Focus Money und richtet sich an Berater, Vermögensverwalter und Portfoliomanager, ist aber sicher auch für informierte Anleger interessant.

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