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04.06.2018 16:00:54
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Kolumne

Aus dem ETF Magazin: "Wohin geht die Anleihen-Reise?"



Nach dem jüngsten Rendite-Anstieg schien das Ende der langen Anleihen-Hausse eingeleitet zu sein, beobachtet Matthias Dworak vom ETF Magazin Doch noch sei es nicht so weit.
5. Juni 2018. München (ETF Magazin). Der Rentenmarkt steht vor einer historischen Umbruchphase. Im Dezember 2015 hat die US-Notenbank Fed ihren Leitzins nach 35 Jahren erstmals wieder angehoben. Ulrich Stephan, Chef-Anlagestratege der Deutschen Bank, erwartet in diesem Jahr sogar noch drei weitere Zinsschritte und sieht den US-Leitzins Ende 2018 bei bis zu 2,5 Prozent. "Sollte die Inflation schneller steigen als erwartet, könnte sich der Zinsanstieg sogar beschleunigen", warnt der Analyst und prognostiziert für zehnjährige US-Staatsanleihen einen Renditeanstieg auf bis zu 3,25 Prozent.

Den Anleihenmärkten stünden damit schwere Zeiten bevor, denn bei steigenden Renditen ist unweigerlich mit Kursverlusten zu rechnen. In den vergangenen Monaten kam es bereits zu einem wahren Ausverkauf. Die Rendite zehnjähriger US-Staatspapiere ist deshalb von rund 2 Prozent im September 2017 auf aktuell knapp 3 Prozent nach oben geschnellt - den höchsten Stand seit 2014. Ist die nunmehr zehn Jahre andauernde Hausse bei Anleihen damit endgültig vorbei? Ist der jüngste Anstieg ein Indiz dafür, dass sich Anleger auf ein nachhaltig höheres Renditeniveau einstellen sollten? Oder ist der Kursrückgang doch eher eine interessante Kaufgelegenheit?

Ruhigeres Fahrwasser voraus

Auch wenn die Turbulenzen der vergangenen Monate durchaus heftig waren - Anleger dürfen sich auf einen Lichtblick freuen, davon ist Robert Tipp, Head of Global Bonds und Chief Investment Strategist bei PGIM Fixed Income, überzeugt. "Wir befinden uns gerade näher am oberen als am unteren Ende der Ertragsspanne, weshalb Anleihen unserer Ansicht nach mittel- bis langfristig gut performen dürften", erklärt der Experte. Es sei zwar schwierig vorherzusagen, wann der Scheitelpunkt genau erreicht werde, im aktuellen Umfeld sprächen aber gewichtige Gründe für ein niedrigeres Zinsniveau von US-Anleihen.



Moderates Wachstum

"Obwohl sich das Wirtschaftswachstum auf Grund der jüngsten Konjunkturprogramme und Steuererleichterungen der US-Regierung über einige Quartale hinaus beschleunigen könnte, scheint ein anschließendes Verlangsamen auf ein moderates Level unserer Auffassung nach als wahrscheinlich", prognostiziert Tipp. Auch der Internationale Währungsfonds (IWF) erwartet eine Abkühlung der US-Wirtschaft. So soll das BIP-Wachstum von geschätzten 2,9 Prozent im laufenden Jahr auf nur noch 1,7 im Jahr 2021 zurückgehen. Vor diesem Hintergrund erwartet Tipp weder ein Anziehen der Inflation noch zusätzliche Zinserhöhungen seitens der Fed. "Wir halten es für unwahrscheinlich, dass die Fed in ihrer Geldpolitik noch restriktiver werden kann, ohne das Wirtschaftswachstum zu bremsen und die Inflation weiter unter die angestrebte Zielmarke von 2 Prozent zu drücken", so Tipp. Daher sei auch wieder mit deutlich sinkenden Zinsniveaus bei langfristigen US-Staatsanleihen zu rechnen, da die Zinssätze zuletzt höher gestiegen seien, als es das Wirtschaftswachstum und die Inflation im Grunde rechtfertigen würden.

Keine Angst vor steigenden Zinsen

Dementsprechend geht von der Zinspolitik der Fed keine wirkliche Gefahr aus, urteilen die PGIM-Strategen. Aktuell verharrt der Leitzins in den USA zwischen 1,5 und 1,75 Prozent.

Fed-Chef Jerome Powell betonte allerdings jüngst, dass man den Kurs "gradueller Zinserhöhungen" beibehalten wolle. Zudem wird die Fed ihren Anleihenbestand 2018 voraussichtlich um bis zu 420 Milliarden US-Dollar abbauen. Ab dem kommenden Jahr soll das Anleihenportfolio sogar um jährlich 600 Milliarden Dollar sinken. Auch die Bank of Japan reduziert ihre Anleihenkäufe, und Experten prognostizieren, dass die EZB spätestens ab 2019 die Zinswende einleiten könnte.

Warum sollte es dennoch zu sinkenden Renditen kommen? "Trotz anhaltender Ängste müssen der Abbau der Fed-Bilanz sowie der erwartete Tapering-Prozess der EZB und der Bank of Japan nicht zwangsweise ein Risiko für den Anleihenmarkt darstellen", so Tipp. Der Grund: Eine restriktivere Geldpolitik der Fed könnte entgegen den Erwartungen zu sinkenden Renditen führen. Die Märkte hätten zudem über die kommenden zehn Jahre eine monetäre Straffung von mehr als 200 Basispunkten eingepreist. "In unseren Augen ist dieser Sicherheitspuffer vor dem Hintergrund eines moderaten Wirtschaftswachstums mehr als ausreichend", analysiert Tipp. Selbst das steigende Staatsdefizit der USA - die Schuldenquote soll laut den Schätzungen des IWF von 108 Prozent im Jahr 2017 auf 117 Prozent im Jahr 2023 steigen - dürfte laut Tipp die Renditen langfristiger US-Bonds entgegen manchen Befürchtungen nicht weiter nach oben treiben.

Wohin geht die Reise?

Das Urteil der Experten: Trotz aller Turbulenzen der vergangenen Monate sind Anleihen als Asset-Klasse aktuell durchaus attraktiv und dürften sich auf absehbare Zeit besser entwickeln als Cash. Institutionelle Investoren wie US-Pensionsfonds und Staatsfonds erhöhten daher bereits ihr Anleihenvolumen. Interessante Investitionschancen sieht Tipp aktuell vor allem bei Unternehmensanleihen: "Obwohl die Bewertungen derzeit nicht annähernd so günstig sind wir zuvor, dürften Spread-Sektors unserer Ansicht nach Staatsanleihen noch über Quartale oder sogar Jahre leicht übertreffen", begründet der Experte.

Die attraktivsten Renditen böten dabei High-Yield-Anleihen. Die Hochzinspapiere dürften nach seiner Einschätzung von soliden Konjunkturdaten und der guten Entwicklung der Unternehmensgewinne in Europa und den Vereinigten Staaten profitieren. Allerdings sollten Anleger im Jahresverlauf durchaus mit Phasen hoher Volatilität an den Märkten rechnen und zudem deutlich selektiver vorgehen, um mit ihren Anleiheninvestments eine dauerhafte Outperformance zu erzielen.

von Matthias Dworak, © Juni 2018, ETF Magazin


Dieser Artikel stammt aus dem aktuellen ETF Magazin.

Das ETF Magazin erscheint quartalsweise in Zusammenarbeit mit Focus Money und richtet sich an Berater, Vermögensverwalter und Portfoliomanager, ist aber sicher auch für informierte Anleger interessant.

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