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04.09.2018 14:27:26
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Kolumne

ETF-Magazin: Der Weg zum optimalen ETF



Das ETF-Magazin hat einige Anhaltspunkte zusammengestellt, welche das Finden des idealen ETFs erleichtern können.
3. September 2018. München (ETF Magazin). Wie sieht der optimale ETF aus? Die eindeutige Antwort auf diese Frage lautet: Es kommt darauf an. Wie bei vielen anderen Fragen zu Finanzen und Geldanlage gibt es auch hier keine allgemeingültige Antwort. Maßgeblich sind die individuellen Erwartungen des Investors an einen ETF.
Grundlegende, einfache Messgrößen wie das Alter des ETF und das von ihm verwaltete Vermögen können nur erste Anhaltspunkte liefern, besonders, um Beliebtheit und Erfolg des ETF zu sondieren. Der optimale ETF kann jedoch je nach Anleger ganz unterschiedlich aussehen.

Um die Frage erschöpfend zu beantworten, müssen Sie eine klare Vorstellung von den für Sie wichtigen Eckdaten haben, also von Ihren Anlagezielen, Ihrem Zeithorizont und Ihrer Risikobereitschaft. Während diese Rahmenbedingungen von Anleger zu Anleger stark variieren, gibt es einen kritischen Faktor, der alle gleichermaßen betrifft: die Kosten. Niedrigere Kosten bedeuten, dass mehr von der Rendite bleibt und Sie somit größere Chancen haben, Ihr Anlageziel zu erreichen. Doch bevor es um die Kosten geht, ist noch eine Reihe anderer Fragen zu beantworten.
Erster Punkt: In welche Asset-Klasse möchten Sie investieren? Allein in Europa können Anleger aus über 1600 ETFs wählen. Das Spektrum der durch ETFs abgebildeten Instrumente reicht von traditionellen Segmenten wie Aktien mit hoher Marktkapitalisierung über herkömmliche Staatsanleihen bis hin zu Spezial-segmenten wie Rohstoffen, Immobilien oder anderen Sektoren mit Nischencharakter. Die Mehrheit dieser ETFs bildet einen Index nach. Bei so einer großen Auswahl wird es Ihnen nicht schwerfallen, einen Index zu finden, der Ihren Anlagezielen entspricht.

Transparenz ist der Schlüssel bei der Entscheidung, ob ein bestimmter ETF für Ihre Zwecke geeignet ist. Sie müssen beurteilen, ob der Index den Markt und die Asset-Klasse, in die Sie investieren wollen, angemessen abbildet. Gemäß OGAW-Regelung (Organismen für gemeinsame Anlagen in Wertpapieren, UCITS) müssen die von ETFs abgebildeten Indizes frei zugänglich sein.
Wichtig ist, dass Indizes klaren Konstruktionsprinzipien folgen. So sollten Indizes nur Wertpapiere umfassen, die frei am Markt handelbar sind. Die Indexkomponenten, die Gruppen mit ähnlicher Marktkapitalisierung (Smallcap, Mediumcap usw.) zugeordnet werden, sollten so gewählt werden, dass sie bei veränderter Marktkapitalisierung zwischen diesen Gruppen migrieren können, um eine kostenträchtige Umschichtung zu vermeiden. Die korrigierende Umschichtung des Portfolios (Rebalancing) sollte den Wandel am Markt in geordneter Weise nachvollziehen.



Diese Prinzipien zeichnen den klugen Aufbau eines Index aus und dürften für eine geringere Umschlagshäufigkeit und für niedrigere Transaktionskosten sorgen. Die Beachtung dieser Prinzipien hilft Anlegern, ihre Asset-Allokation-Strategie effizient zu gestalten und Überschneidungen zwischen den einzelnen Komponenten ihres Gesamtportfolios zu begrenzen.
Genauso wichtig wie die Transparenz des Index ist die Transparenz des ETF-Portfolios. Wie geht der ETF bei der Anlage in Vermögenswerte vor? Indexabbildende ETFs verfolgen zweierlei Anlagemethoden: die physische und die synthetische Nachbildung.

Physische ETFs halten alle im Index enthaltenen Wertpapiere oder einen repräsentativen Querschnitt dieser Titel. Diese Strategie der physischen Nachbildung eines Index ist unmittelbar einleuchtend, was auch die steigende Beliebtheit physisch investierender ETFs erklären mag. Im Gegensatz dazu bilden synthetische ETFs Indizes ab, indem sie Derivate, wie zum Beispiel Swaps, verwenden. Diese Derivate stellen eine Vereinbarung zwischen dem ETF und einer Gegenpartei dar, meist eine Investmentbank.
Die Gegenpartei zahlt dem ETF den Ertrag des Index, während der ETF den Großteil des Portfolios in ein weitgehend stabil gehaltenes Portfolio anderer Wertpapiere investiert. So bildet der synthetische ETF den Index ab, obwohl er keinerlei Indexkomponenten besitzt. Im Rahmen solcher Vereinbarungen können Sicherheiten und Nachschussforderungen erforderlich sein. Außerdem besteht ein Kontrahentenrisiko. Diese zusätzlichen Anforderungen und Risiken mögen ebenfalls die zunehmende Beliebtheit physisch investierender ETFs erklären.

Doch selbst angesichts klarer Vorteile physisch replizierender ETFs finden synthetische ETFs einen berechtigten Platz im Portfolio, besonders bei institutionellen Anlegern. Oft kann nur dank des synthetischen ETF ein Exposure in Anlageklassen erreicht werden, die nur schwer oder gar nicht physisch zu erwerben sind, also beispielsweise bei Rohstoffen und Währungen.
Fassen wir zusammen: Am besten geeignet für ein optimal aufgebautes Portfolio sind ETFs, die klar angeben, wie sie investieren und ihre Methodologie gut verständlich erklären.
Die Rolle der OGAW-Regelungen: Wie erwähnt, sind für die meisten in Europa domizilierenden ETFs die OGAW-Regelungen maßgeblich. Diese verlangen Vorkehrungen zum Anlegerschutz wie Diversifikation und die Einschaltung einer Depotbank, um die absichernde Zweckbindung (Ringfencing) der verwalteten Mittel zu gewährleisten. Das Ringfencing stellt einen entscheidenden Unterschied zwischen physisch investierenden und synthetischen ETFs dar.

Eine Frage des Risikos. Die Vermögenswerte eines physisch investierenden ETF werden von einer Depotbank gehalten. Die Anleger besitzen einen unmittelbaren Rechtsanspruch bezüglich dieser Wertpapiere. Die Vermögensverwalter haben keine Eigentumsrechte an diesen Titeln und können infolgedessen auch keine derartigen Ansprüche geltend machen, wenn dies opportun wäre, zum Beispiel im Fall einer finanziellen Schieflage. Zwar unterliegen synthetische ETFs ebenfalls den OGAW-Regelungen, doch beruhen sie auf Vereinbarungen und stellen keine physischen Vermögenswerte dar, weswegen sie Anleger anderen Risiken aussetzen, etwa solchen, die im Zusammenhang mit Sicherheiten und dem möglichen Ausfall eines Kontrahenten auftreten.

Auch anhand des Track-Record können Anleger abschätzen, ob ein bestimmter ETF für sie die beste Wahl ist. Dabei sind drei Aspekte zu unterscheiden. Der erste ist der Nachbildungserfolg (Track-Record) des Produkts. Zur Beurteilung sind die Überschussrendite (auch Tracking Difference genannt) und der Tracking Error die maßgeblichen Kennzahlen.
Die Überschussrendite misst die Performance des ETF gegenüber dem Benchmark-Index über einen bestimmten Zeitraum. Dazu muss lediglich die Gesamt-rendite des Index von der Gesamtrendite des ETF abgezogen werden. Meist wird das Ergebnis negativ ausfallen, da die Kosten des Fonds dessen Performance beeinträchtigen. Allerdings gibt es weitere Faktoren, die die Überschussrendite beeinflussen, wie das Samp-ling-Verfahren und die Fair-Value-Bewertung. Auch Geschick und Erfahrung der Fondsmanager spielen eine Rolle, besonders wenn neue im Index enthaltene Wertpapiere zum Portfolio hinzugefügt oder Dividenden wieder angelegt werden.

Es ist aber auch Vorsicht geboten: Positive Überschussrenditen sind nicht immer ein sicheres Zeichen für den optimalen ETF. Eine solche Überschussrendite mag zwar reizvoll sein, doch meistens erwarten Anleger, dass ihr ETF dem Risikoprofil der von ihnen gewählten Asset-Klasse entspricht. Dabei kommt der Tracking Error ins Spiel.
Zu beachten ist nämlich, dass der Begriff Tracking Error von verschiedenen Anbietern unterschiedlich definiert wird, weshalb bei einem Direktvergleich Vorsicht geboten ist. Manche ETF-Anbieter verstehen unter Tracking Error lediglich die Differenz zwischen der Rendite des ETF und der Rendite des Benchmark-Index, was eigentlich als Überschussrendite bezeichnet wird. Die formelle Definition des Begriffs Tracking Error ist die annualisierte Standardabweichung der Überschussrendite. Anders gesagt, der Tracking Error misst die Schwankungsbreite der Überschussrenditen eines ETF, während die Überschussrendite die Differenz zwischen der Rendite des ETF und der Rendite des Benchmark- Index in einem bestimmten Zeitraum wiedergibt.
Anlagehorizont beachten. Auf der Suche nach dem besten ETF muss man die grundlegenden Eigenschaften des Produkts stets im Auge behalten, um sie anhand der eigenen Anlageziele zu bewerten. Anleger, die im Rahmen eines langfristigen Anlagehorizonts auf eine bestimmte Gesamtrendite abzielen, sollten der Überschussrendite eine größere Bedeutung beimessen als dem Tracking Error. Kurzfristig orientierte Anleger, die mehr Wert auf eine konstante Performance und geringere Volatilität legen, sollten sich auf den Tracking Error konzentrieren.

Als Zweites sollte dem Index selbst Aufmerksamkeit geschenkt werden. Mit bewährten Indizes können Anleger genau das von ihnen beabsichtigte Exposure erreichen. Solch ein Index baut auf einer soliden Methodologie auf, die es gestattet, die Entwicklung eines Marktes oder eines Sektors genau widerzuspiegeln. Diese Indizes haben sich historisch bewährt: Sie haben Konsistenz in ihrer Zusammensetzung bewiesen und infolgedessen auch beim Exposure, das sie dem Anleger gewähren. Mit einem bewährten Index umschiffen Anleger kurzlebige und letztlich enttäuschende Hypes.
Der Kernpunkt: Anleger sollten ihre Kaufentscheidung nicht allein anhand der Performance treffen. Sie müssen verstehen, was sie kaufen und warum. Wer sich von einer starken Performance oder einer weitläufigen Ansammlung von Vermögenswerten blenden lässt, riskiert bleibende Nachteile für das Portfolio. Bei einer umfassenden Analyse steht auch der ETF-Anbieter selbst auf dem Prüfstand. Der beste Anbieter investiert in Talent und Technologie, um Produkte anzubieten, die den Interessen des Kunden entsprechen. Das spiegelt sich auch in seinem Beziehungsnetzwerk innerhalb der ETF-Branche wider. Ein kompetenter Anbieter hat mehrere autorisierte Partner und Market-Maker für seine ETFs und verfügt über ein erfahrenes, hilfsbereites und zugängliches Capital-Markets-Team, das auch große Transaktionen effizient und zielgerecht abwickelt.
ETF-Anbieter mit großer Erfahrung in der Abbildung von Indizes arbeiten an der Seite von erprobten Expertenteams, bestehend aus Fondsverwaltern, Händlern, Fachkräften des Fund Accounting und Spezialisten für Corporate Actions. Renditen werden am besten mit Erfahrung und Kompetenz erwirtschaftet.

Zu guter Letzt schließt sich der Kreis in einem wichtigen Punkt - den Kosten. Auch hier ist Transparenz wieder entscheidend für den Erfolg, denn der kluge Anleger meidet versteckte Kosten oder Gebühren. Wegen ihrer optimierten Betriebsgröße arbeiten etablierte Anbieter sehr effizient und können deswegen die Kosten niedrig halten. Zudem kann ein ETF mit hohem Kundenvermögen die Kosten noch weiter senken. Denn stets gilt: Je niedriger die Kosten, desto mehr bleibt Ihnen von der Rendite.

von Sebastian Külps, © September 2018, ETF Magazin


Dieser Artikel stammt aus dem aktuellen ETF Magazin.

Das ETF Magazin erscheint quartalsweise in Zusammenarbeit mit Focus Money und richtet sich an Berater, Vermögensverwalter und Portfoliomanager, ist aber sicher auch für informierte Anleger interessant.

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