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10.07.2017 11:14:12
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Kolumne

ETF Magazin: "Lukrative Intelligenz der Roboter"



Smarte Maschinen machen sich in immer breiter. Anleger profitieren mit ETFs
10. Juli 2017. München (ETF Magazin). April 1978 - Das Wochenmagazin "Der Spiegel" befürchtet das Ende der Arbeitsgesellschaft: "Die Computer-Revolution. Fortschritt macht arbeitslos." Das Bild dazu: ein riesiger Roboter. Mit seinem linken Arm hält er einen schlaff herabhängenden Fabrikarbeiter am Kragen. Innerhalb von 20 Jahren würden laut Prognosen 80 Prozent der Arbeitsplätze vernichtet, warnt das Magazin. Fast 40 Jahre später wissen wir: Es kam anders. Doch jetzt scheint das Zeitalter der Roboter tatsächlich angebrochen zu sein. Selbst in einem Bereich, der bislang als Domäne menschlicher Arbeitskräfte gilt, sind die mechanischen Helfer inzwischen angekommen.

Die Zukunft ist da. "Hier sieht man, wer demnächst in unseren Restaurants arbeitet", kommentierte Ed Rensi, lange Jahre Vorstandschef bei McDonald’s, letztes Jahr nach einem Besuch auf der National Restaurant Show in Chicago. Ein Roboterarm für 35.000 US-Dollar sei eben billiger als ein Angestellter, der für 15 Dollar pro Stunde Pommes frites einpackt. Experten geben ihm Recht: Ein mittelgroßer Industrieroboter kostet 4,50 Dollar pro Stunde - konservativ geschätzt, erklärt Ron Potter, Leiter des Bereichs Robotics Technology bei Factory Automation Systems in Atlanta. Bei aggressiv-intensivem Einsatz, wie bei den Autoherstellern, sinken nach seiner Rechnung die Gesamtkosten auf weniger als 2 US-Dollar pro Stunde.

Kein Wunder, dass sich bei diesen Preisvorteilen Roboter und ähnliche Maschinen in immer mehr Branchen breitmachen. Bislang gelten vor allem die Automobilhersteller als Roboter-Fans. Doch das größte Wachstumspotenzial der elektronisch gesteuerten Intelligenz- und Kraftprotze liegt anderswo, schätzen Experten: in der Elektronikbranche, bei Metallverarbeitung oder Kunststoffproduktion. Massiv zunehmen dürfte auch der Einsatz in Branchen wie Pharma, Kosmetik und Nahrungsmittelindustrie, ausgehend von einem heute noch sehr niedrigen Niveau. Neben den Industrierobotern etabliert sich zudem die ganz neue Geräteklasse der Service-Roboter. Sie werden in schon absehbarer Zeit Einsatzgebiete erobern, die bislang exklusiv vom Menschen besetzt waren - vom Schnellrestaurant bis zur Pflege. Mit dem technologischen Fortschritt entsteht ein neues Zeitalter der Automatisierung, in dem immer intelligentere und vielseitigere Roboter in immer mehr Bereichen in Fabriken sowie in der Gesellschaft allgemein eingesetzt werden.



Tiefgehende Veränderungen. "Unternehmen, Konsumenten und Staaten erkennen zunehmend die Vorteile der Robotik, Automatisierung und Künstlichen Intelligenz", bestätigt Patrick Kolb, Portfolio-Manager des Global Robotics Equity Fund bei Credit Suisse Asset Management. "Es ist sehr wahrscheinlich, dass die Branche weiter expandiert und die Wachstumsraten der Technologieführer in diesem Bereich weiter steigen", urteilt der Branchenkenner. So schätze die Unternehmensberatung Boston Consulting, dass Unternehmen im Jahr 2025 weltweit fast 70 Milliarden US-Dollar in neue Roboter investieren werden. 2010 lag die Investitionssumme bei 15 Milliarden Dollar. Die erwartete Zunahme bedeutet eine jährliche Wachstumsrate von neun Prozent.

Zu den wichtigsten Treibern dieser Entwicklung gehören sinkende Komponentenpreise sowie Leistungssteigerungen bei den Prozessoren. Zudem wird die Programmierung einzelner Anwendungen ständig einfacher. Folglich werden Roboter günstiger, kleiner und energieeffizienter. Damit gewinnen sie nicht nur an Flexibilität, sondern auch an Finesse. Und das Feld der künftigen Anwendungsmöglichkeiten wird breiter. "Es ist davon auszugehen, dass die disruptive Wirkung von Robotern in unserem Alltag immer deutlicher zu spüren sein wird", sagt Fondsmanager Kolb.

Die zunehmende Verbreitung von Robotik und Automatisierung hat weitere Folgen: Mehr automatisierte Systeme erfordern mehr Sicherheits- und Kontrollmechanismen, die wiederum mehr automatisierte Steuerungs- und Koordinierungsinstrumente verlangen. "Je vielversprechender die Verheißungen einer neuen Technologie sind, desto wahrscheinlicher wird auch die nächste Hacker-Version davon", warnt David Bosshart, CEO beim Gottlieb Duttweiler Institut für Wirtschaft und Gesellschaft (GDI). Er zielt damit auf die wachsende Vernetzung der Systeme, wie sie im Schlagwort der "Industrie 4.0" ihren Ausdruck findet: Bis zum Jahr 2020 werden 26 Milliarden "Dinge" c vom Haushaltsgerät über das Auto bis zum Service- oder Industrieroboter Roboter Roboter - über das immer allumfassendere Internet miteinander verbunden sein, schätzt der Industriekonzern ABB. Die dafür notwendige Infrastruktur gibt den Weg vor, zum Beispiel mit 30 Prozent jährlichem Wachstum im Cloud-Computing. "Wo die Vernetzungsdichte exponentiell steigt, nimmt auch die Zahl der möglichen Einbruchsstellen kontinuierlich zu", betont GDI-Chef Bossert.

Die Wahrscheinlichkeit dürfte also zunehmen, dass Hacker einen Anreiz haben, Zugriff auf verschiedenste Geräte zu bekommen, sei es bei Robotern, Smart Grids, selbstfahrenden Autos, Drohnen oder auch Kontrollgeräten für Prothesen oder Herzschrittmacher. Darüber hinaus dürften auch Fragen zu langfristigen potenziellen Bedrohungen, wie zum Beispiel das sogenannte "Terminator-Szenario" mit vollständig autonomen Waffensystemen, zu klären sein. Die mit derartigen Möglichkeiten in der Robotik verbundenen Gefahren stellen die Gesellschaft vor erhebliche Herausforderungen.

Mit dem Blick des Investors sieht Credit-Suisse-Experte Kolb darin eine Chance: "Genau aus diesem Grund haben wir beschlossen, in beide miteinander verknüpfte, langfristige Wachstumsbereiche zu investieren: Robotik und Automation sowie Schutz und Sicherheit." Ohne Software geht es bei der Roboter-Evolution sowieso nicht. Die jetzt ablaufende vierte industrielle Revolution ist nicht nur von Automatisierung, sondern auch von künstlicher Intelligenz geprägt - ein Mega­trend, der sowohl unsere Gesellschaft als auch Unternehmen grundlegend verändern wird. Menschen haben über Jahrzehnte daran gearbeitet, schnellere und intelligentere Maschinen zu entwickeln. Schon heute helfen ihnen zunehmend mit künstlicher Intelligenz,kurz KI ausgerüstete Maschinen. Das ­Entwicklungstempo wird sich deshalb weiter beschleunigen. "Für Anleger ist dies ein überzeugender langfristiger Wachstumstreiber", findet Börsenprofi Kolb.

Gut möglich also, dass sich die 40 Jahre alte Prophezeiung der "Spiegel"-Redaktion doch noch als zutreffend herausstellen wird. Schon bald will etwa der taiwanesische Elektronikhersteller Foxconn 60 000 Fabrikarbeiter durch 40 000 selbst entwickelte Roboter ersetzen. Es wird nicht der einzige Austausch bleiben.

Der Roboter-ETF

Mit dem Robo-Stox-Global-Robotics-and-Automation-ETF der britischen ETF Securities können Anleger preiswert vom Boom in der Robotik- und Automationsbranche profitieren. Dazu bildet der thesaurierende ETF die Entwicklung eines Index nach, den das britische Beratungsunternehmen Robo Global entwickelt hat. Dieser Robo-Stox-Index (und damit auch der ETF) enthält zu zwei Dritteln amerikanische und japanische Aktien, aber auch einige bekannte Unternehmen aus Europa und Asien.

Aktuell finden sich 82 Titel im Index. Die Zusammensetzung des Index wird jedes Quartal überprüft und angepasst. Robo Global wählt für den Index zum einen reine Robotikunternehmen aus. Diese machen derzeit 40 Prozent des ETF aus. Noch mehr Gewicht erhalten Unternehmen mit starken Geschäftsbereichen für Robotik. Auf diese zweite Gruppe entfallen derzeit etwa 60 Prozent des ETF-Portfolios. Zu den Top-Positionen im ETF gehören die drei US-Unternehmen iRobot, Intuitive Surgical und Cognex. Diese Aktien haben jeweils rund zwei Prozent Gewicht im Fondsportfolio. Ähnlich hoch gewichtet sind der bayerische Abfüll-Anlagen-Hersteller Krones sowie der Schweizer Elektrotechnikkonzern ABB, der sich inzwischen zu einem bedeutenden Hersteller von Automatisierungssystemen entwickelt hat.

von Wilhelm Nordhaus © Juni 2017 - ETF Magazin




Dieser Artikel stammt aus dem aktuellen ETF Magazin.

Das ETF Magazin erscheint quartalsweise in Zusammenarbeit mit Focus Money und richtet sich an Berater, Vermögensverwalter und Portfoliomanager, ist aber sicher auch für informierte Anleger interessant.

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