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09.02.2016 14:10:15
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Börse Frankfurt News

ETFs: Kalkuliertes Umschichten



ETFs mit europäischen Aktien werden abgegeben, ebenso kehren Anleger dem Bankensektor den Rücken. Gefragt sind defensivere Werte, darunter der Immobiliensektor und die Grundstoffindustrie.
9. Februar 2016. FRANKFURT (Börse Frankfurt). Die Talfahrt an den Aktienmärkten lässt ETF-Anleger nicht kalt. "Wir verbuchen deutlich mehr Verkäufe als in den Wochen zuvor", meldet Frank Mohr. Von Panik könne aber keine Rede sein. "Bislang scheinen bei ETF-Anlegern weniger strategische, sondern eher taktische Überlegungen im Vordergrund zu stehen."

Sonst würden neben den Verkäufen von DAX- und Euro Stoxx 50-ETFs deutlich mehr Produkte aus anderen Segmenten abgestoßen. Alles in allem ist Mohr mit den Geschäften zufrieden. "Mit 34.000 Trades bewegen sich die Umsätze auf einem guten Niveau." Auch die Volumina könnten sich sehen lassen.

Für Marcel Sattler hält sich die Aufregung unter Anlegern ebenfalls in Grenzen. "Bei tendenziell verhaltenen Umsätzen lehnen sich ETF-Investoren nicht aus dem Fenster", meint der Händler der ICF Bank.

Europäische Standardwerte gehen raus
 

"Bei uns ist derzeit sehr viel los, und auch die Umsätze stimmen", beschreibt Gregor Hamme von Unicredit Group den ETF-Handel. Die Mehrheit der Aktivitäten spiele sich auf der Abgabenseite ab, wobei sich Anleger vorrangig von europäischen Bluechip-Indizes verabschiedeten. Neben DAX- (WKN ETFL01, 593393, DBX1DA), und Euro Stoxx 50-Werten (WKNs A0MNT8, A0RRLR, A0MNT7) stünden an europäische Indizes gekoppelte ETFs zur Disposition, etwa den französischen CAC 40 (WKN ETF040, A0RADL), den spanischen IBEX 35 (LYX0A6, DBX0HR) und britischen FTSE (WKN 628940, LYX0CP). Ebenso trennten sich Investoren unterm Strich von Trackern des MSCI Europe (WKN A0MZWQ).

"DAX-und Euro Stoxx 50-Tracker wurden zumeist abgestoßen", bestätigt Mohr.

Gregor HammeHamme
 
Verkürzter Anlagehorizont
 

Angesichts der starken Bewegungen an den Aktienbörsen steige das Interesse an kurzfristigen Engagements. Etwa nutzten Kunden der Unicredit verstärkt Short-ETFs mit Aktien des Euro Stoxx 50 (WKNs A0X8ZY, A0MNT8) zum Day-Trading. "Häufig werden die Positionen morgens gekauft und abends wieder glattgestellt", beobachtet Hamme.

Marcel SattlerSattler
 
Vertrauen in Banken angeschlagen
 

In Mohrs Orderbüchern kämen Banken-ETFs mit einem Anteil von 65 Prozent spürbar aus den Depots raus. "Mit Blick auf die strauchelnden Aktienkurse vieler Banken verwundert das nicht." Insgesamt dominierten die Geldhäuser mit 41 Prozent bei der Commerzbank die Handelsbewegungen mit Sektor-ETFs.

Frank MohrMohr
 
Das deckt sich mit Hammes Beobachtungen. Ob MSCI Europe Banks (WKN A0REJZ), Stoxx Europe 600 Banks (WKN A0F5UJ) oder Euro Stoxx Banks (WKN 628930), alles würde unterm Strich veräußert." Stattdessen sind defensivere Sektoren gefragt", bemerkt der Händler, der von Zuflüssen bei Immobilien unter anderem aus dem Stoxx Europe 600 Real Estate (WKN A0Q4R4) spricht. Von der Grundstoffe-Industrie versprächen sich Hammes Kunden offenbar eine positive Entwicklung. "Stoxx Europe 600 Basic Resources-Produkte (WKN LYX0AX) waren überwiegend gefragt."

Kaum Augen für Emerging Markets

Schwellenländer-Aktien spielten derzeit eine eher untergeordnete Rolle, wie Stefano Valenti von der Unicredit meldet. "Auf niedrigerem Niveau setzten sich die Abflüsse der vergangenen Wochen fort." Tracker des MSCI Emerging Marktes (WKN A111X9) blieben unter Druck. Ebenso trennten sich Investoren von Indexfonds, die an die Entwicklung des MSCI Japan (WKN A0REJW) anknüpfen. "ETFs mit asiatischen Unternehmen werden aufgrund der feiertagsbedingt geschlossenen Aktienmärkte auf dem Kontinent kaum gehandelt." Neben den Börsen in China stimmten in dieser Woche unter anderem die Märkte in Korea, Taiwan, Malaysia und Singapore in die Neujahrsfeierlichkeiten mit ein.

Der pausierende Handel an den asiatischen Börsen erschwert Mohr zufolge die Preisbildung von großen Indizes wie dem MSCI World. "Das Portfolio enthält zum Beispiel chinesische Aktien, dessen Kurse nicht aktuell sind." Verkaufswillige Kunden liefen deshalb Gefahr, Abstriche bei den Preisen machen zu müssen.

von: Iris Merker
© 9. Februar 2016 - Deutsche Börse AG

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