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23.05.2019 11:26:02
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Börse Frankfurt News

Fonds: Lieber Gewinne mitnehmen



Anleger sind vorsichtiger geworden, viele stellen ihre Engagements glatt - auch in Fonds mit Technologiewerten oder Aktien aus China. Von denen viele in diesem Jahr besonders gut gelaufen sind.
23. Mai 2019. (FRANKFURT) Börse Frankfurt. Der Zickzackkurs des DAX in den vergangenen Wochen hat für hohe Umsätze im Fondshandel gesorgt. "Bei uns stand die Technologiebranche erneut im Fokus, außerdem die üblichen Immobilienfonds und einige Mischfonds", berichtet Jan Duisberg von der ICF Bank. Auch Andreas Kehnen von der Baader Bank meldet ein hohes Handelsaufkommen. "Allerdings ist fast nur verkauft worden, in der Abwärts- und der Aufwärtsbewegung."

Der Kursanstieg deutscher Bluechips aus den Vormonaten hat sich im Mai nicht fortgesetzt. Nach Erreichen eines Achtmonatshochs Anfang Mai fiel der Index auf unter 11.900 Punkte, am Donnerstagmorgen sind es wieder 12.061 Zähler. An den US-Märkten sieht es ähnlich aus.

Viele Tech-Fonds überzeugen

Viele Technologiefonds sind in diesem Jahr extrem gut gelaufen, was Käufer lockt, aber auch Gewinnmitnahmen zur Folge hat. "Der Fokus hat sich in den vergangenen Tagen durch den US-Bann für Chinas Huawei-Konzern noch verstärkt", stellt Duisberg fest. Gesucht seien zwei Technologiefonds von Fidelity (WKN 787208, 921800), deren Kurse seit Jahresanfang immerhin um 20 Prozent gestiegen sind. Tendenziell verkauft würden der Deka-Technologie TF (WKN 515263) und der FTIF Franklin Technology (WKN 937446), die sich mit 20,5 Prozent und 27,4 Prozent sogar noch besser entwickelt haben.



Unterdessen flogen breit streuende deutsche und europäische Aktienfonds in den vergangenen vier Wochen aus den Portfolios. "Anleger werden vorsichtig wegen der schwierigen Lage fast überall", meint Kehnen. Er meldet Verkäufe für den Fondak (WKN 847101), DWS Investa (WKN 847400) und DWS Deutschland (WKN 849096). Auch internationale Aktienfonds wie der M&G Global Themes (WKN 797735), der DWS Global Value (WKN 939853) und der FTIF Templeton Growth (WKN 941034) wurden abgestoßen. Käufe im kleineren Umfang meldet Kehnen nur für den Threadneedle European Smaller Companies (WKN A2JR84).

Vorsicht bei Chinas Aktien

Auch Fonds mit asiatischen Aktien standen Kehnen zufolge auf den Abgabelisten - bei sehr hohen Umsätzen. "Der Grund sind wohl die Handelsstreitigkeiten zwischen den USA und China." Die asiatischen Märkte hatten schon im April nach unten gedreht. Chinas Festlandsmarkt - gemessen am CSI 300 - hat gegenüber dem Hoch vom April mittlerweile fast 13 Prozent verloren, liegt seit Jahresanfang aber immer noch deutlich im Plus. Abgegeben wurden der UBS Equity Fund China Opportunity (WKN 986579), der Schroder ISF China Opportunities (WKN A0JDNN) und der Robeco Chinese Equities (WKN A0CA01). Deren Renditen sind sehr unterschiedlich: Die Fonds kommen für dieses Jahr auf Zugewinne von 22,4 Prozent, 6,5 Prozent und 12,5 Prozent.

Mischfonds mit guter Performance
 

Ein ausgeglichenes Verhältnis von Zu- und Abflüssen hat Kehnen in Mischfonds wie dem Arero Der Weltfonds (WKN DWS0R4) beobachtet. Der Fonds basiert auf einem regelbasierten Indexkonzept mit den drei Anlageklassen Aktien, Renten und Rohstoffe und hat seit Jahresanfang um 8,9 Prozent zugelegt. In den vergangenen drei Jahren waren es durchschnittlich 6,8 Prozent im Jahr.

Stark nachgefragt ist Duisberg zufolge der JPMorgan Investment Funds Global Income (WKN A0RBX2) mit Aktien und Anleihen aus der ganzen Welt. Auf viel Interesse stößt dem Händler zufolge auch der Acatis Datini Valueflex (WKN A1H72F), der eine kleine Position von knapp 4 Prozent an Bitcoin-Zertifikaten hält. Das komme auch bei konservativen Anlegern gut an. "Für uns ist unter Anlagegesichtspunkten Bitcoin die verlässlichste Kryptowährung", schreibt die Fondsgesellschaft in ihrem aktuellen Monatsbericht. "Wir wollen sie noch viele Jahre halten, da die Nachfrage zwar anzieht, das Angebot aber technologisch bedingt beschränkt ist."

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Unbeliebte Minen, beliebte Immobilien

Auch das Handelsaufkommen mit Anteilen an Minenfonds war hoch. Dabei liegt der Goldpreis wieder unter der Marke von 1.300 US-Dollar die Feinunze. "Angesichts des Krisenszenarios ist das schon erstaunlich", bemerkt Kehnen. Anleger verabschiedeten sich zum Beispiel vom BlackRock Global Funds World Gold (WKN 974119), aber auch vom BlackRock Global Funds World Mining (WKN 986932).

Sehr rege gehandelt werden - wie üblich - Immobilienfonds. Eher verkauft wurde diesmal der HausInvest (WKN 980701), ge- und verkauft der Grundbesitz Europa (WKN 980700). Schon recht gute Umsätze meldet Duisberg für den neu gelisteten Deka-Immobilien Nordamerika (WKN DL0LLA). "Wie zuvor beim Fokus Wohnen Deutschland (WKN A12BSB) bemühen wir uns um mehr Liquidität, und das klappt auch ganz gut."

von Anna-Maria Borse
23. Mai 2019, © Deutsche Börse AG

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