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03.01.2019 13:50:15
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Börse Frankfurt News

Fonds: Viele Verkäufe, aber auch Neuinvestitionen



Vor dem Hintergrund fallender Aktienmärkte haben sich viele Fonds-Investoren von Engagements verabschiedet. Mutige steigen zu Schnäppchenpreisen wieder ein. Immobilienfonds und international engagierte Portfolios sind auf beiden Seiten gefragt.
3. Januar 2019. (FRANKFURT) Börse Frankfurt. Druck auf den Aktienmärkten bestimmt das Bild im Handel mit aktiv verwalteten Fonds. "Wir verbuchen bei weihnachtlich reduzierten Aktivitäten im Dezember insgesamt überwiegend Verkäufe", meldet Ivo Orlemann. Niedrigere Kurse hätten Fondsanleger aber durchaus zum Einstieg genutzt. Der Händler der ICF Bank nennt als ein Beispiel den Technologiesektor, der erst gestern durch die Senkung der Umsatzprognose von Apple für das vierte Quartal 2018 in Bewegung geraten sei. Seit Anfang Dezember liegt der technologielastige Nasdaq 100 fast 10 Prozent im Minus.

Preisnachlässe überzeugen

Produkte wie der viel umgesetzte DNB Fund - Technology (WKN A0MWAN) mit Investitionen in Technologie-, Medien- und Kommunikationsunternehmen seien in den vergangenen Wochen zwar zumeist aus den Depots genommen worden. Aber: "Nach den Kursverlusten kamen die Käufer zurück", relativiert Orlemann. Auf beiden Seiten rege gehandelt werde der Nordinternet (WKN 978530) von Amundi, der seinen Anlageschwerpunkt auf große Unternehmen der Internetbranche setzt. Dazu gehören Amazon, Facebook, Netflix, PayPal und Alphabet. Ebenso gehe es mit dem Franklin Technology Fund (WKN A0KEDE) sowie der Euro-Version des Fidelity Funds - Global Technology Fund (WKN 921800) hin und her.

Raus aus Aktien der Medizintechnik

Von Portfolios mit Medizintechnik-Unternehmen verabschiedeten sich Investoren unterm Strich, wie Orlemann feststellt. Zu den meist verkauften Werten des Sektors gehörten der Variopartner SICAV - Global Medtech Fund (WKN A0NETR) und der apo Medical Opportunities (WKN A0EQ6Y), die auf Monatssicht rund 10 und 8 Prozent Verluste hinnehmen mussten.



Vertrauen in deutsche Aktien schwindet

Die Baader Bank meldet insgesamt hohe Fonds-Umsätze, allerdings hauptsächlich auf der Verkaufsseite. Vor dem Hintergrund zunehmender politischer und wirtschaftlicher Verunsicherung verabschiedeten sich Investoren in Summe von ihren Portfolios mit deutschen Aktien, wie Anja Deisenroth-Boström informiert. Dabei spiegele die Abwärtsbewegung beim DAX von über 1.100 Punkten seit Anfang Dezember - das entspricht einem Minus von knapp 10 Prozent - die Entwicklung im Fondshandel wider. Zu den meist verkauften Produkten mit Schwerpunkt auf hiesige Bluechips zählt die Händlerin den DWS Aktienstrategie Deutschland (WKN 976986) und Mainfirst Germany Fund (WKN A0RAJN). Unterm Strich abgestoßen worden sei zudem der Lupus alpha Smaller German Champions (WKN 974564), der überwiegend auf kleine und mittlere deutsche Gesellschaften setzt und sich dabei an der Entwicklung von MDAX und SDAX orientiert.

Zollstreit hinterlässt Spuren

Das Interesse an asiatisch geprägten Aktienfonds beschreibt die Baader Bank als durchschnittlich mit leichtem Verkaufsüberhang. Während der Comgest Growth Greater China (WKN 756455) in Summe gekauft worden sei, verabschiedeten sich Investoren von ihren Engagements im Robeco Asia-Pacific Equities (WKN 988149), DJE - Asia High Dividend (WKN A0Q5KZ) und der US-Dollar-Version des Baring Hong Kong China Fund (WKN 972840). Die asiatischen Märkte seien stark geprägt von Meldungen zum Handelsstreit zwischen China und den USA. "Anleger halten sich deshalb seit Wochen mit Investments in diesen Märkten zurück und warten wohl auf eine endgültige Klärung dieses Konflikts", schätzt Deisenroth-Boström.

Brexit-Chaos verunsichert
 

Immobilienfonds belegen in Orlemanns Umsatzstatistik wie gewohnt vordere Ränge. Stark abgegeben würde der grundbesitz Europa (WKN 980700). "Das könnte mit dem hohen Engagement in Großbritannien und der Unsicherheit rund um den Brexit zusammenhängen." Immerhin liege - gemessen am Fondsvermögen von gut 7 Milliarden Euro - ein Viertel des Immobilienbestands im Königreich. Anleger trennten sich zudem unterm Strich von hausinvest (WKN 980701) und Deka-Immobilien Europa (WKN 980956), die zu etwa 20 und 22 Prozent in britischen Gewerbeimmobilien investiert sind. Wenn der Preis stimme, gebe es zwischenzeitlich auch Zuspruch.

Deisenroth-BoströmDeisenroth-Boström
 

Mischfonds ohne eindeutige Tendenz

Gemischte Portfolios spielen bei den Kunden der ICF Bank eine gewohnt große Rolle. Viel zu tun hat Orlemann mit dem Multi Asset Defensiv (WKN A0M43U) von Floßbach von Storch, der mit einem Kaufüberhang rege in beide Richtungen gehandelt werde. Viele Verkäufer gebe es auch für den Klassiker Carmignac Patrimoine (WKN A0DPW0). "Hier trennten sich die meisten Anleger." Das gelte auch für den Ethna Aktiv (WKN 764930), dessen Anteile laut Händler recht häufig zurückgingen.

Unklare Gemengelage

Das Geschäft mit international engagierten Fonds beschreibt Deisenroth-Boström als ansehnlich, wobei sich Zu- und Abflüsse in etwa die Waage hielten. Anleger agierten in dem Segment sehr viel gelassener. "Der schwache deutsche Aktienmarkt spielt dabei eine eher untergeordnete Rolle", beobachtet die Händlerin. Unterm Strich deckten sich die Baader Bank-Kunden mit dem Arero der Weltfonds (WKN DWS0R4) und Dirk Müller Premiumaktien (WKN A111ZF) ein. Aus den Depots genommen worden seien der Morgan Stanley Global Opportunity Fund (WKN A1H6XK) und M&G Global Themes Fund (WKN 797735).

von: Iris Merker
3. Januar 2019, © Deutsche Börse AG

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