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06.09.2017 11:27:35
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Börse Frankfurt News

Rohstoffe: Industriemetallpreise heben ab



Wegen positiver Signale aus China steigen die Preise von Kupfer, Aluminium und Zink auf Mehrjahreshochs. Auch Gold verteuert sich weiter.
6. September 2017. FRANKFURT (Börse Frankfurt). Es ist Bewegung gekommen in den Rohstoffmarkt, am auffälligsten ist der rasante Preisanstieg bei einigen Industriemetallen: Der Kupfer- und der Aluminiumpreis befinden sich auf einem Dreijahres-, der Zinkpreis auf einem Zehnjahreshoch. Palladium, ein Edelmetall, das auch in der Industrie eingesetzt wird, ist aktuell sogar so teuer als zuletzt 2001.

Die drei Primärmetalle sind damit die Top-Performer unter den Rohstoffen in diesem Jahr. "An den Industriemetallmärkten konnte bisher nichts die Sommerrallye stoppen", bemerkt Barbara Lambrecht von der Commerzbank. Dennoch gilt ihrer Ansicht nach weiter: "Je höher der Preis, desto stärker das Korrekturpotenzial."

China als Treiber

Kupfer notiert am Mittwochmorgen bei 6.861 US-Dollar und ist damit nicht mehr weit von der wichtigen 7.000er-Marke entfernt, Aluminium kostet 2.096 und Zink 3.189 US-Dollar die Tonne. "Signale aus China und aus dem Industriesektor der OECD-Länder haben zuletzt die Fantasie der Finanzinvestoren angeregt", erklärt Heinrich Peters von der Helaba. Die Bank glaubt aber nicht, dass der chinesische Wachstumsmotor so weiterlaufen wird. "Wir erwarten weder einen Nachfrageschub noch eine Zurückhaltung auf der Angebotsseite bei höheren Preisen."



Kupfer-ETCs wie der ETFS Copper (WKN A0KRJU) verzeichneten ETF Securities zufolge zuletzt Zuflüsse. "Wir rechnen weiterhin damit, dass die Daten aus China die Erwartungen übertreffen und die Nachfrage nach Metallen stützen werden", bemerkt Jan-Hendrik Hein vom ETC-Emittenten. Auch auf der Umsatzliste der Börse Frankfurt für die vergangenen vier Wochen zeigt sich das hohe Interesse an Industriemetall-ETCs: Der ETFS Industrial Metals (WKN A0KRKG) findet sich ungewöhnlich weit oben.

Goldpreis steigt und steigt

Gold hat sich seit Mitte Juli wieder deutlich verteuert und notiert mit 1.339 US-Dollar je Feinunze am Mittwochmorgen auf dem höchsten Stand seit knapp einem Jahr. Das hängt mit den Sorgen um Nordkorea zusammen, aber auch mit dem schwachen US-Dollar, der Goldkäufe außerhalb des Dollar-Raums verbilligt.
 

Auch Gold-ETCs kommen gut an: "Gold-ETCs verzeichneten vergangene Woche die höchsten wöchentlichen Zuflüsse seit März", berichtet Hein und begründet das mit dem Nordkorea-Konflikt. Beliebt ist Hein zufolge vor allem der ETFS Physical Gold (WKN A0N62G). An der Börse Frankfurt konzentrierten sich Anleger in den vergangenen vier Wochen auf Xetra-Gold (WKN A0S9GB), gefolgt vom ETFS Physical Gold, Gold Bullion Securities (WKN A0LP78), Source Physical Gold (WKN A1MECS) und db Physical Gold Euro Hedged (WKN A1EK0G).

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Peters rechnet mit einem "goldenen Herbst" für das Edelmetall: "Mit einer auch durch das aktuelle Makroumfeld gezähmten US-Notenbank und einer weiter überschaubaren Wirtschaftspolitik der Trump-Mannschaft dürfte Gold weiter freie Bahn bekommen." Ende 2017 sieht die Bank den Preis bei 1.350 US-Dollar. Lambrecht ist skeptischer: "Die Party am Goldmarkt könnte schon bald enden, sollte sich EZB-Präsident Draghi in irgendeiner Weise besorgt über die Euro-Stärke zeigen und so dem Dollar Aufwind geben."

Öl: weiter im Seitwärtstrend
 

Nichts Neues gibt es vom Öl: Der Preis für die Nordseesorte Brent schwankt schon seit Sommer vergangenen Jahres um 50 US-Dollar je Barrel, am Mittwochmorgen sind es 53,14 US-Dollar. Peters weist darauf hin, dass sich die Lagerverhältnisse in den vergangenen Monaten zwar leicht entspannt haben, die Bestände sich aber - nicht nur in den USA - nach wie vor über dem langfristigen Durchschnitten bewegten. Die Bank prognostiziert 45 US-Dollar für Brent-Öl Ende 2017.

PetersPeters
 
Viel gehandelt wurden an der Börse Frankfurt in den vergangenen vier Wochen der ETFS Brent 1mth (WKN A0KRKM), der Coba ETC 1x WTI Oil Daily Long (WKN ETC051) und der db Brent Crude Oil Booster Euro Hedged (WKN A1AQGX).

von: Anna-Maria Borse
6. September 2017, © Deutsche Börse AG
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