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15.11.2018 13:56:29
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Börse Frankfurt News

Rohstoffe: Öl-ETC-Käufe nach Preiseinbruch



Der Ölpreis hat zwar deutlich nachgegeben, ETC-Anleger rechnen aber offenbar wieder mit einem Anstieg und greifen zu. Durch die Unsicherheiten an den Märkten sind außerdem Gold-ETCs wie Xetra-Gold wieder gefragt.
15. November 2018. FRANKFURT (Börse Frankfurt). Dass der Ölpreis stark schwanken kann, ist bekannt, die Bewegung der vergangenen Wochen hat jedoch viele überrascht: Nach dem rasanten Ölpreisanstieg auf in der Spitze 86,74 US-Dollar je Barrel Brent Anfang Oktober ging es ebenso schnell wieder nach unten: Aktuell liegt der Preis wieder nur bei 65,81 US-Dollar - ein Minus von 24 Prozent innerhalb weniger Wochen.

Ein wichtiger Grund für den deutlichen Anstieg waren die neuen US-Sanktionen gegen den Iran. Dann entschied Donald Trump aber, die wichtigsten Abnehmerländer für iranische Ölexporte für ein halbes Jahr von den Sanktionen auszunehmen. "Die unerwarteten Zugeständnisse der USA sowie die stark steigende US-Ölproduktion erhöhen die Wahrscheinlichkeit eines Überangebots am Ölmarkt im laufenden Quartal", meint daher Aneeka Gupta von WisdomTree.

Ölpreisprognosen gekappt

Dora Borbély von der DekaBank sieht das ähnlich: "Die iranischen Ölexporte dürften vom aktuellen Niveau aus kaum noch fallen." Zudem hätten zuletzt die USA, Russland und die Opec (ohne Iran) ihre Ölförderung stark ausgeweitet. Der globale Ölmarkt befinde sich daher im vierten Quartal nicht im Angebotsdefizit. Die Bank rechnet nun wieder mit einem Ölpreis von nur 69 US-Dollar in sechs Monaten.



ETC-Anleger kaufen aber: "Die Zuflüsse in WTI-, Brent- und Energie-ETCs haben in der vergangenen Woche stark zugelegt", berichtet Nitesh Shah von Wisdom Tree. "Das passt zu dem auch historisch antizyklischen Trend zwischen ETC-Flows und Ölpreis." Der ETFS Brent Crude (WKN A1N49P) kommt seit Jahresanfang trotz jüngster Verluste immer noch auf ein Plus von 12 Prozent.

Gold-ETCs wieder gesucht
 

Für den Goldpreis ging es zwischenzeitlich nach oben, die wachsende Risikoaversion machte sich bemerkbar. "Der Status von Gold als sicherem Hafen ist wieder in den Vordergrund gerückt", berichtet Shah mit Blick auf die Flows in Gold-ETCs und meldet deutliche Zuflüsse. "Der Goldpreis profitiert von den Unsicherheiten über die Haushaltsstreitigkeiten zwischen Italien und der EU und der anhaltend hohen Volatilität an den Aktienmärkten." Auch die Nachfrage nach Xetra-Gold (WKN A0S9GB) ist deutlich gestiegen, der Bestand hat die Marke von 180 Tonnen überschritten, aktuell sind es 180,9 Tonnen. Nach dem kurzen Anstieg bis 1.247 US-Dollar je Feinunze Anfang November ging es für den Goldpreis allerdings zuletzt wieder nach unten, aktuell wird Gold zu 1.210 US-Dollar gehandelt - deutlich unter dem Niveau Ende 2017, als es noch 1.303 US-Dollar waren.

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"Der anhaltende Zinsanstieg in den USA trübt nach wie vor den Ausblick auf den Goldpreis", meint Borbély. Seit sechs Quartalen bereits übersteige das weltweite Angebot am physischen Goldmarkt die Nachfrage. Die Bank prognostiziert einen Preis von 1.202 US-Dollar in sechs Monaten und 1.192 in zwölf Monaten.

Palladium lässt Platin weit hinter sich

Unterdessen notiert Palladium nur knapp unter seinem im Oktober erreichten Allzeithoch von 1.143 US-Dollar. "Maßgeblicher Preistreiber ist die starke Nachfrage aus der Automobilbranche, die inzwischen mehr als 80 Prozent der Gesamtnachfrage ausmacht", stellt Barbara Lambrecht von der Commerzbank fest. Der Palladiummarkt werde wohl 2018 deshalb das siebte Jahr in Folge ein Angebotsdefizit ausweisen. Der ETFS Physical Palladium (WKN A0N62E) kommt seit Jahresanfang auf ein Plus von 12,5 Prozent, in den vergangenen drei Jahren waren es sogar im Schnitt fast 25 Prozent im Jahr. Sehr viel schlechter gefahren sind Anleger hingegen mit dem ETFS Physical Platinum (WKN A0N62D), der auf Dreijahressicht um 3,4 Prozent p.a. und seit Anfang 2018 um 5,5 Prozent verloren hat.

Industriemetalle weiter unter Druck

Für die Industriemetalle waren die vergangenen Wochen wieder von Preisrückgängen geprägt, ausschlaggebend sind Sorgen um eine nachlassende Wachstumsdynamik weltweit. Seit Anfang des Jahres hat der ETFS Industrial Metals (WKN A0KRKG) mittlerweile Einbußen von fast 10 Prozent hinnehmen müssen. Der ETFS Copper (WKN A0KRKR) liegt seit Jahresanfang sogar 14 Prozent im Minus. Nur Langfristanleger stehen mit einem Plus von 5,9 bzw. knapp 3 Prozent p.a. auf Dreijahressicht noch gut da.

"Die Stimmung bezüglich der Industriemetalle hat sich nach der Veröffentlichung positiver Wirtschaftsdaten des chinesischen National Bureau of Statistics aber verbessert", erklärt Nitesh Shah. Die Zahlen zeigten ein Anziehen der chinesischen Industrieproduktion. Wisdom Tree meldet für die vergangene Woche hohe Zuflüsse in Kupfer-ETCs.

von: Anna-Maria Borse
15. November 2018, © Deutsche Börse AG
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