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15.02.2016 16:16:04
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Kolumne

Investmentthema: Attraktive Renditen in Krisenzeiten



Zinsen am deutschen Renditemarkt sind wegen der Turbulenzen an den Finanzmärkten auf ein Rekordtief gefallen. Dank der hohen Volatilität schlagen die Erträge von Discount-Zertifikaten und Aktienanleihen die von Bundesanleihen.
15. Februar 2016. MÜNCHEN (Baader Bank). Verkaufswellen an den internationalen Aktienmärkten haben die Anleger verunsichert. Viele Börsen haben in den vergangenen Monaten 20 Prozent oder mehr verloren und befinden sich daher definitionsgemäß in einer Baisse. Die Investoren streben in vermeintlich sichere Assetklassen wie US-Treasuries und Gold.

Viel Anlegerkapital fließt auch in deutsche Staatsanleihen, was zuletzt zu einem kräftigen Renditeabbau geführt hat. Ende vergangener Woche stieg der Bund-Future auf ein Rekordhoch von 163,52 Prozent, was zu einem Fall der Rendite zehnjähriger Bundesanleihen auf 0,32 Prozent führte. Die Geldpolitik der Europäischen Zentralbank hat zusätzlich die Renditekurve bis zu den sechsjährigen Bundesanleihen in den negativen Renditebereich gedrückt. Anleger müssen also noch Geld zahlen, um Vater Staat Kredit geben zu dürfen. Die Inflationsrate liegt derzeit bei 0,5 Prozent.

Anleger müssen höhere Risiken eingehen, um auf Renditen zu kommen, die höher als die Inflationsrate liegen. Discount-Zertifikate und Indexanleihen sind zwei Produktstrukturen, mit denen sich überdurchschnittliche Renditen erzielen lassen. Die Erträge von Discountpapieren schlagen die deutscher Bundespapiere bei einem definierten Risiko.

Von der Société Générale wird ein DAX-Discount-Zertifikat (WKN SE3CSL) mit einem Cap von 7.800 Zählern angeboten, das bei einer Laufzeit bis zum 24. Februar 2017 eine Rendite von 7 Prozent bzw. 6,8 Prozent p.a. abwirft. Der Discount liegt rund 18,7 Prozent unter dem aktuellen Kurs des DAX. Eine Rendite von 9,5 Prozent p.a. wirft ein Discount-Zertifikat der Société Générale auf den deutschen Leitindex (WKN SE3CST) mit einem höheren Cap von 8.500 Punkten ab. Der Discount beträgt 13,4 Prozent.

Da der Euro Stoxx 50 nur ein Kursindex ist, sind Rabattpapiere auf den europäischen Leitindex attraktiver. So wirft ein Discount-Zertifikat auf den Euro Stoxx 50 der WGZ Bank (WKN WGZ8P2) mit einer Laufzeit von knapp 18 Monaten und einem Cap bei 2.400 Punkten aktuell einen Ertrag von 11,1 Prozent bzw. 8 Prozent jährlich ab. Deutlich höhere Renditen kann der Anleger mit Rabattpapieren auf Einzelaktien erzielen. Dabei liegen allerdings die Risiken höher als bei den Indexprodukten. So kommen Discount-Zertifikate auf Daimler, ThyssenKrupp und RWE auf Seitwärtsrenditen von 6,5 bis 11,7 Prozent bei einem Cap von 60 bis 80 Prozent.

Wegen überdurchschnittlicher Renditen sind auch Aktien- oder Indexanleihen bei den Anlegern beliebt. Sie schätzen die einfache Struktur und die anleiheähnlichen Eigenschaften. Die Konditionen der Aktienanleihen haben sich durch die deutlich gestiegene Volatilität verbessert. So bietet aktuell eine Euro STOXX Indexanleihe (WKN TD5A7L) von HSBC Trinkaus dem Anleger einen Kupon von 6,5 Prozent innerhalb der Laufzeit bis zum 24. März 2017. Das entspricht einer Rendite von 11,8 Prozent bzw. 10,6 Prozent p.a., bezogen auf den aktuellen Kurs von 95,89 Euro. Der Anleger erhält für jeden Tag, an dem er die Indexanleihe besitzt, Zinsen auf ihren Nominalbetrag. Der Basispreis liegt bei 2.800 Punkten, was einem Abstand von minus 1,9 Prozent zum aktuellen Kurs entspricht. Bei Fälligkeit des Produkts wird der Kupon dem Anleger garantiert ausgezahlt. Steht der Euro Stoxx 50 auf oder über dem Basispreis, zahlt der Emittent den Nennwert in bar zurück. Notiert der Indexkurs darunter, wird der Nennwert entsprechend des tatsächlichen Verlustes des Index gezahlt.

Eine Indexanleihe Pro auf den Euro Stoxx 50 mit einem Kupon von 8 Prozent (WKN UZ1XRZ) bietet die UBS an. Das Papier, dessen Laufzeit am 23. Juni 2017 endet, bietet einen Sicherheitspuffer von 12,9 Prozent zur Barriere an. Es wirft, bezogen auf den aktuellen Kurs von 84,50 Euro, eine Rendite von 31,2 Prozent bzw. 22,1 Prozent p.a. ab. Wenn der Euro-Stoxx-50-Index während des gesamten Beobachtungszeitraumes bis zum 23. Juni 2017 immer oberhalb der Barriere notiert, zahlt die UBS am Laufzeitende den Nennwert von 1.000 Euro komplett zurück. Wird die Barriere verletzt, erfolgt die Rückzahlung der Anleihe entsprechend der tatsächlichen Wertentwicklung des Euro Stoxx 50.

Dies ist ein Ausschnitt aus dem Newsletter "Zertifikate-Börse" der Baader Bank. Der komplette Newsletter ist über deren Homepage www.baaderbank.de abruf- und abonnierbar.

Dieser Artikel gibt die Meinung des Autors wieder, nicht die der Redaktion von boerse-frankfurt.de. Sein Inhalt ist die alleinige Verantwortung des Autors.

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