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15.03.2016 14:30:48
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Kolumne

Investmentthema: Auf der Suche nach Sicherheit



Die Nullzinspolitik durch die Geldpolitik der Notenbanken und die Spekulation über die Abschaffung des Bargeldes haben zum Comeback des Goldpreises geführt. Dank Zertifikaten und ETFs können Anleger von der Erholung der Goldminengesellschaften profitieren.
17. März 2016. MÜNCHEN (Baader Bank). Verunsicherung treibt den Goldpreis nach oben. Didier Saint-Georges vom französischen Fondsgiganten Carmignac kritisierte jüngst die lockere Geldpolitik der Zentralbanken und machte auf die Risiken aufmerksam. Das Hauptrisiko für die weltweiten Märkte sei, dass der ökonomische Zyklus und das Ungleichgewicht, das über die letzten Jahre von den Zentralbanken aufgebaut wurde, kollidieren könnten. Die lockere Geldpolitik der Zentralbanken hätte diverse Probleme wie negative Zinsraten, eine Anleiheblase und eine schwache Kapitalallokation erzeugt. Die Notenbankpolitik wird von vielen anderen Experten gleichfalls kritisiert. Anleger sind verunsichert und schichten Kapital in Edelmetall um.

Gold ist damit seit dem Jahreswechsel seinem Ruf als sicherer Hafen gerecht geworden. Auch die Diskussionen über eine Abschaffung des Bargeldes verleihen dem Goldpreis Rückenwind. Mit einem Gewinn von 18 Prozent schlug das Edelmetall alle anderen Assetklassen. Mit einem Preis von 1.280 Dollar war die Unze so teuer wie seit einem Jahr nicht mehr. Gold-ETF weisen seit 18 Tagen in Folge Kapitalzuflüsse auf. Allein der weltgrößte Gold-ETF SPDR Gold Shares hatte seit dem Jahreswechsel Zuflüsse von 151 Tonnen auf zuletzt 793,1 Tonnen. Der Goldbestand liegt aktuell bei 1.725 Tonnen und damit auf dem höchsten Stand seit 18 Monaten.

Fondsgesellschaften wie Carmignac haben zuletzt kleinere Positionen bei Goldminengesellschaften aufgebaut. Denn mit dem steigenden Goldpreis steigen auch wieder die Margen der Goldproduzenten. Der bekannteste Index der Goldproduzenten, der NYSE Arca Gold Bugs, hat in den letzen Wochen deutlich zugelegt. Die Minengesellschaften konnten von ihrem Status als sicherem Hafen stark profitieren.

Das NYSE Arca Gold Bugs Indexzertifikat (DE000SG0HGQ9) der Société Générale, das die Entwicklung von Goldproduzenten abbildet, die sich nicht oder nur sehr wenig mit Vorwärtsverkäufen an den Terminmärkten abgesichert haben, stieg seit dem Jahreswechsel um rund 173 Prozent. Über 12 Monate liegt der Zuwachs allerdings bei 17,8 Prozent. Dank der steigenden Kurse der Goldproduzenten weist das Zertifikat auf den DAXglobal Gold Miner (DE000HV1DBU3) seit dem Jahresanfang einen Gewinn von 47,3 Prozent auf. Über ein Jahr stieg der Indexkurs um 20,9 Prozent.

Von der Kurserholung des Edelmetalls profitierte auch das Zertifikat der Deutschen Bank auf den Solactive Global Gold Mining Index (WKN DB2GGM), der die Kursentwicklung von Unternehmen abbildet, die 80 Prozent ihres Umsatzes durch die Produktion von Gold generieren. Dazu gehören Gesellschaften wie Barrick Gold, Anglogold Ashanti und Randgold Resources. Im laufenden Jahr stieg der ETF um mehr als 48 Prozent. Die Einjahresrendite liegt bei 14,9 Prozent. Da das Misstrauen in die Geldpolitik der Notenbanken weiterhin groß ist, besteht die Chance, dass beim Goldpreis und damit bei den Kursen der Minenwerte Luft nach oben vorhanden ist.

Der Market Vectors Junior Gold Miners Ucits ETF (WKN A12CCM) bildet Goldminenbetreiber mit geringer bis mittlerer Marktkapitalisierung ab, die mindestens 50 Prozent ihrer Erträge aus dem Gold- und/oder Silberbergbau generieren oder im Rahmen von Bergbauprojekten zukünftig erwarten. Im laufenden Jahr erzielte der ETF ein Plus von 33 Prozent. Die laufenden Kosten liegen bei 0,55 Prozent.



Dies ist ein Ausschnitt aus dem Newsletter "Zertifikate-Börse" der Baader Bank. Der komplette Newsletter ist über deren Homepage www.baaderbank.de abruf- und abonnierbar.

Dieser Artikel gibt die Meinung des Autors wieder, nicht die der Redaktion von boerse-frankfurt.de. Sein Inhalt ist die alleinige Verantwortung des Autors.

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