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21.03.2019 13:37:39
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Börse Frankfurt News

Zertifikate-Trends: Am liebsten mit Hebel



Zertifikate-Anleger setzen auf die Erholung der Wirecard-Aktie und erkennen Aufwärtspotenzial für Cannabis, Öl, den DAX sowie Aixtron und Alphabet.
21. März 2019. Frankfurt (Börse Frankfurt). Vor dem Hintergrund teils stärkerer Ausschläge an den Finanzmärkten setzen Zertifikate-Anleger bevorzugt auf Hebelprodukte. Dabei reagieren Investoren laut Händler auf die im Raum stehenden Vorwürfe gegen Wirecard ebenso wie auf DAX- und Ölpreisschwankungen.

"Wirecard ist nach wie vor ein Thema, wobei sich Investoren tendenziell long positionieren", meldet Sascha Flach von der ICF Bank. Besonders häufig zum Tragen käme ein Call auf den Bezahldienstleister aus Süddeutschland (WKN TR3L9N), der unter einem Preis von 145 Euro bei Ausübung verfällt. Die Wirecard-Aktie tritt auf Vierwochensicht um 105 Euro zwar eher auf der Stelle, notierte in diesem Monat im Hoch aber zwischenzeitlich um 133 Euro.

Simon Görich von der Baader Bank spricht von Nachfrage nach einem aus seiner Sicht spekulativen siebenfach gehebelten Faktor-Zertifikat auf Wirecard (WKN CU0CWB). Durch die hohen Schwankungen der Aktie selbst und statistischen Besonderheiten der Faktor-Zertifikate könnte das Derivat nach Ansicht des Händlers schnell wertlos werden. "Die Börse ist halt keine Einbahnstraße."



Noch scheinen sich die Wogen rund um Wirecard nicht zu glätten. Am Morgen kümmerte sich die britische Financial Times in einem Beitrag einmal mehr um den Betrugsverdacht gegen das Unternehmen. In diesem Zusammenhang stellt das Blatt die Frage, inwieweit der Vorstand in die betreffenden Buchungen eingebunden war.

Setzen auf wachsenden Cannabis-Markt

Viel um geht Flach zufolge in einem Tracker des Cannabis Total Opportunity Index (WKN LTQ05M). Das seit Ende November vergangenen Jahres berechnete Barometer enthält börsennotierte Aktien von Unternehmen, die mit dem Anbau, der Produktion oder dem Vertrieb von Cannabis sowie verwandten Stoffen zu tun haben. "Das Produkt ist nichts für schwache Nerven", befindet der Händler mit Verweis auf den Chartverlauf. Seit dem Start legte das Zertifikat zwar von 87 auf 114 Euro und damit um ansehnliche 31 Prozent zu. "Im Tief notierte der Wert allerdings zwischenzeitlich um 67 Euro." Der längerfristige Erfolg der Unternehmen wird von der Cannabis-Liberalisierung abhängen, wie Flach meint. In vielen US-Teilstaaten wurde der Konsum oder der Einsatz von Cannabis für medizinische Zwecke legalisiert. "Europa könnte nachziehen."

Optimistisch für deutsche Bluechips

DAX-Produkte gehören wie gewohnt zu den beliebtesten Werten. Flach nennt beispielhaft Interesse an einem Optionsschein (WKN DDW6L2) ohne Laufzeitbegrenzung mit einer Knock-out-Schwelle von 11.413 Punkten. Der deutsche Aktienindex hat mit Kursen zwischen 1.328 und 1.280 Punkten einen belebten Monat hinter sich. Aktuell notiert der DAX um 1.314 Punkte.

Aixtron und Alphabet im Fokus

Einen vorderen Rang in Flachs Umsatzstatistik belegt ein Aixtron-Derivat (WKN HX760Z) mit einer Knock-out-Schwelle von 6,74 Euro. Damit positioniere sich so mancher Anleger nach den Kursverlusten der Aktie nun long. Ob der Wert des Herstellers von LED-Produktionsanlagen die Erwartungen erfüllt, sei offen. Viele Analysten sehen das Kursziel deutlich oberhalb des aktuellen Stands von 8,30 Euro. Das liege unter anderem an der Zuversicht des Vorstands hinsichtlich der mittelfristigen Geschäftsaussichten.

Mit steigenden Kursen rechnen Käufer eines bis 18. Juni 2019 laufenden Calls auf Alphabet (WKN TR0GP7), der bei einem Aktienkurs unterhalb von 1.200 US-Dollar verfällt. Die 1,49 Milliarden Euro Strafe vonseiten der EU scheint der Aktie kaum zuzusetzen. Derzeit kostet ein Google-Anteil mit 1.226 US-Dollar 100 US-Dollar mehr als Anfang März.

Hoffen auf teureres Öl

Die jüngste Öl-Rallye - seit Jahresbeginn legte das US-amerikanische WTI von 46,76 auf 59,84 US-Dollar pro Barrel zu - spiegelt sich im Handel mit entsprechenden Derivaten wider. Die Kunden der ICF Bank legten sich besonders häufig ein Knock-out-Produkt auf WTI (WKN VF2YYW) ins Depot, das bei Berühren oder Unterschreiten von 52,81 US-Dollar wertlos wird.

von Iris Merker
21. März 2019, © Deutsche Börse AG
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